Nicht nur die Deutschen wollen so nett sein wie die Dänen (ZEIT Nr. 19/07). Auch die Schotten möchten ein kleines, sympathisches Volk werden. Sie wollen sich nicht mehr mit Großbritannien identifizieren, mit der durch Empire, Thatcherismus und Irakkrieg desavouierten Nation. Vergessen ist, dass niemand so verbissen für das Empire kämpfte wie die Schotten, dass der schottische Nationalökonom Adam Smith Thatchers Vorbild war und die mit dem verhassten Bush kollaborierende Regierung Blair vornehmlich aus Schotten besteht. Eine Partei, die das Tartanvolk in die kuschelige Unabhängigkeit führen will, gewann jetzt die schottischen Landtagswahlen. Aber was für ein Desaster! Der historische Urnengang war nicht besser organisiert als die Wahl 2000 in Florida, die Bush an die Macht brachte. 100000 Stimmzettel waren ungültig. Jetzt werden die Gerichte eingeschaltet.

Aller Nettigkeit zum Trotz.

In den Nachruf von Erhard Eppler auf Carl Friedrich von Weizsäcker (ZEIT Nr. 19/07) hat sich ein bedauerlicher Fehler eingeschlichen.

Über Weizsäckers Position in der Atomdebatte schrieb Eppler: »Durfte man die Atomspaltung friedlich nutzen? Ursprünglich sagte Carl Friedrich von Weizsäcker dazu ohne Umschweife Ja.« Der erste Satz war aufgrund eines technischen Fehlers falsch wiedergegeben worden.

Ebenfalls falsch war die Angabe, Paul Scheffer, Autor des EU-Fragebogens in der vergangenen Woche, komme aus Belgien. Der bekannte Publizist ist Niederländer. DZ