Kreuzberg Eine Bühne für jedermann

Wer braucht hier schon Sehenswürdigkeiten? Das Aufregende an Kreuzberg sind seine Bewohner.

Ein Höhepunkt der Kreuzberg-Führung von Edith Anna Haase ist der Blick nach unten. Sie steht in einer weißen Steppjacke, die für den heißen Tag viel zu dick ist, am Görlitzer Bahnhof und schaut auf die Pflastersteine. Wenn sie einen sieht, der ein bisschen heller ist als die anderen, setzt sie eine verschwörerische Miene auf. Gut möglich, sagt sie, dass dieser Pflasterstein ersetzt wurde, nachdem ein autonomer Krawallbruder den Vorgängerstein aus dem Trottoir gebuddelt hat, um damit nach einem Polizisten zu werfen. Ganze Gehwege hätten repariert werden müssen, als in den achtziger Jahren der Häuserkampf eskalierte. Ob sie seinerzeit dabei war? Frau Haase lächelt ein bisschen verdruckst. Sie war damals gerade aus der DDR nach West-Berlin übergesiedelt, aber nicht nach Kreuzberg, das lag ihr zu nahe an der Mauer. Sie habe sich erst später in »diesen bunten Kiez« verliebt, dessen Attraktionen auf Touristen eigenwillig wirken müssen: ehemals besetzte Häuser mit bunten Fassaden und überwucherten Hinterhöfen, eine Wagenburg, ein türkischer Lesben-Hamam.

Was sonst sollte Frau Haase auch zeigen? An Sehenswürdigkeiten im üblichen Sinn gäbe es nur das Jüdische Museum und den Gropiusbau, die liegen aber so nah an der Grenze zu Mitte, dass viele glauben, sie gehörten gar nicht mehr dazu. Das Besondere an diesem Bezirk waren schon immer seine Bewohner und das, was sie taten, um ihre Claims abzustecken. 17 Jahre nach dem Mauerfall, da sich in ganz Berlin die Szenen sortiert haben, scheint die Kreuzberger Mischung sogar noch bunter geworden zu sein.

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In der Wrangelstraße haben sich I bet you look great on the dancefloor, ein junges Modegeschäft, und eine Kampftrinkerkneipe namens Gringo arrangiert, in der Oranienstraße kommen Feinkostgeschäfte und Punkclubs miteinander zurecht. Die vornehmste Wohnanlage des Bezirks, eine gated community in der ehemaligen Schultheißbrauerei, liegt am Fuße des Kreuzbergs, weshalb die Reichen hinnehmen müssen, dass ihnen die Armen beim Sonntagspicknick ins Fenster schauen; vielleicht gefällt ihnen das sogar. Denn wenn Kreuzberg eines verspricht, dann ist es pralles Leben. Und das, sagt ein ehemaliger Banker, sei ihm lieber als »die gelifteten Gesichter« seiner früheren Nachbarn in Grunewald.

Die Dachgeschosswohnung am Paul-Lincke-Ufer, die er sich als Alterswohnsitz gekauft hat, wird von einer riesigen Glaskuppel gekrönt. Darin spiegelt sich am Vormittag schon die Sonne. Die Fassaden der Nachbarhäuser werden auch immer prächtiger. Engelchen, Türmchen, blitzsaubere Fenster. Doch weit ist die Gentrifizierung nicht gekommen: Direkt gegenüber, auf der anderen Kanalseite, die streng genommen schon zu Neukölln gehört, fühlt man sich wie auf einem Markt in Istanbul. Alte Frauen in langen bunten Gewändern schieben sich mit Mehrkilosäcken Obst und Gemüse durch unvorstellbares Gewühl. Auf der Brücke zwischen den beiden unterschiedlichen Ufern hat sich die sprichwörtliche »Jugend mit Migrationshintergrund« postiert. Es ist nicht leicht, den durchdringenden Blicken der Halbstarken standzuhalten, die sich in ihren fallschirmseidenen Blousons aufplustern und jeden als »Opfer« verspotten, der verschüchtert zu Boden schaut. Das Bürger-Ufer schlägt zurück, indem es die Gangster-Posen von drüben zur Performance erklärt. Der neuseeländische Künstler Paul Snowden spricht sogar vom »abgefahrenen Kreuzberger Ghetto-Style«. Auch er wohnt hier gleich um die Ecke, im achten Stock eines Hochhauses. Kreuzberg, sagt er, biete jedem eine Bühne.

