G8-Gipfel Sturm über Heiligendamm

Auf dem G8-Gipfel will Angela Merkel den Startschuss für ein globales Klimaabkommen geben. Sie droht zu scheitern – und das nicht nur an George Bush.

Heiligendamm wird anders. Anders als alle bisherigen Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs aus den führenden acht Industrienationen. Gewöhnlich feiern die Mächtigen sich selbst bei dieser Gelegenheit und segnen nebenbei eine Erklärung ab, die ihre sogenannten Sherpas längst ausgehandelt haben. Nächste Woche an der Ostsee werden sie das Ritual nicht abspulen können; die Unterhändler haben sich heillos zerstritten und können sich nicht auf ein unterschriftsreifes Dokument einigen. Gemessen an diplomatischen Gepflogenheiten, herrscht Krieg im Kreis der G8-Länder. Klimakrieg.

Immerhin hat es der Klimaschutz erstmals zum Hauptstreitpunkt zwischen den mächtigsten Politikern der Erde gebracht. Es ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass ihr Gipfel deshalb mit einem Eklat endet. In der mehr als 30-jährigen Geschichte wäre auch das ein Novum.

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Die größten Schmutzfinken: Die 13 Staaten, die sich nächste Woche in Heiligendamm treffen, verursachen fast die Hälfte aller Treibhausgasemissionen. Zum Vergrößern der Karte klicken Sie bitte auf das Bild

Die größten Schmutzfinken: Die 13 Staaten, die sich nächste Woche in Heiligendamm treffen, verursachen fast die Hälfte aller Treibhausgasemissionen. Zum Vergrößern der Karte klicken Sie bitte auf das Bild

Angela Merkel, Gastgeberin des Events, will die Zusammenkunft zwar nicht scheitern lassen – das wäre eine diplomatische Niederlage. Vorsorglich dämpfte die Bundeskanzlerin deshalb vergangene Woche die Erwartungen an das umstrittene Gipfeldokument. Gleichwohl würde es Merkel schwer schaden, stünden am Ende im G8-Kommuniqué nur ein paar unverbindliche Sätze zur Klimapolitik. Will sie das verhindern, muss sie George W. Bush in Heiligendamm Zugeständnisse abringen. Der amerikanische Präsident ist Merkels größter Widersacher unter den G8-Führern.

Am Freitag vergangener Woche endete das letzte planmäßige Sherpa-Treffen, und es endete im Streit. Merkel hatte ihren Chefunterhändler Bernd Pfaffenbach, einen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, angewiesen, hart zu bleiben. Den gleichen Auftrag hatte allerdings David McCormick, Bushs Verhandlungsführer. Auch in seinem vorletzten Amtsjahr will sich der US-Präsident vom G8-Klub nicht dazu drängen lassen, seine alles andere als ambitionierte Klimapolitik zu revidieren – während Merkel Fortschritte in der internationalen Klimaschutzpolitik zum Erfolgsmaßstab ihrer Kanzlerschaft gemacht hat.

Die deutsche Regierungschefin, die einst als Umweltministerin maßgeblich an den Verhandlungen zum Kyoto-Protokoll beteiligt war und als ausgezeichnete Kennerin der Materie gilt, will sich als Klimaretterin einen Namen machen. Ihrer Doppelpräsidentschaft bei der EU und bei der G8 liegt deshalb ein ungeschriebenes Drehbuch zugrunde. Der erste Akt verlief wunschgemäß: Als Präsidentin des EU-Rates konnte Merkel Anfang März Europa auf anspruchsvolle Klimaschutzziele festlegen. In Heiligendamm, Schauplatz des zweiten Aktes, will sie den informellen Klub der G8-Staaten auf ähnlich weitreichende Absichtserklärungen verpflichten – und auf diese Weise die Voraussetzung dafür schaffen, dass auch der dritte und wichtigste Akt gelingt: ein Durchbruch bei den Klimaschutzverhandlungen, zu denen sich auf Einladung der UN Anfang Dezember die Umweltminister sämtlicher Staaten auf Bali versammeln.

