Woran denken Sie zuerst, wenn Sie »Europa« hören?

»Zu Hause«. Die Werte der europäischen Länder sind sehr ähnlich, unsere Herausforderungen auch. Je mehr Zeit man außerhalb Europas verbringt, umso bedeutsamer erscheint Europa als Gedanke und als Struktur, und umso klarer werden unsere Herausforderungen. Die Welt bewegt sich so schnell, dass wir Europäer laufen müssen, um unsere Position im Vergleich mit Asien und Amerika auch nur zu halten.

Was war Ihre erste persönliche Erfahrung mit Europa?

Meine erste europäische Erfahrung war auch meine erste »globale« Erfahrung. 1967, als 17-Jähriger, habe ich einige Zeit am Atlantic College in Wales verbracht. Da gab es Studenten nicht nur aus Europa, sondern auch von anderswo auf der Welt. Ich habe Europa daher von Anfang an in einem sehr internationalen Zusammenhang gesehen. Für mich ist es nie eine Insel oder eine Festung gewesen sondern immer ein Sprungbrett in die Welt als Ganze.

Warum ist es gut, dass Ihr Land zur EU gehört?

Finnland hat gewaltig von der EU-Mitgliedschaft profitiert. Die EU und die Währungsunion haben der finnischen Wirtschaft ein stabiles Umfeld verschafft, und die Union hat der finnischen Politik Disziplin und Orientierung gebracht. Die EU-Mitgliedschaft hat Finnlands internationale Stellung gestärkt und die Zusammenarbeit mit unserem östlichen Nachbarn Russland erleichtert. Finnland nimmt seine europäischen Verpflichtungen sehr ernst. Unser größter Beitrag ist vielleicht unser Bedürfnis, das Funktionieren des Systems zu erleichtern. Wir glauben wirklich, dass ein bescheidener Kompromiss oft besser ist als ein großer Krach! Wir sind sehr pragmatisch.

Womit kann oder wird Europa die Welt noch überraschen?