Lange Zeit geschmäht, rücken sie nun ins Visier der digitalen und werbenden Wirtschaft: die »Silver Surfer«. Sie sind über 50 Jahre alt, werden auch als »50 plus« bezeichnet und stellen bereits fast 24 Prozent der Internetnutzer. Selbst das würde niemanden interessieren, wenn nicht jeder Dritte in dieser Gruppe über ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3000 Euro verfügte. Genau das verhalf ihnen jetzt im neuesten Jahresbericht des Bundesverbandes digitale Wirtschaft zu einem eigenen Kapitel. Darin heißt es, dass ihre Präsenz im Netz in den kommenden Jahren kontinuierlich zunehmen werde. In Verbindung mit ihrer Kaufkraft mache sie das zu einer »relevanten Zielgruppe für Online-Werbung und E-Commerce«.

Frauen über 50 sind im Internet jedoch seltener unterwegs als Männer.

Sie agieren vor allem zurückhaltend, wenn es um die schnellen DSL-Zugänge geht. Fußnoten und Kleingedrucktes in den Angeboten schreckten die weibliche Kundschaft ab, fand die Unternehmensberatung Simon-Kucher & - Partners heraus. Außerdem würden Frauen durch sexistische Werbung vergrätzt. Spärlich bekleidete Mädchen auf großen Plakaten kommen eben bei Männern besser an.