Sicherheit Hacken für den StaatSeite 2/2
Der »Bundestrojaner« müsste noch eine weitere Hürde nehmen. Aktuelle Betriebssysteme wie Windows Vista, in DSL-Modems integrierte Firewalls sowie Schutzprogramme wollen ja gerade den unberechtigten Zugriff auf die Inhalte des Rechners verhindern. Moderne Sicherheitssoftware ist nicht einmal mehr auf spezielle Virensignaturen angewiesen, um malware zu erkennen. Immer intelligentere Programme überprüfen die gesamte Rechneraktivität und schlagen Alarm, sobald sich etwas Verdächtiges tut. Ob es sich dabei um den »Bundestrojaner« oder einen kriminellen Angriff handelt, vermag der Virenschutz nicht zu unterscheiden. Um all diese Klippen zuverlässig zu umschiffen, dürften die beiden bislang beim Bundeskriminalamt für Onlinedurchsuchungen geplanten vorgesehenen Planstellen kaum genügen.
Es sei denn, Schäuble würde als Nächstes die Implementierung eines Generalschlüssels für seine Onlinedurchsuchungen fordern. Eine Idee, die die Branche verständlicherweise auf die Barrikaden treibt. »Solch eine Aufforderung würde jede Antivirenlösung ad absurdum führen«, schimpft Magnus Kalkuhl, Virenanalyst beim Security-Haus Kaspersky. »Denn erstens würden dann ganz schnell auch andere Regierungen bei uns auf der Matte stehen, und zweitens wäre ein Freifahrtschein für den ›Bundestrojaner‹ ein gefundenes Fressen für jeden Hacker mit kriminellen Absichten.« Auch Microsoft als weltweit größter Anbieter von Betriebssystemen müsste mit ins Boot geholt werden. Entgegen anders lautenden Gerüchten bestreitet der Konzern, dass in Windows bereits entsprechende Schlupflöcher eingebaut seien: »Es gibt keine Vereinbarung mit staatlichen Stellen, weder hier noch anderswo auf der Welt, die das offizielle Eindringen auf Computersysteme für die Polizei ermöglicht«, beteuert Microsoft-Sprecher Thomas Baumgärtner.
Davon raten Datenschützer auch dringend ab: »Damit würde die Büchse der Pandora geöffnet«, warnt Weichert vom ULD. »Die Vergangenheit hat gezeigt, dass einmal bereitgestellte Technologien im Laufe der Zeit für immer umfangreichere Informationssammlungen herangezogen werden. Eröffnete man auf diese Weise den Zugang zu sämtlichen Rechnern in Deutschland, auf denen heutzutage praktisch alle wichtigen Daten liegen, wäre der gläserne Bürger Realität. Es gäbe keine Geheimnisse mehr.«
Lutz Herkner ist Fachjournalist für Computer- und Telekommunikationstechnik in München
- Datum 16.05.2007 - 14:15 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 17.05.2007 Nr. 21
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Außerdem sollte man vielleicht erwähnen, dass es zumindest für jede Linux-Abart und für MacOs weitere Trojaner geben müsste (die es noch nicht gibt - und die ebenfalls in kurzen Zyklen erneuert werden müssten, falls man welche erschafft)...
Ganz davon abgesehen - sind nicht gerade die Leute, die etwas zu verbergen haben und sich evtl. strafbar machen besonders vorsichtig, und werden sich demzufolge doppelt und dreifach absichern - z.B. schlicht dadurch, dass der Rechner ganz einfach nur für die minimal notwendige Zeit am "Netz" hängt?
Ich denke, die gesamte Diskussion ist absurd, da es niemals größere Fahndungserfolge auf Grund von "Onlinedurchsuchungen" geben wird - weil kein Ministerium eine ausreichende Anzahl von dazu qualifizierten Leuten zusammen bekommen wird.