Stefan Hartmann geht in der Fichtestraße auf und ab und zertritt dabei alle zwei Minuten eine halb gerauchte Zigarette. »Ich kann jetzt nicht«, sagt er immer wieder. Oder: »Das müssen wir wann anders klären.« Seit der Eröffnung seines Restaurants hat er sieben Kilo abgenommen. Seine beige Cordhose schlackert an den Beinen. Er setzt sich an die Bar und überfliegt einen Artikel aus der neuesten Prinz . Schon wieder ein Lob. Nicht zu fassen! Hartmann schüttelt den Kopf. Vor zwei Monaten hat er aufgemacht, und nun ist dieses kleine Restaurant unter Gourmets in ganz Deutschland für seine einfallsreiche, österreichisch angehauchte Küche bekannt. Und kein auswärtiger Kritiker verzichtet darauf zu erwähnen, wo es liegt. Denn auf der kulinarischen Landkarte war Kreuzberg lange ein weißer Fleck. Die Kneipen hießen Anfall oder Jenseits, die Weinläden Suff und die Restaurants Fressco. Fein essen galt als reaktionär, weshalb die besseren Lokale gut beraten waren, sich hinter selbstironischen Namen wie Cochon Bourgeois, »Bürgerschwein«, zu verstecken.

Wer das nicht tat, musste mit Fäkalienanschlägen rechnen. 1993 flog sogar eine Handgranate ins Auerbach in der Köpenicker Straße. Aber das, sagt Hartmann, sei wirklich lange her. Er wohnt seit sechs Jahren in dem Bezirk. Fünf davon war er Küchenchef im Jolesch in der Muskauer Straße, auch ein gutes Lokal, das sich aber die Atmosphäre einer Bierbar erhalten hat. Dort traute man sich schon, am 1. Mai zu öffnen, als die anderen Kreuzberger Gaststätten noch ihre Türen vernagelten aus Angst vor den Krawallen. Für Hartmann waren das die lustigsten Tage. Kollegen, die frei hatten, kamen vorbei, hungrige Revolutionstouristen und natürlich die Nachbarn, die froh waren, an diesem Tag etwas anderes zu bekommen als Döner und Dosenbier. Und einmal, Hartmann lacht schon, bevor er die Geschichte erzählt, einmal ging es wirklich hoch her. Draußen flogen die Steine, die Polizei hielt die Reihen geschlossen. Als die Situation sich endlich entspannte, mussten alle ganz dringend aufs Klo. Und weil sonst nichts aufhatte, standen Polizisten und Autonome gemeinsam vor den Toiletten im Jolesch Schlange. Typisch Kreuzberg, meint Hartmann: Im Ernstfall kommt man miteinander aus.

Seiner Bank wäre lieber gewesen, er hätte sich in Mitte selbstständig gemacht. Doch dazu hätte er sein Konzept ändern müssen. Mit einem schlichten Kellerlokal, dessen einziger Hingucker ein offener Kamin ist, hätte er dort keine Chance gehabt. Ein Kronleuchter, sagt er, wäre das Mindeste gewesen, und »riesige, hell erleuchtete Fenster«. Das neue Berlin lasse sich gern auf den Teller schauen. Kreuzberg halte mehr auf Understatement. Wenn Blixa Bargeld oder Doktor Motte ins Hartmanns kämen, dann wollten die essen und sich nicht anstarren lassen. »Dieses Promi-Ding funktioniert hier nicht.«

Das tut es nicht einmal am Paul-Lincke-Ufer, im Horvath, wo Hartmanns Freund Wolfgang Müller noch aufwendiger kocht. Hier sieht man selten gebügelte Hemden. Die Gäste erwecken gern den Eindruck, als wären sie nach dem Einkaufen hereingeschneit. Aber das kann nicht sein. Schon am späten Nachmittag ist es oft unmöglich, für den Abend zu reservieren. »Außer Sie setzen sich ab 23 Uhr an die Bar«, sagt die Kellnerin. Das sei aber kein Problem.