Ihr Grund ist triftig: Soll der internationalen Klimapolitik nicht schon in wenigen Jahren die völkerrechtliche Grundlage abhandenkommen, müssen sich die Umweltminister bald auf eine Anschlussregelung für das Kyoto-Protokoll einigen; die Abmachung verliert im Jahr 2012 ihre Gültigkeit. Bisher scheiterten jedoch alle Versuche, für die Zeit danach einen neuen Klimaschutzvertrag auszuhandeln, an unüberbrückbaren Gegensätzen zwischen den 190 Nationen. Insbesondere die USA, größter Emittent von Treibhausgasen und nicht einmal Vertragspartei des Kyoto-Protokolls, verweigern sich beharrlich einem neuen Reglement, solange sich nicht auch Schwellenländer wie China und Indien zur Begrenzung ihrer Luftverpestung verpflichten. Doch die verweisen darauf, dass ihre Bürger pro Kopf nur kleine Sünder sind und die ausbeuterischen Industrieländer ohnedies eine historische Schuld tragen. Also lehnen sie völkerrechtlich verbindliche Zusagen ab, solange die USA beim Klimaschutz zögern. Der Streit um die Gerechtigkeit blockiert den Kampf gegen die Erderwärmung.

Diese Doppelblockade will Angela Merkel aufbrechen. Die Führer der G8-Länder sollen sich nach ihrem Willen auf eine Botschaft einigen, die den in einem halben Jahr tagenden Umweltministern grünes Licht für den Start von Verhandlungen gibt. Deshalb, ihr wichtigstes Ziel in Heiligendamm, will Merkel die G8 auf das Versprechen festlegen, die Erderwärmung auf einen Temperaturanstieg von nicht mehr als zwei Grad zu begrenzen. Außerdem sollen sich die G8 nach dem Willen der Kanzlerin darauf einigen, den weltweiten Treibhausgasausstoß bis Mitte des Jahrhunderts zu halbieren und die Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent zu steigern. Und sie sollen ihren Segen dazu geben, das klimaschädliche Kohlendioxid durch Emissionspreise zu begrenzen. Nach dem Generalplan soll dann im Jahr 2009 ein neuer Klimaschutzvertrag verabschiedet werden. Anschließend blieben drei Jahre für die nationalen Ratifikationsprozesse.

Im Grunde geht es Merkel nur um ein paar Sätze – und um ein paar Ziffern. Die aber haben das Zeug dafür, den Gipfel zu sprengen. Denn die US-Regierung ist fundamental dagegen.

Die Wissenschaft hat Merkel auf ihrer Seite. Nicht nur der UN-Klimarat, der kürzlich einen neuen Sachstandsbericht ablieferte, rät dringend zum Handeln. Auch die Wissenschaftsakademien sämtlicher G8-Nationen sowie jener fünf Schwellenländer, die der Zusammenkunft in Heiligendamm beiwohnen, einigten sich kürzlich auf einen Appell an die Staats- und Regierungschefs. Den Aufruf hat auch Ralph J. Cicerone, Präsident der amerikanischen Academy of Science, unterzeichnet.

Statt für die Umwelt zu kämpfen, schimpft man auf die Wissenschaftler

Der Atmosphärenforscher ist längst nicht der einzige wichtige Akteur in den USA, der die Bush-Regierung drängt. General Motors, nach Toyota der größte Autohersteller der Welt, ist vor Kurzem einer Initiative beigetreten, die sich für konsequenten Klimaschutz in den Vereinigten Staaten starkmacht. Der Nationale Kirchenrat macht Druck, die Gouverneure von fünf Bundesstaaten aus dem amerikanischen Westen ebenso wie die von zehn Ostküstenstaaten, die Pläne für einen Emissionshandel à la Europa schmieden. Obendrein haben sich mehr als 500 Bürgermeister des Landes zu einer Allianz zusammengetan, um in ihrem jeweiligen Sprengel den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu senken. Und nachdem bekannt geworden war, wie energisch sich Bushs Unterhändler gegen Merkels Vorschläge wehrten, schrieben die Vorsitzenden von 15 Ausschüssen des Repräsentantenhauses einen Brandbrief an den US-Präsidenten: Sie seien »tief bestürzt«, lautet der erste Satz.

Die von vielen Europäern aufmerksam registrierte Bewegung jenseits des Atlantiks täuscht allerdings darüber hinweg, dass die Klimaskeptiker in den USA nach wie vor stark sind. Als größter Bremser innerhalb der Regierung gilt Dick Cheney, Vizepräsident der USA und früher Chef von Halliburton, einem texanischen Konzern, dessen Kerngeschäfte Energieversorgung, Ölförderung und -handel sind. Exxon, der größte private Ölkonzern der Welt, unterstützt laut einer Analyse von Greenpeace nach wie vor Thinktanks, die den menschlichen Einfluss auf das Klima leugnen oder relativieren. James Inhofe, Republikaner aus Oklahoma und Obmann im Umweltausschuss des Senats, behauptet, nicht der wachsende CO₂-Ausstoß, sondern die Computermodelle der Klimaforscher bedrohten die Erde. Vor allem aber sind die amerikanischen Wähler überhaupt nicht davon überzeugt, dass die Bekämpfung der Erderwärmung zu den drängendsten Herausforderungen des Landes gehört. Unter den Top-Ten-Problemen der Amerikaner rangiert die Ökologie auf dem letzten Platz – nach Irak, Terrorismus, Konjunktur, illegaler Einwanderung und, und, und. Umweltthemen trieben die Amerikaner derzeit nicht sonderlich um, so die Erkenntnis des Meinungsforschungsinstituts Gallup – und wenn, dann seien es andere als global warming: verschmutztes Trinkwasser oder Giftmüll etwa. Der Treibhauseffekt rangiert erst auf Rang acht. Nur 41 Prozent der Amerikaner sind deswegen »sehr besorgt«, kaum mehr als im Jahr 2000.

