Doping-Skandal Eine Spirale ohne EndeSeite 2/2

Gibt es schon Gendoping?
Eher unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Die Idee kommt aus der Gentherapie, einem Forschungsfeld der Medizin, das auch für Doping interessant sein könnte. Bislang hatte die Forschung aber noch wenig Erfolg zu vermelden – stattdessen kam es im Rahmen von Studien wiederholt zu tödlichen Zwischenfällen. Gendoping wäre daher mit so extremen Risiken behaftet, dass es sinnvoller erscheint, sich vorläufig auf klassische Methoden zu verlassen.

Ist systematisches Doping im Fußball möglich?
Ja. Zwar kommt es dort nicht allein auf die physische Leistungsfähigkeit der Spieler an – wer keine Tore schießen kann, dem hilft es wenig, wenn er wie ein Wiesel auf dem Spielfeld herumrennt. Aber Spieler, die ihr Talent auch in der 90. Minute noch körperlich umsetzen, kann jedes Team sehr gut gebrauchen.

Wie führt der Bund den Kampf gegen Doping?
Der Etat der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) kommt überwiegend aus dem Bundeshaushalt – 1,4 Millionen Euro. Damit gibt Deutschland weniger für den Kampf gegen Doping aus als die Schweiz oder Finnland.

Wann gibt es ein Anti-Doping-Gesetz?
Im Juli soll es den Bundestag passieren. Vielen Kritikern geht es nicht weit genug. Blutdoping zum Beispiel soll straffrei bleiben. Und Sportler, die mit Dopingmitteln erwischt werden, haben nur etwas zu befürchten, wenn es sich um »nicht geringe Mengen« handelt. Den Besitz einer einzigen Medikamentenschachtel unter Strafe zu stellen, sei schwierig, heißt es im Bundesinnenministerium: Wann ist ein Medikament notwendig, wo beginnt der Missbrauch?

 
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