Bald wissen wir alles über James Watson. Sie erinnern sich? Der DNA-Pionier, die Doppelhelix! Der alte Herr hat als Erster sein Erbgut entziffern lassen. Alles, was in Watsons Genen steht glaubt man Watson, steht darin viel über Watson , wird publik. Die Firma 454 Life Sciences hat das mit ultraschnellen Leseautomaten in wenigen Wochen geschafft. Der Scoop hat nur eine Million Dollar gekostet.

Natürlich wird nun gekrittelt. Ob das etwa heißen solle, dass sich nur die Reichen und Berühmten eine schicke Genom-DVD leisten können. Craig Venter, auch er Genom-Veteran, hält dagegen: Er habe sein Erbgut auch analysiert. Wenn nämlich die Berühmtheiten der Forschung zögerten, ihre Erbanlagen offenzulegen, dann würden später, wenn die Sache billiger ist, die Jedermanns es doch auch nicht tun.

Wir finden den genetischen Striptease gut, eigentlich. Zeigt her euer Erbgut! Denn wir wüssten gern mehr. Warum kommentiert Reinhold Beckmann stets andere Spiele, als die, welche der Zuschauer sieht?

Warum schrieb Paul McCartney als Beatle einst passable Songs und dann diese Untaten? Ist erblicher Tinnitus schuld an Ebony and Ivory und Freedom? Erklären Gene uns Bonos Mädchenbrille? Fest steht: Es bedarf noch gewaltiger Fortschritte, bis die Genetik drängendste Fragen beantworten wird.

Im Fall Watson könnten wir nun in Erfahrung bringen, wie es um sein Alzheimer-Gen steht. Aber da ist der Mann heikel. Exakt das müsse als Einziges geheim bleiben, verlangt er. Relax, Jim! Sie sind fast achtzig und gewitzter, als vielen lieb ist. Da sucht einen die Demenz nicht mehr heim.