Kanada, Russland und Japan sperren sich ebenfalls – aber nicht so sehr

Mit seiner Weigerung, Merkels Agenda beim G8-Gipfel zu folgen, ist der US-Präsident in bester Gesellschaft – zumal auch andere Gipfelteilnehmer von Merkels Klimaschutzambitionen nicht überzeugt sind: Kanada, Russland und Japan – neben den USA seien auch diese Länder »schwierige Kantonisten«, heißt es im Berliner Kanzleramt. Dennoch sei ein Minimalkonsens »besser als kein Konsens«.

Eine als Konsens verbrämte Niederlage musste Merkel bereits einstecken. In der Deklaration des Gipfeltreffens zwischen der EU und den USA Ende April verweigerte sich Bush dem Bekenntnis, den Anstieg der Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Kurz darauf scheiterten die Europäer auch bei der UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung mit einem wichtigen Vorhaben. Bestimmte ökologische Fortschritte sollten fortan besser überprüft werden. Nicht mit Amerika!

Um sich der Rolle des ewigen Neinsagers zu entledigen, haben sich Bushs Unterhändler für den Gipfel in Heiligendamm eine besondere List ausgedacht: Ende vergangener Woche gingen sie in die Offensive und schlugen vor, Klimapolitik in Zukunft weitgehend außerhalb der UN zu organisieren. Die größten Schmutzfinken – die G8-Länder und eine Handvoll führender Schwellenländer – sollen danach zu Protokoll geben, wozu sie in puncto Klimaschutz bereit sind. Der Charme der Idee: In einem vergleichsweise kleinen Kreis wäre die Verständigung einfacher als in den Mammutgremien der Vereinten Nationen. Nur – verpflichtend wären die Zusagen der Klimasünder nicht. Stattdessen würde die Zuständigkeit der UN für das Menschheitsthema Klima ausgehebelt – was Merkel auf keinen Fall will. Nun sollen sich die Sherpas am kommenden Montag noch einmal treffen, um zu retten, was zu retten ist.

Unversehens hat der amerikanische Vorschlag die Herausforderung für die Kanzlerin wachsen lassen. In Heiligendamm muss sie nun nicht mehr nur darum kämpfen, möglichst viele ihrer eigenen Ambitionen zu retten; als Gastgeberin muss sie sich obendrein auch konstruktiv mit dem US-Vorschlag auseinandersetzen. Beides miteinander zu vereinbaren stellt aber nicht nur höchste Ansprüche an Merkels Verhandlungsgeschick, sondern auch an diplomatische Formulierungskunst. Ob am Ende vom Heiligendammer Gipfel noch das von der Kanzlerin erhoffte Signal ausgeht, dem internationalen Klimaschutzprozess wieder Schwung zu verleihen, ist eine Woche vor dem Eintreffen der Staats- und Regierungschefs überaus fraglich. Unter Angela Merkels Beratern greift denn auch Zynismus um sich – nach dem Motto, wie einer von ihnen sagt: »Wer kämpft, lebt.«

 
Leser-Kommentare
    • WIHE
    • 30.05.2007 um 13:55 Uhr

    Ich sehe kein besonderes deutsches Interesse am Klimaschutz.
    Wenn es bei uns wärmer wird, dann dürfte es dem Fremdenverkehr an Nord- und Ostsse nur nützen.
    Schon in diesem warmen Winter habe ich einige hundert EURO an Heizkosten gespart.
    Meinetwegen kann es mit der Klimaerwärmung so gut vorangehen wie bisher.
    Wenn den USA dann der Sand ihrer Prärie im mittleren Westen wieder davonfliegt wie in den dreißiger Jahren, dann ist es ihr Problem, wenn es in China zu trocken wird, dann das Problem der Chinesen.

