Die Pkw-Marke Volvo ist allem Anschein nach wieder auf dem Markt. Das liegt nicht am schwedischen Autobauer selbst. Der hat ein frisches Modellprogramm zu bieten und schreibt schwarze Zahlen. Die Ursache ist allein die Misere des Mutterkonzerns Ford. Der drittgrößte Autohersteller der Welt leidet wie seine Detroiter Nachbarn General Motors und Chrysler, weil der Heimatmarkt ihm nur Verluste einträgt.

Da könnte ein Verkauf des Juwels im Markenportfolio vorübergehend die leeren Kassen füllen.

Dürfen sich die deutschen Konzerne dieses Angebot entgehen lassen? Sie sollten sogar! Zwar ist die Marke Volvo mit zuletzt rund 430000 verkauften Fahrzeugen erfolgreich. Unter den Edelmarken kommt sie gleich nach BMW, Mercedes-Benz, Audi und Lexus und in diesem Bereich lässt sich mehr Geld pro Auto verdienen als mit Massenmarken. Aber Volvo muss zum Restprogramm des Käufers passen. Der Porsche/VW-Konzern samt Audi ist mit acht Marken bereits überversorgt, Daimler tut gut daran, seine frischen Chrysler-Wunden zu pflegen bleibt BMW.

Die Bayern haben mit dem grandios gescheiterten Rover-Abenteuer schon eine Lektion hinter sich. Damals lernten sie, dass die viel beschworenen Synergien zwischen einer Luxusmarke und einer Massenmarke nur sehr begrenzt zu realisieren sind. Volvo ist ein anderer Fall bringt andere Probleme mit sich: Die beiden Firmen verfolgen technisch unterschiedliche Ansätze (Heckantrieb bei BMW, Frontantrieb bei Volvo), außerdem steckt unter den Volvo-Blechkleidern Ford-Technik.

Wichtiger aber ist, dass sich die Modellprogramme großteils decken wie soll da Mehrwert entstehen? Zudem ist es immer schwer, starke Firmenkulturen zu vereinen. Fusionswelle hin, Größenträume her Volvo passt nicht.