Einer der jüngsten Firmenzukäufe des kalifornischen Internetriesen Google ist pikant: Das Unternehmen hat sich mit 3,9 Millionen Dollar an dem kleinen und etwas eigenartig benannten Start-up-Unternehmen 23andMe beteiligt. Für Google ist das nicht viel Geld und wäre kaum der Rede wert, wenn eine der zwei Inhaberinnen nicht Anne Wojcicki wäre, die Ehefrau des Google-Gründers Sergey Brin. Das hat Google in der vergangenen Woche in einem Bericht an die Finanzaufsichtsbehörde SEC nicht verschwiegen, und es ging nach Auskunft der Firmenleitung dabei »unglaublich regeltreu« zu. Trotzdem: Der New Yorker Branchenexperte Henry Blodget sieht darin eine »bizarre Transaktion« und einen »offensichtlichen Interessenkonflikt«.

Merkwürdig scheint der Deal zudem, weil 23andMe kaum etwas mit Googles Kerngeschäft zu tun hat: Es baut Gentechnik-Datenbanken auf.

Allerdings merkten Brancheninsider inzwischen an, dass die Gentechnik durchaus zu Google als Suchdienst passen könne: Eines Tages soll man damit zum Beispiel ermitteln können, ob es neue Medikamente speziell für die persönliche Genzusammensetzung gibt oder mit wem man alles verwandt ist.