    Ich finde, wir Deutsche sollten uns beim Kampf um ein kühles Klima nicht zu weit aus dem Fenster hängen.
    Im Zweifel geht das alles auf unsere Kosten und andere haben möglicherweise den Nutzen davon, die sich keinen Deut um das Klima gekümmert haben.

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    • Anonym
    • 30.05.2007 um 15:18 Uhr

    Wo wohnen Sie?
    Im Harz? Dann haben Sie bald nicht mehr ausreichend Trinkwasser vor Ort.
    An der See? Dann jammern Sie nicht wieder bei der nächsten Sturmflut wegen immer heftigeren Stürmen und allgemein steigendem Pegel.
    Am Niederrhein? Dann wundern Sie sich nicht, wenn Ihre Nachkommen in 50 Jahren die Nordsee vor der Tür haben.
    Wen stört's? Mich nicht, schließlich habe ich dann nichts mehr damit zu tun. Genau wie mit Atommüll, dem Uralsee, den verseuchten Flüssen...
    Durch Technik schwappt der ganze Scheiss ja (unter enormen Energieaufwand) an Ihnen vorbei!

    • Anonym
    • 30.05.2007 um 15:18 Uhr

    Wo wohnen Sie?
    Im Harz? Dann haben Sie bald nicht mehr ausreichend Trinkwasser vor Ort.
    An der See? Dann jammern Sie nicht wieder bei der nächsten Sturmflut wegen immer heftigeren Stürmen und allgemein steigendem Pegel.
    Am Niederrhein? Dann wundern Sie sich nicht, wenn Ihre Nachkommen in 50 Jahren die Nordsee vor der Tür haben.
    Wen stört's? Mich nicht, schließlich habe ich dann nichts mehr damit zu tun. Genau wie mit Atommüll, dem Uralsee, den verseuchten Flüssen...
    Durch Technik schwappt der ganze Scheiss ja (unter enormen Energieaufwand) an Ihnen vorbei!

  1. Das "Menschheitsthema Klima" - schön formuliert, Herr Vorholz - interessiert scheinbar nicht wirklich. Solange meine Heizkostenrechnung dank GHG sinkt, sind mir diese Treibhausgase doch eher willkommen, oder?

    Und überhaupt: Wichtig ist doch, dass ich auf der Winner-Seite bin - sollen die anderen doch verlieren!

    Win-Lose: Dieses Spiel spielt auch der Spieler Bush. Und die anderen Großen und Kleinen, hunderte von Millionen, die **ihren** Vorteil suchen. Frei nach dem Motto: Vor uns die trockene Steppe, nach uns die Sintflut.

    Win-Win? Nord-Süd. Ökonomie-Ökologie. Ökonomie-Soziales.
    Ökologie-Soziales. Neue Stadtautobahn-Lebensqualität im Stadtquartier.Industrieländer-Entwicklungsländer. Mensch-Natur.

    Der Vorteil des einen wird zum Vorteil des anderen.

    Hierzu war offensichtlich die wirtschaftlich-technische Entwicklung der letzten 500 Jahre zu schnell, als dass jene unserer Steinzeit-Gene mithalten konnte.

    Knüppel oder Flucht: Darauf verstehen wir uns.

    Mehr geht wohl noch nicht. Oder?

    MKVEITS

    • Anonym
    • 30.05.2007 um 15:18 Uhr

    Wo wohnen Sie?
    Im Harz? Dann haben Sie bald nicht mehr ausreichend Trinkwasser vor Ort.
    An der See? Dann jammern Sie nicht wieder bei der nächsten Sturmflut wegen immer heftigeren Stürmen und allgemein steigendem Pegel.
    Am Niederrhein? Dann wundern Sie sich nicht, wenn Ihre Nachkommen in 50 Jahren die Nordsee vor der Tür haben.
    Wen stört's? Mich nicht, schließlich habe ich dann nichts mehr damit zu tun. Genau wie mit Atommüll, dem Uralsee, den verseuchten Flüssen...
    Durch Technik schwappt der ganze Scheiss ja (unter enormen Energieaufwand) an Ihnen vorbei!

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    Wie es scheint, wird der Kampf ums Überleben auf diesem sterbenden Planeten immer prekärer. Jeder kehrt nur noch vor der eigenen Tür. Wer in Deutschland hat sich je darum gekümmert, dass Tausende in Afrika an Dürre litten? Die Devise der Zukunft lautet: "Ist fatal, bemerkte Schlich. He-he, aber nicht für mich!"

