Das Potenzial scheint riesig: Jeder dritte deutsche Autofahrer will angeblich beim nächsten Autokauf »bestimmt« oder »mit großer Wahrscheinlichkeit« ein Hybridfahrzeug erwerben, ergab eine jüngst vom Autozulieferer Continental vorgestellte Umfrage. Dabei bieten in Europa bislang nur Toyota und sein japanischer Konkurrent Honda in einigen Modellen die Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor serienmäßig an – mit etwas unterschiedlicher Technik. Den Toyota Prius und den Geländewagen Lexus RX 400h etwa kann man über kurze Strecken rein elektrisch fahren, beim Honda Civic unterstützt der Elektromotor das Benzinaggregat (mild hybrid). Beide Konzepte führen zu ähnlich hohen Einsparungen – vor allem im Stadtverkehr.

Obwohl der neuen Technologie eine große Zukunft prophezeit wird, halten sich die tatsächlichen Verkäufe bislang noch in engen Grenzen. So wurden vom bekanntesten Hybridmodell Toyota Prius europaweit im vergangenen Jahr nur knapp 23.000 Einheiten (davon 3.000 in Deutschland) verkauft. Hinzu kamen etwa 16.000 Lexus-Hybride. Dabei setzte Toyota inklusive Lexus insgesamt rund 1,1 Millionen Autos in Europa ab. Doch Toyota-Chef Katsuaki Watanabe hat angekündigt, über kurz oder lang in allen Fahrzeugklassen ein Hybridmodell anzubieten. Bei Lexus gibt es in Europa neben dem RX 400h die Limousine GS 450h, demnächst folgt das Flaggschiff LS 600h.

Die deutschen Hersteller betonen zwar, dass ihre effizienten Diesel auf Landstraßen gleichwertig seien und bei Autobahnfahrten sogar weniger Kraftstoff verbrauchten, dennoch arbeiten sie derzeit mit Macht an eigenen Hybridvarianten. Mercedes kooperiert dabei mit dem Erzrivalen BMW, Porsche hat sich mit VW/Audi zusammengetan, und die großen Zulieferer wie Bosch, Conti, ZF oder Getrag entwickeln passende Komponenten. Spätestens 2009 wollen die Deutschen Toyota mit Hybridtechnologie Paroli bieten. Dietmar H. Lamparter