Nachdem die Sonne hinter der Glaskuppel der Bankerwohnung verschwunden ist, werfen die Türmchen und Engelchen an den Fassaden der Kreuzberger Goldküste lange Schatten. Vor dem Horvath, auf einer Bank direkt am Wasser, sitzt eine alte Frau mit rosafarbenem Hütchen und zerbröselt Brot in kleine Häppchen, damit die Schwäne sich nicht verschlucken. Ihr Blick ist nach innen gekehrt. Außer ihr weiß wohl keiner, was sie dort sieht. »Dit jeht doch nicht«, sagt sie immer wieder, »dit kannste nicht machen.«

Stroboskoplicht zuckt auf der Spree ; über die Oberbaumbrücke, die seit 1994 Kreuzberg mit Friedrichshain verbindet, schieben sich gelbe U-Bahnzüge. Vor dem Drum-’n’-Bass-Club Watergate, der das Licht übers Wasser funkt, halten die ersten Autos. An die Fassade nebenan hat jemand während der Weltmeisterschaft ein riesiges Bild von Ronaldinho im roten Trikot gemalt, dahinter befindet sich mit dem 103 schon der nächste Club. Die San-Remo-Bar, ein Haus weiter, hat orangefarbene Plastikstühle herausgestellt und Tische, auf denen Blumen stehen. Drinnen, in dem kleinen, liebevoll mit ausgesuchtem Trödel möblierten Lokal, ist schon alles voll.

Die Gegend ist das, was man »hip« nennt. Bars eröffnen im Monatstakt, als gäbe es dafür eine Prämie. Vom späten Abend an gehören die Gehsteige den Taxis, nach Mitternacht bilden sich vor dem Watergate, vor dem 103, dem Lux und dem Lido Schlangen, die so lang sind, dass man sie im DDR-Fernsehen nicht hätte zeigen dürfen. Was suchen die alle da?

Till Harter, der Inhaber des 103, hat sich das lange selbst gefragt. Als Freunde von ihm vor Jahren das San Remo eröffneten, war er noch entsetzt. Ihn hatte die Gegend, zu Mauerzeiten Zonenrandgebiet, immer an einen Bauernhof für große Kinder erinnert: Ziegen auf den Straßen und Hippies, die an ihren ollen Autos herumschraubten. Wer etwas erleben wollte, ging damals nach Mitte. Heute, sagt Harter, der seinen 103-Club Anfang der neunziger Jahre in der damals maroden Friedrichstraße gegründet hatte, gebe einem Kreuzberg das Gefühl, hier sei »sehr viel drin«. Und wenn man so will, hat das westliche Spreeufer noch viel von dem ruinösen Charme, der aus den östlichen Innenstadtbezirken längst wegsaniert wurde. Häuser mit Einschusslöchern, abblätternde Fassaden.

Doch die Zeiten, in denen die Menschen irgendwo einen Laden aufbrachen, eine Stereoanlage hineinstellten und das Ganze zum Geheimtipp erklärten, seien vorbei, sagt Sven, ein blonder Krauskopf, der in Harters 103 fürs Programm zuständig ist. Clubbetreiber müssten sich heute an Auflagen halten, die sie vor zehn Jahren nicht einmal kannten. Und noch etwas sei anders geworden. Sven drückt seine Kippe in einen riesigen HB-Aschenbecher. »Der Exklusivitätsanspruch ist weg.« Wer drin ist, ist in, das alte Mitte-Motto, das könne man langsam vergessen. Zumindest in Kreuzberg. Hier lassen die Türsteher jeden rein, der nicht total betrunken ist. Hier gibt es auch keinen Dresscode . Man darf dicke Hintern in enge Jeans zwängen und Schuhe tragen, die für die Saison viel zu spitz sind. Man sieht auf ein und derselben Tanzfläche Baggy-Pants, Bondage-Hosen und Sommerkleider mit Schwangerschaftstaillen. Und man sollte sich gar nicht erst fragen, ob der Mann mit den nach hinten gegelten Haaren, der an der Bar mit seinem BMW-Schlüssel spielt, Besuch aus München ist oder der Kioskbesitzer von nebenan. Es spielt keine Rolle. Gepflegtes Desinteresse ist die Kreuzberger Form von Toleranz.

