Rock Krank, krank, krankSeite 2/2

Was diese präapokalyptische Haltung so erträglich und erlösend macht, ist das leicht übergeschnappte Augenzwinkern, mit dem sie vertreten wird. Zwei ramponierte Cartoon-Glühbirnen zieren das trashige Cover. Und das Q im Namen ist so gestaltet, dass das Häkchen darin zum Samen wird, der in eine Eizelle eindringt. Es ist also doch noch Hoffnung. Im Gespräch gibt sich Josh Homme gerne unberechenbar, als genretypischer Macho mit Gewissen und als kumpelhafter Dämon, dem man seine Hörner nicht ansieht. Womöglich hat er ja tatsächlich seinen Glauben verloren, dass am Ende doch alles gut werden könnte. Era Vulgaris indes zeigt, dass er dieses Ende sieht, ernst nimmt und mit seinen Mitteln darauf reagiert: der Musik. Die lässt bei aller Brutalität nur den Schluss zu, dass wir es hier mit dem härtesten Hippie der Welt zu tun haben. Er selbst ahnt es nicht einmal. Wüsste er es, er wollte es gewiss nicht wahrhaben.

Queens Of The Stone Age: Era Vulgaris Universal

 
Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 04.06.2007 um 14:17 Uhr

    Das nenne ich mal ein Bandportrait und eine Kritik. Direkte Sprache ohne Geschnörkel, quasi durch die scharfen Klänge der rezensierten Musik bis auf die tragenden Elemente freigeschliffen. UND DAS IM FEUILLETON DER ZEIT! Im Feuilleton der Oberstufenlehrerinnen. Sagen sie Herr Jessen, mit solchen Texten kann man in die Schlacht ziehen.

  1. hi,fand die rezension auch super !es is ja auch ne super scheibe geworden;). soweit ich weiß, war allerdings der artikle draussen, noch bevor "era vulgaris" auf dem deutschen markt offiziell zu haben war. als zugegeben spontaner ZEIT-leser freue ich mich daher umsomehr, jetzt noch darauf zu stoßen und möchte noch sagen, oberstufenlehrerinnen können ganz schön klasse sein!wer auch immer noch hier hingelangt - ich werde hier nun meine damalige reaktion auf ein konzert im rahmen der o.g. veröffentlichung  "lullabies to paralyse" posten - vielleicht kann manch einer dann sogar besser nachvollziehen, was der autor an der stelle meint. soviel sei gesagt - ich bin seit erscheinen von "era vulgaris" und nach dem besuch des kölner e-werks im sommer 2007 wieder versöhnt. musik hab ich in den vergangenen beiden jahren keine mehr gemacht, fange aber gerade wieder damit an ;).review QOTSA konzert palladium / köln am
    27.06.2005 o.k., die großmutter ist vom wolf gefressen worden
    - das habe ich jetzt endlich begriffen. es gab also keinen grund, da hinzugehen.
    ich bin zu alt für märchen... das es geschenke gab, habe ich nicht erwartet. ich
    hätte auch keins verdient. obgleich auch ich für einen wahnsinnspreis eine karte
    bei ebay ersteigert hatte - für das "ausgefallene clubkonzert" - und mit anderen
    langen gesichtern in köln vor verschlossenen kantine-toren stand, wie das
    männlein im walde... ein bißchen einsatz muß halt schon sein.mal ehrlich - warum sollte die plattenfirma für den
    verlust des veranstalters aufkommen, oder so ähnlich...? ein
    märchen...vielleicht kann sich jemand vorstellen, was
    ein krankheitsbedingter ausfall von konzerten bei einer solchen band für einen wirtschaftlichen schaden
    anrichtet - das ist purer horror !! josh (und chris auch !) werden halt
    zukünftig ein bißchen besser auf ihre gesundheit aufpassen müssen!ich sage mal: zum glück
    wurden kantine-karten bereits gekauft, noch bevor die neue cd draussen war und
    per kopie von den no-more-kids auf ihre QOTSA - authentizität durchgehört werden
    konnte...und an der mangelt es ja bekanntlich laut diesen kreisen
    erheblich.was da nun am 27.06.05 im palladium geboten wurde,
    habe ich spontan als klinischen tot von QOTSA empfunden. jaha - zack,
    aufgefressen ! das ist hart, das weiß ich ! aber:
    wer harte mucke macht und mich als seinen freund haben will (originalton j.
    homme), der muß auch harte kritik vertragen können, oder ?ich will keine geschenke,
    ich will keinen nick oliveri auf der bühne sehen, und ich bin auch nicht davon
    ausgegangen, dass es das konzert meines lebens wird. ich wußte nur eben ziemlich
    bald echt nicht mehr, warum ich da hingegangen bin. ich wollte offensichtlich
    meine großmutter besuchen !auch ich will gefressen
    werden, ich hab aber keinen bock
    darauf , vollgedröhnt zu werden, mir fadenscheinige sprüche anzuhören und mich
    nachher lediglich über das durchhaltevermögen von joey castillo freuen zu
    dürfen.jaha, der wahre fan ist böse und undankbar, ebenso
    wie seine meister: ich gehöre nämlich auch zu den "königen", die es
    nie geschafft haben werden, im rockbiz "gekommen und gegangen" zu sein.
    persönlicher frust - keine frage. schließlich schleppe ich da eine kleine
    irrwitzige lieblings-band-liste mit mir rum: danzig, rollins band, soundgarden,
    ... und stehe seit über 15 jahren mit leuten im proberaum, bastel an songs und
    lyrics, während viele andere bereits abschworen - nach feierabend viva guckten -
    und mir dann sowas sagen, wie: "jo, ihr habt schon potenzial, aber ihr müßt mehr
    so und so sein..."ach leute - jedes kind weiß, dass genau in dem
    augenblick der tot des rock ´n roll eintritt !! böser wolf, aus ganz profanen
    gründen eben. ich war da doch gestern nicht der einzige, oder ?das schöne an echtem, fiesem rock `n roll ist doch,
    wenn am ende jeder zeile genau das gegenteil von dem steht, was man am anfang
    vermuten konnte. nur - wie lange kann das einer durchhalten ??homme hat jetzt bereits seit ca. 12 jahren meine
    ohren fest im griff, ob zusammen mit oliveri (tschüss du flasche ! ), johannes,
    reeder - grohl, castillo oder eben matt cameron. mit den letzten beiden QOTSA alben gab es ja auch wohl endlich mal genug
    kohle dafür - korrekt ! dass lullabies jetzt nicht das hammer-album würde, ist
    für mich verzeihlich. dass aber die qualität des konzerts und die präsenz der
    songs so zu wünschen übrig lassen würden, hätte ich nicht gedacht. zack -
    aufgefressen ! josh, du bist und bleibst mein freund. ich hoffe
    nur, dass du nicht auf den holzweg kommst. denn die nächsten desert sessions
    will ich geduldig abwarten - im august aber bleibe ich erstmal zuhause.
     gimme more ( and less is more ! ) enricoUnd es folgte: Era Vulgaris ...

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  • Quelle DIE ZEIT, 31.05.2007 Nr. 23
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  • Schlagworte Rock | Musik | Chicago | Brand | Kalifornien | Seattle
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