Viele können nur das eine oder das andere: Menschen oder Landschaft. Jeanloup Sieff, der in den siebziger Jahren mit kunstvoll ausgeleuchteten, meist mit einem Weitwinkelobjektiv aufgenommenen Mode- und Aktbildern berühmt wurde, konnte beides. Die Düsseldorfer Ausstellung Inédit – Unveröffentlichtes zeigt nun vor allem solche Motive, die man dem vor sieben Jahren verstorbenen Hausfotografen von »Elle« und »Harpers Bazaar« nicht ohne Weiteres zugeschrieben hätte: Porträts, die wie Schnappschüsse wirken, Großstadtszenen, die aus der Hüfte geschossen sein könnten, und menschenleere Weltgegenden (unser Foto: Death Valley, Kalifornien, 1977). Sieff, der seine (Akt-)Modelle oft so entrückt darstellte, als wolle er sie vor dem Auge des Betrachters schützen, komponiert seine Landschaftsbilder nach einem ähnlichen Prinzip: Mit ihren harten Kontrasten und der irreal anmutenden Geometrie wirken sie wie wunderschöne Kulissen für einen Film – oder das nächste Shooting. STF

Jeanloup Sieff: »Inédit – Unveröffentlichtes«. Bis 28. August. NRW-Forum Kultur und Wissenschaft, Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf. Di. bis So. 11 bis 20 Uhr, www.nrw-forum.de