Vierzehn frisch vereidigte Botschafter werden ausschwärmen, um in Berlin, Paris, London, Tirana, Zagreb und anderswo die kosovarische Fahne zu hissen wenn, ja wenn, das Kosovo endlich unabhängig ist. Die dafür nötige UN-Resolution steckt derzeit in den diplomatischen Kanälen zwischen Washington, Brüssel und Moskau fest. Aber in Prishtina hat man bereits genaue Vorstellungen über die diplomatischen Vertretungen eines zukünftigen Staates entwickelt. Es beginnt mit der Einsicht, dass die Botschafter jeden Cent werden umdrehen müssen, bevor sie auch nur ein Stempelset anschaffen. Sieben Millionen Euro soll das erste Jahresbudget des kosovarischen Außenministeriums betragen. Ein erheblicher Teil dürfte bereits für die Mietzahlungen in Paris und London draufgehen. Ein Vorschlag: Ähnlich dem Modell der skandinavischen Länder, die ihre diplomatischen Vertretungen in Berlin in einem Haus zusammengelegt haben, könnten sich auch die Balkanländer zu einer Botschaftsgemeinschaft zusammentun. Man muss ja nicht gleich das alte Jugoslawien hochleben lassen. Aber billiger wäre es allemal.