Bundeswehr Sterben wofür?Seite 3/3

Bei einem Besuch in Kabul, sagt Verteidigungsminister Jung, sei er auf die Idee gekommen, auch in Berlin ein Ehrenmal errichten zu lassen. Am Kabuler Feldlager haben Bundeswehrsoldaten in eigener Regie einen Gedenkstein für ihre getöteten Kameraden aufgestellt. »Den Toten zu Ehren« lautet die Inschrift. In Deutschland selbst gibt es bisher drei Gedenkstätten für die Teilstreitkräfte Heer (auf der Festung Ehrenbreitstein in Koblenz), Luftwaffe (Fürstenfeldbruck) und Marine (Laboe bei Kiel). Auch in der Burgwald-Kaserne im hessischen Frankenberg, aus der die vier 2003 in Kabul getöteten Soldaten stammten, haben ihnen ihre Kameraden einen Ehrenstein gesetzt. Die konkreteste Gedenkformel ist die in Koblenz: »Den Heeressoldaten der Bundeswehr, die für Frieden, Recht und Freiheit ihr Leben ließen«, steht auf einem schlichten schwarzen Steinquader.

Für ein Ehrenmal am Verteidigungsministerium verspricht sich Franz Josef Jung »Zehntausende von Besuchern«. So viele kämen schließlich jedes Jahr in den Bendlerblock, um die Gedenkstätte zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu besichtigen. Diese Besucher könne man anschließend auf den Paradeplatz umleiten, um das Ehrenmal anzusehen, glaubt man im Ministerium. Von allein dürften sich allerdings nur wenige Berlinbesucher auf den Weg dorthin machen, schließlich besitzt der Paradehof kaum mehr architektonischen Glanz als ein Supermarktparkplatz. Aus dem Ministerium heißt es zwar, die Konstruktion eines Ehrenmals solle »weithin sichtbar und öffentlich zugänglich« sein, doch viele Soldaten bleiben skeptisch.

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Ein Unteroffizier, der selbst Kameraden in Afghanistan verloren hat, sagt: »Im Hinterhof soll das nicht versteckt werden.« Und was wünscht er sich als Inschrift? »Schwierig«, sagt er. »Irgendetwas Bleibendes.«

 
Leser-Kommentare
  1. in der Tat. Aber gab es diese Schwierigkeit nicht schon früher einmal? Was stand doch gleich auf Napoleons erstem Grabstein auf St. Helena?

  2. zB für die Pipeline schreiben, oder für die Doppelzüngigkeit. Ich bin überzeugt sie Liste ist unerschöpflich.
    Es dürfte wohl auch möglich sein ein Preisausschreiben zu veranstalten. Erster Preis wäre mit einem Miniatur U-Boot durch das wirre Hirn des Hernn GW Bush zu reisen, mit Publikation des Reiseberichts.
    Es erscheint tatsächlich keinem normalen Bürger mehr irgend ein Grund für diesen Einsatz, zumal der Opium Anbau immer besser gedeiht, dieses Opium welches unsere Werte von Innen auffrisst.
    Man könnte aber auch das Wort Kollateralschaden gebrauchen, umgekehrter Kollateralschaden, wäre doch was!

    • ben_
    • 25.05.2007 um 13:31 Uhr

    Es stellt sich zumal die Frage, ob es nun für jeden Einsatz ein Denkmal geben soll. Oft ausgeblendet wird nämlich, dass die Bundeswehr auch weiterhin auf dem Balkan stationiert ist. Und auch dort sind deutsche Soldaten gestorben.

  3. der is hier fehl am platz. es gibt keinen "sinnvollen" tot, nie und egal bei was. und es legt auch weder der verteidigungsminister noch der landser im einsatz darauf an das einer dabei umkommt. bei der berliner polizei gabs in der gleichen zeit mehr todesopfer im einsatz als bei der truppe im einsatz in afgahnistan trotzdem verlangt keiner die polizei aus berlin abzuziehen. davon abgesehen liegt es ganz alleine bei den angehörigen, kameraden und freunden so ein geschehen direkt zu kommentieren bzw natürlich den verantwortlichen die auch alle fakten und die umstände kennen. wir können den opfern gedenken und daraus mögliche konsequenzen ziehen..
    ABER DIE TOTEN NICHT "BENUTZEN" FÜR DIE EIGENE ARGUMENTATION !!

  4. Der einzige Text, der ehrlicherweise auf einem derartigen Denkmal (wo auf der Welt auch immer) stehen dürfte, lautet: "Gestorben, weil den Verantwortlichen keine billigere Lösung ihrer Probleme einfiel." Und bitte: Das ist KEIN Zynismus, sondern (m)eine Wahrheit. Und zwar eine, über die ich am liebsten heulen würde.

    • clubby
    • 25.05.2007 um 15:05 Uhr

    ...für das Beenden der Bannzeit nach dem 2. Weltkrieg und die schrittweise Rückkehr der Bundeswehr hin zur Normalität auf die internationale militärische Bühne.

  5. das hat mit dem zweiten weltkrieg nix zu tun. die jungen leute die da ihren kopf hinhalten sind 50 jahre nach adolfs tot geboren worden wie zum teufel will man da zusammenhänge herleiten? in den usa, kanada und anderen beteiligten nationen gabs auch keinen adolf. anstatt sich in akademischen debatten gemischt mit nostalgischen erinnerungen an 68' zu ergehen sollte man einen PLAN aufstellen (nicht blos reden, konkrete planungen) wie man die jungs abziehen kann ohne das des land in chaos versinkt. also auf absehbare zeit.

    • gquell
    • 25.05.2007 um 15:53 Uhr
    8. Sinn

    Das einzige, daß mir einfällt, wäre:
    Sie Gaben Ihr Leben Für Andere

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