Ich prophezeihe dass, sollte es tatsächlich dazu kommen dass die rechtlichen Grundlagen geschaffen und die technischen Grundlagen in angriffen genommen werden, es sich geradezu zu einem Volkssport unter Hackern entwickeln wird das neue System zu torpedieren und Mittel zu entwickeln es zu umgehen. Und sei es nur um zu beweisen dass man mehr auf dem Kasten hat als die Jungs von der Regierung. Frei nach dem Motto "pwned n00bz"
schäble tritt die grundgesetzlich garantierten persölichkeitsrechte, insbesondere die privatsphäre, mit füßen und erweist sich sich dabei als wahrer tausendfüßler.
die bürgerliche chimäre vom staat als gesellschaftlichem vollzugsorgan geht damit endgültig die wupper runter.
"vater staat", wie es der dummdeutsche pöbel so gern formuliert, wäre als privatperson längst - wegen kindesmißhandlung, vernachlässigung der fürsorgepflicht - hinter gittern. er wäre hinter gittern, weil er seine schutzbefohlenen der ausbeutung durch dritte überantwortet. er wäre hinter gittern, weil er gegen jeden grundsatz von treu und glauben verstößt.
insofern ist herrn schäble zu danken, er bestätigt auf's eindrucksvollste, wie recht oppenheimer - arzt, soziologe, nationalökonom - hatte, wenn er sagte:
"Man kann den Staat auffassen als eine ökonomische Kollektivperson der herrschenden Klasse, die sich die Arbeitskraft der Untertanen als »Wertding« beschafft hat." (Oppenheimer, Das Kapital, S.84)
natürlich gibt es schwierigkeiten, den "bundestrojaner" wirklichkeit werden zu lassen, die technische intelligenz der hackerszene ist selbst der immensen skrupellosigkeit deutscher politiker noch überlegen.
darum aber geht es auch nicht. es geht nicht um terroristen, konspirative gruppen finden immer einen weg, auch ohne internet.
es geht im kern um die einschüchterung der bevölkerung, um die verbreitung von angst und schrecken, um terror also. terror von staats wegen.
dass wir immer wieder die Vertreter der Staatsverschwörung finden.
Schlicht: Unsinn.
dass wir immer wieder die Vertreter der Staatsverschwörung finden.
Schlicht: Unsinn.
dass wir immer wieder die Vertreter der Staatsverschwörung finden.
Schlicht: Unsinn.
Das ist der beste Artikel, den ich seit langem zu diesem Thema gelesen habe. Neben den, sicher lösbaren, gesetzlichen Problemen, werden die technischen Probleme kaum lösbar sein. Selbst wenn es möglich wäre die Hersteller der in Deutschland vertriebenen Schutzlösungen zur Zusammenarbeit zu bewegen, kann niemand daran gehindert werden sich die entsprechende Hard- oder Software im Ausland zu besorgen, oder einfach die bestehende Software nicht zu aktualisieren. Wie Locke1 bereits geschrieben hat, wäre das Problem auch nicht nur auf Windows beschränkt, hier dürfte es noch vergleichsweise leicht lösbar sein, sondern auch auf die diversesten Unix-Derivate wie z.B. MacOS X. Bis heute ist keine real existierende Malware für OS X bekannt.
Selbst wenn das alles lösbar wäre, es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Telefonüberwachung und der Überwachung / Ausspähung eines Rechners. Wenn ich Telefone überwache, kann es erfolgen ohne das Spuren hinterlassen werdend da die Überwachung ausserhalb des Einflussbereichs des Überwachten erfolgt. Jeglicher Datenverkehr zwischen Server und PC kann aber zu jederzeit protokolliert und analysiert werden. Somit wäre es, zumindest nach Ende der Datenverbindung, ein leichtes die Überwachung zu ermitteln.
Alle diese Probleme machen es mehr als unwahrscheinlich, dass eine entsprechende Überwachung, auch wenn sie durchaus wünschenswert wäre, realisiert werden kann.