Hinter der Toreinfahrt zum Kreuzberg-Museum in der Adalbertstraße pickt ein alter Türke mit stoischer Gelassenheit Unkraut aus dem Gemüsegarten, den er sich auf einem Teil des Parkplatzes eingerichtet hat. Aus der Erde wachsen schon grüne Sprossen, die im Sommer Zwiebeln oder Knoblauch werden könnten. Der alte Mann kann es einem nicht erklären. »Deutsch schwierig«, sagt er, »alles lecker.« Die türkischen Gastarbeiter haben sich nie am großen Kreuzberger Revolutionstheater beteiligt. Nachdem es dem eingesessenen Kleinbürgertum hier zu bunt geworden war, hielten sie die Grundversorgung aufrecht. »Ohne uns wäre hier wohl alles zusammengebrochen«, sagt Asiye Kara. Es gäbe jedenfalls sehr viel weniger Gemüse und Obst, kein Lammfleisch, keinen Fisch, keine Reinigungen, Flickschuster und Änderungsschneider. Asiyes Eltern sind in die Türkei zurückgekehrt. Sie ist geblieben und Designerin geworden, eine Kreuzberger Designerin, wie sie sagt. Sie hat ein einfaches Credo: Wenn der Schnitt konventionell ist, muss der Stoff bunt sein. Nimmt sie ein schlichteres Material, braucht der Schnitt ein paar auffällige Details, einen Schmetterling in der Rockfalte zum Beispiel oder eine Kapuze am Abendkleidkragen. Aber beim Aussuchen wird es schwierig.

Das Etuikleid in den Farben einer südfranzösischen Blumenwiese hängt Asiye Kara gleich wieder ins Fenster. »Es hat keinen Zweck, dass ich Ihnen etwas verkaufe, das Sie zu Hause doch nicht anziehen.« Sie kennt das mittlerweile. Frauen aus Hamburg, München oder Frankfurt decken sich bei ihr im Atelier mit Kleidung ein, die ihnen »besonders« vorkommt. Ein halbes Jahr später stehen sie wieder da und behaupten, das Zeug könne man nirgends tragen. Kreuzberg fällt eben nur in Kreuzberg nicht auf.

Hier berühren sich die Extreme täglich aufs Neue, und manchmal, ganz selten, vermischen sie sich. Hier kann es passieren, dass ein junger Muslim deutscher Herkunft, der sich aus religiösen Gründen länger nicht rasiert hat als Murat Kurnaz, unmittelbar nach dem Freitagsgebet einem blonden Partymädchen den Hof macht. Es ist ein wunderbares Bild: Er, weiße Pluderhosen, weißes Häkelkäppchen, trinkt am Lahmacun-Imbiss neben der Moschee in der Skalitzerstraße Tee. Sie ist auf dem Weg zu einer Party und hat sich zum Vorglühen schon mal ein Bier gekauft. »Trink nur«, sagt der junge Muslim, »ich halte dich deshalb nicht für eine Schlampe.«

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Essen und Trinken: Hartmanns: aufsehenerregendste Neueröffnung im Bezirk, die Kombination aus bodenständiger und experimenteller Küche trifft einen Nerv, Reservierung erforderlich. Fichtestraße 31, Tel. 030/61201003, www.hartmanns-restaurant.de , Mo–Sa 18–24 Uhr

Jolesch: unkomplizierte Atmosphäre, anspruchsvolle Küche, die sich mittlerweile von ihren österreichischen Wurzeln emanzipiert. Muskauer Straße 1, Tel. 030/6123581, www.jolesch.de , tgl, 10–1 Uhr

