»Orangenhaufen«, »oranges Kasperltheater«, »Verrätergruppe«. Das BZÖ musste sich seit seiner Gründung von politischen Mitbewerbern und Beobachtern schon vieles schelten lassen. Doch trotz der inzwischen langen Liste an erprobten Synonymen für die Haider-Partei fehlen manchen Kommentatoren immer noch die Worte, wenn sie das orange Bündnis benennen sollen. Besonders kreative Zeitgenossen ersinnen dann neue Wortschöpfungen, die auf gerichtlichem Wege anerkannt oder verworfen werden. Im vergangenen Wahlkampf waren das etwa der Kabarettist Werner Schneyder (»Ich will nur dieses blau-orange Pack nicht«) oder der Schriftsteller Michael Köhlmeier (»Offensichtlich müssen die Idioten auch irgendwie vertreten sein«). Seither weiß man: »Pack« und »Idioten« gehen zumindest in erster Instanz in Ordnung, die Liste der BZÖ-Synonyme ist damit um zwei Begriffe bereichert worden. Nun tauchte ein neuer Mitstreiter im Kampf gegen die begriffliche Leere in Orange auf: Hannes Androsch, Industrieller und ehemaliger SPÖ-Finanzminister. Die Sozialdemokraten würden sich lächerlich machen, meinte Androsch in einem Interview kurz nach der Nationalratswahl, wenn sie mit der »Schlägertruppe rund um Peter Westenthaler« in Koalitionsverhandlungen einträten. Westenthaler und fünf andere hochrangige BZÖ-Vetreter, die sich angesprochen fühlten, baten um eine gerichtliche Prüfung dieser neuen Wortschöpfung. Beim Prozess am Dienstag hat Androsch einen Vergleich abgelehnt er will jetzt nämlich beweisen, dass sein Synonym nicht nur kreativ, sondern auch berechtigt ist, dass es da also tatsächlich eine »Schlägertruppe« rund um Westentaler gebe. All jene, denen zum BZÖ nach wie vor nichts Originelles einfällt, müssen sich nun leider vorerst bis Juni gedulden.