G8-Gipfel Die WeltverbessererSeite 3/3
Fehlt globalisierungskritisch gesinnten Ökonomen also plötzlich der klare Gegner? Geht ihnen das Material für grundsätzliche Debatten aus?
Die Aktivistin Bullard hofft, dass der Aufstieg der Schwellenländer Asiens und Lateinamerikas das verhindert. Das Wachstum der neuen Tiger bringe eine Reihe von Problemen mit sich, für deren Lösung noch kein Patentrezept gefunden sei, über die aber die globalisierungskritische Szene viel wisse.
Der Rohstoffhunger Chinas, die zunehmende Wasserverschmutzung und die drohende Klimakatastrophe werden nach Ansicht Bullards bald »einen wesentlichen Wertewandel« auslösen: Die ökonomische Debatte drehe sich dann nicht mehr nur darum, wie ein schnelleres Wirtschaftswachstum die Probleme der Welt lösen könne, sondern auch um die Grenzen dieses Wachstums. »Wir müssen unsere Volkswirtschaften dazu bringen, in einem umweltverträglichen Rahmen zu funktionieren«, sagt Bullard. Dieser Gedanke führt für die Ökonomin automatisch zu Fragen der Fairness und Verteilungsgerechtigkeit, wie sie auf den Treffen der Globalisierungskritiker schon immer diskutiert wurden – die aber kaum einmal Debatten unter den klassischen Ökonomen auslösten. »Die reichen Länder sollten dafür zahlen, dass etwa in China ausreichend öffentliche Verkehrsmittel gebaut werden«, glaubt die Aktivistin. »Dann ermöglichen wir den Leuten dort, sich umweltgerechter zu verhalten.«
Ein mehrheitsfähiger Vorschlag? Wohl nicht. Aber wieder eine konstruktive, ökonomisch begründete Idee der globalisierungskritischen Bewegung.
- Datum 05.06.2007 - 07:43 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 07.06.2007 Nr. 24
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Ach, wenn man doch das Rad der Geschichte zurückdrehen
könnte! Es ist bedauerlich, dass die stillen, klugen Intellektuellen mit ihren Weltverbesserungsideen durch den Krawall ihrer lauten Genossen nicht zu Worte kommen und jeder Glaubwürdigkeit beraubt werden. Die Welt urteilt stets nach der Gesellschaft, in der man sich bewegt.
...ist eine thailändische, keine philippinische Organisation.
"Focus was established in Bangkok in 1995 and is affiliated with the Chulalongkorn University Social Research Institute." (Quelle: http://www.focusweb.org/w...)
Wirklich nicht? Komisch, dass im Artikel keine einzige Idee der "nicht-Kritiker" zitiert wird.
"Verteilungsgerechtigkeit" ist kein oekonomischer Begriff, sondern ein politischer, wenn man unter der richtigen Begriff sucht fuellt die Literatur zur Umverteilung Baende...
Vorschlag zuer Guete: wenn sie irgendeine neue Idee bei Globalisierungsgegnern finden, die nicht a) struntzdumm oder b) uralt ist, lassen Sie den Rest der Welt daran teilhaben.
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