San Remo Upflamör: Das kleine, liebevoll mit Trödel eingerichtete Lokal bietet tagsüber Kaffee, Kuchen und internationale Presse. Abends treffen sich hier die Nachtschwärmer, bevor sie in den benachbarten Clubs abtauchen, Falckensteinstraße 46, Tel. 030/74073088, www. sanremo-upflamoer.de , tgl. 10–2 Uhr

Einkaufen: N.A. Design: kleines Modeatelier, in dem zwei Schwestern ihre feminine, teils recht extravagante Kollektion verkaufen, auf Wunsch auch individuelle Anfertigungen, Mariannenstraße 8, Tel. 030/69531205, Mo–Fr 11–19 Uhr, Sa 11–16 Uhr

Literatur: »Herr Lehmann«, Sven Regeners humorvolle Darstellung des Bezirks in den letzten Jahren vor der Wende, ist mittlerweile der Klassiker unter den Kreuzberg-Büchern (Eichborn, Berlin 2001; 298 Seiten, 18,90 Euro)

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Leser-Kommentare
  1. Wenn Sie ihre rosa Brille für ein paar Stunden ablegen können, sollten Sie einmal an meiner Führung "Pleiten Pech und Pannen im neuen Berlin" teilnehmen. Dabei geht es u.a. um die Verdrängung der bisherigen Bewohner durch hohe Mieten.Umverteilung auf Berlinisch, 55 geschenkte Millionen für private Investoren am Kotti. Da geht es um die größenwahnsinnige Planung an der Spree wo riesige Innerstädtische Areale einem einzigen "Investor" (Anderes Wort für Spekulanten) überlassen werden. Die Partizipation der Bevölkerung bei der Planung ist völlig abgeschafft. Statt dessen gibt es "Quartiersmanagment", eine Art
    Mangelverwaltung bei der sich angepasste Sozialfuzzis und Karrieristen mit EFRE Förderung um das "Wohl" der Abgehängten kümmern. Demnächst werden die ersten Menschen wegen der billigen Mieten nach Lichtenberg zwangsweise ausquartiert. Aber möglicherweise sind es genau diese krassen Widersprüche die jene Atmosphäre schaffen.

  2. Vielen Dank! Solche Berichte braucht das Land! Solche Berichte braucht Berlin. Berlin ist eine der lebenswertesten Hauptstädte dieser Welt! Und Kreuzberg ist geil!

  3. 3. Leider

    ist das angebliche, als laisser-faire-Mentalität verkaufte Lebensgefühl nichts anderes, als ein naiv-proletarisches Jeder-macht-seins-Gehabe und eine Is-mir-do-ejal-Mentalität.
    Die "Freiheit", die sich angeblich aus dem Zusammenleben der vielfältigen, kulturellen und nationalen Typen in einem Bezirk wie Kreuzberg ergibt, besteht zumeist darin, dass es einem total egal ist, was der Nachbar unter/über/neben einem eigentlich gerade oder generell macht, solange man seine Ruhe hat.Insofern ist Berlin eine der spießigsten Städte Deutschlands, ist Kreuzberg nicht wilder als Steglitz
    Kreuzberg ist geil, wenn man eine große Klappe und nicht allzu hohe Ansprüche mitbringt, etwa an die Mitmenschen (Studenten, Langzeitstudenten, Uralt-68er, Alkis, Mütter mit Kindern, die Jacqueline oder Cindy heißen usw.). Fresskram gibts genug, Clubs, Kneipen, Dissen, Cafes ebenfalls. Dazu gibts aber noch eine gehörige Portion Dreckigkeit und Rampuniertheit in jeder Form. Und um das zu verkraften, schalten die meisten einfach auf "alteingesessener Zyniker" oder schlicht "Lebensphilosoph". Das ganze hektische Treiben, Machen, Tun, Lassen wird dann halb schadenfroh präsentiert als "Sehn'se, dit is Berlin!"
    Nee Freunde, isset abba nich.

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