Er will weder Geldeintreiber genannt werden noch Filmförderer. Mäzen schon gar nicht, denn David Groenewold will den kommerziellen Erfolg.

"Film-Kaufmann" wäre die richtige Bezeichnung für seinen Beruf, sagt er. Groenewold ist Chef der Odeon Film AG sowie geschäftsführender Gesellschafter der German Filmproductions (GFP) und zählt damit zu den erfolgreichsten Investoren der deutschen Filmindustrie.

Mit dem Fonds der GFP das verwaltete Kommanditkapital wird auf eine dreistellige Millionensumme taxiert hat er Filme wie Neues vom Wixxer, Hui Buh das Schlossgespenst, Elementarteilchen, aber auch Fernsehproduktionen wie Das Wunder von Lengede mitfinanziert. Er macht, was sich rechnet. Oder: Er hilft, es so zu machen, dass es sich rechnet. Zum Beispiel indem er Filme wie Valeska Griesebachs Sehnsucht im Ausland vermarkten lässt.

Mit Oliver Berben (Jahrgang 1971) und Christian Becker (Jahrgang 1972), dem Geschäftsführer der Rat Pack Filmproduktion, zählt sich Groenewold zu den "Jungtürken" des deutschen Filmgeschäfts, ein Rebell ist er freilich nicht. So schätzt er die "engagierte Arbeit" und "Berechenbarkeit" der oft kritisierten Filmförderung in Länderhoheit.

Dort wiederum hat Groenewold einen guten Ruf. Eva Hubert, Chefin der Hamburger Filmförderung, lobt, dass sich Groenewold immer auch für schwierige Projekte von kleinen Produzenten eingesetzt habe, "die auf den ersten Blick nicht hundertprozentig kommerziell waren".

Dass Groenewold nicht allein die Liebe zum Film motiviert, erfuhren Beobachter spätestens im April 2006. Da übernahm der Medienfonds GFP die Mehrheit an der Produktionsfirma Odeon. Sieben Stunden soll die Sitzung gedauert haben, bis der hartnäckige Groenewold die Investoren von diesem Schritt überzeugte. Die Odeon AG gilt als solides, eher etwas langweiliges Produktionshaus, das sich auf TV-Produktionen und Serien wie Ein Fall für Zwei, Der letzte Zeuge, Wolffs Revier oder SK Kölsch spezialisiert hat. Mit der Ruhe war es dann aber vorbei. Die Firmenzentrale wurde von München nach Berlin verlegt. In den neuen Büros an der Gotzkowskybrücke residiert Groenewold seit dem 1. April nun auch als Vorstandsvorsitzender der Odeon AG. Das Kerngeschäft soll bleiben, zusätzlich wurde rasch ein Filmvertrieb gegründet und die agile Firma Hofmann & - Voges, bekannt für Soaps wie Türkisch für Anfänger oder Til-Schweiger-Filme (Wo ist Fred?), unter das Odeon-Dach genommen Zukäufe nicht ausgeschlossen.

Finanzierung und Produktion will Groenewold hübsch getrennt halten: "Ich habe bis dato noch keinerlei Finanzierungsgeschäfte mit der Odeon betrieben und beabsichtige das auch nicht." Die Medienfonds der GFP sollen weiter zur gesamten deutschen Produzentenlandschaft Verbindung halten. Da Branchenkreise für die Odeon nur ein Umsatzvolumen von 80 bis 100 Millionen Euro erwarten und ein großer Fernsehfilm wie Sturmflut acht bis zehn Millionen Euro kostet, wird eine weitere Expansion des Fonds erwartet.