Ich stelle mir vor, ich bekomme plötzlich terroristische Neigungungen, und suche mir auf google-earth ein paar dufte Ziele, die ich natürlich mit allen anderen Bildern abspeichere, selbstverständlich, mit realistischen Anfluganimationen. Da kommen schnell einige zig Gigabyte zusammen.
Wie wollen Staathacker die Datenmenge bei den derzeitigen Übertragungsgeschwindigkeiten aus meinem PC herausholen?
Wenn man mir rechtzeitig Beischeid sagt, stelle ich natürlich meine firewall ab ...
Entwededer steckt soetwas wie Wahnsinn dahinter?
Oder der Mann (Schäuble) ist krank?
Oder er beabsichtigt etwas ganz anderes. Z.B. er thematisiert einen wichtigen Aspekt in der neuen www-Welt
Wer weiß?
ist kein Konjunktiv, Herr Dr.Schäuble! Das informationelle Selbstbestimmungsrecht, das Sie als Ausfluss des Art.1 GG zu schützen haben, ist das Selbstverständnis und die Selbstverständigung der freiheitlich-demokratischen
Grundordnung. Mit der angedachten Regelung würde das herausragende, das Grundgesetz anführende, das an seiner Spitze als Lehre aus dem Nationalsozialismus stehende undmahnende Vermächtnis desavouiert. Falls Sie sich außerstande sehen, die WÜRDE der Menschen "zu achten und zu schützen", dann, Herr Innenminister, verstießen Sie gegen Art.1 Absatz 1 Satz 2 des Grundgesetzes. In diesem Fall böten Sie keine Gewähr mehr, jederzeit für die freiheitlich-demokratisches Ordnung der Gründungsväter einzutreten. In einem solchen Fall müssten Sie Ihres Amtes enthoben werden (Vgl.den sog. Radikalenerlass und die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts dazu).
Terrorismus ist ein Tarnbegriff, der gebraucht wird, um die gewaltsame Durchsetzung der Globalisierung zu legitimieren. Terrorist ist heute jeder, der gegen die etablierten Macht-, Wirtschafts- und Besitzverhältnisse angeht. Nicht nur gewaltsam, sondern auch schon verbal. Das ist eine uferlose Ausdehnung des Terrorismusbegriffs. Offenbar befürchtet man, daß die Bevölkerung irgendwann rebellisch wird und die Villen in den Vorstädten brennen. Für diesen potentiellen Bürgerkrieg will man vorbeugen.
So zurecht Jürgen Rose, Oberstleutnant der Bundeswehr und Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Darmstädter Signal, einer Vereinigung kritischer Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr.
Halten Sie ein, Herr Dr.Schäuble! Sie sind auf dem Holzweg - was wollen Sie auf dem Kriegspfad?
MKVEITS
Wie Schäuble ja wiederholt zugegeben hat, stehen seine Sicherheitsbehörden immer ofter nach Hausdurchsuchungen vor verschlüsselten Festplatten der "Terrorischde", die sie allenfalls bei einem wenig engagierten Anwalt des Duchsuchten einige Monate in der Aservatenkammer vor sich hinstauben lassen können.
Ziel einer Online-Duchsuchung wäre dann mit hoher Priorität die Übermittlung des Master-Passwortes.
Hier liegt gegenwärtig eine Schwäche der PC-Software: es gibt keine geschützeten Kanäle zur Übertragung des Passwortes von einem externen Speichermedium (beispielsweise einem USB-Stick) zum Verschlüsselungsprogramm. Wobei wie bei MS Vista das Verschlüsselungsprogramm auch das Betriebssystem selbst sein kann. Muss das Passwort manuell als Plaintext eingegeben werden, so kann es natürlich leicht mit einem Keylogger erfasst und übermittelt werden. Diese Lücke sollte umgehend von den Softwareherstellern geschlossen werden.
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