    Wie es scheint, wird der Kampf ums Überleben auf diesem sterbenden Planeten immer prekärer. Jeder kehrt nur noch vor der eigenen Tür. Wer in Deutschland hat sich je darum gekümmert, dass Tausende in Afrika an Dürre litten? Die Devise der Zukunft lautet: "Ist fatal, bemerkte Schlich. He-he, aber nicht für mich!"

  2. Dann müssen die Verweigerer eben zur Not mit einem Hubschrauber aus Heiligendamm ausgeflogen werden damit wenigstens die Europäer konzentriert weiter arbeiten können. Der Rabbatz der Amerikaner ist jedenfalls nicht hinzunehmen und wird harte Konsequenzen nach sich ziehen müssen. Der Bush-Administration jetzt entgegenzukommen, nur um die Diplomatie zu retten, wäre ein grosses Verbrechen an der Menschheit.

  3. Wie es scheint, wird der Kampf ums Überleben auf diesem sterbenden Planeten immer prekärer. Jeder kehrt nur noch vor der eigenen Tür. Wer in Deutschland hat sich je darum gekümmert, dass Tausende in Afrika an Dürre litten? Die Devise der Zukunft lautet: "Ist fatal, bemerkte Schlich. He-he, aber nicht für mich!"

    Antwort auf "Wo leben Sie?"
  4. @WIHE: Also abgesehen von dem kaum zu überbietenden Egoismus (frei nach dem Motto "Was stört mich 1 Grad höhere Temperatur? Auch wenn das in Afrika vielleich starke
    Auswirkungen hat, ich zahl sicher nich 2 % mehr Steuern um dann seltener Baden gehen zu können...") ist es auch absoluter Unsinn, dass der Klimawandel Deutschland nicht (oder kaum) tangiert.

    Abgesehen von den direkten Ökologischen Auswirkungen, die mit Sicherheit in anderen Ländern weit aus schlimmer ausfallen werden, währen da noch die Ökonomischen.
    Überschreiten die
    Auswirkungen des Klimawandels erst ein gewisses Level ist eine Weltwirtschaftskrise bis hin zum kompletten Kollaps (Nahrungsengpässe, Kriege, Massenarbeitslosigkeit Inlfation) zu erwarten. Die Frage ist nur wo genau dieses
    Level anzusetzen ist, sicher nicht bei dem was jetzt schon zu spüren ist. Aber die Auswirkungen in 20 -30 Jahren sind absolut nicht absehbar, v.a. was den Einfluss bzgl. den sensiblen auf ständigem Wachstum
    beruhenden Wirtschaftssysteme angeht (die Wirtschaftsinstitute können ja meist nicht einmal das Wachstum eines Landes im nächsten Jahr auf 1% genau vorhersagen). Deshalb Klimaschutz JETZT. Und möglichst ALLE. Und wenn nicht ALLE dann soviele wie möglich, auch wenn dann ein Ami vielleicht 20$ mehr pro Monat in der Tasche hat, das kann doch kein Grund sein sich selbst zurück zu legen.

    Jetzt Egoismus an den Tag zu legen ist genau die falsche (Bush) Einstellung. Leute mit Argumenten wie den ihren, lieber WIHE, sind Schuld daran, dass mit dem Klimaschutz nichts voran geht.

    • varg
    • 30.05.2007 um 17:46 Uhr

    ...sollte man das Thema behandeln. Das geht, so leid es mir tut, jeden etwas an, egal ob Amerikaner, Chinese oder Deutschen, egal ob jemand in einem 3. Welt Land oder einer Industrienation.

    Letzen Endes sind nämlich alle auf der selben Kugel, und wenn die Ganze Kugel zu heiß, trocken, oder sonst etwas wird, sind auch alle davon betroffen. Die einen mehr, die anderen weniger.

    Ich erinnere mich noch an den letzten gelben Himmel in München. Sand von der Sahara, und die ist immerhin ein Stück weg. Dass uns in Deutschland also weniger passiert, ist eher unwahrscheinlich.

  5. machen wir uns nichts vor: Das Klima ist den Damen und Herren G8-ler völlig egal. Mir ehrlich gesagt auch. Die Autobahnen sind voll, die Flughäfen zeichnen ein Rekordjahr nach dem anderen, die PS-Protze werden weiter aufgerüstet, die übergewichtigen Kinder werden weiterhin mit dem Geländewagen in den Kindergarten/Schule gekarrt-----solange auf nationaler Ebene nichts passiert, benötigt man keine weltweite Koordination. Das ist der gleich Größenwahn, wie ihn Europa erfolglos seit Jahrzehnten praktiziert. Und solange sich der Sigmar mit seinem 20L 8-Zylinder SEL zum kleinen Knut in den Zoo karren läßt....solange wird sich nicht viel ändern.

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