Klima-Gipfel Amerika wird grün

George W. Bush steuert beim Klimaschutz allmählich um. Sein Volk, viele Politiker und sogar die Industrie zwingen ihn dazu.

Washington

George W. Bush ist mal wieder Stein des Anstoßes. Von außen wie von innen wird er bedrängt, sich endlich in Sachen Klimaschutz zu bewegen. Nun hat er einen Schritt getan. Ist er wirklich noch der große Verhinderer? Und kann er überhaupt noch etwas verhindern?

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In einem Präsidialsystem konzentriert sich der Blick der Öffentlichkeit gern auf die Person an der Spitze. Sie ist immerhin in Personalunion Staats- und Regierungschef. In dieser Perspektive verschmelzen George Bush und sein Land. Amerika erscheint als klimapolitischer Bremser. Schon kurz nach Amtsantritt erklärte Präsident Bush das Klimaschutzabkommen von Kyoto für untauglich und kündigte eine eigene Initiative an. Dafür nahm er sich sechs Jahre lang Zeit. In einer Art Klimacoup buchstabiert er nun seine Vorstellungen zum G8-Gipfel von Heiligendamm erstmals aus. Klar, durch das Präsidentenprisma betrachtet, unternimmt Amerika zu wenig und das auch noch zu spät.

Doch Amerika ist zugleich ein föderaler Bundesstaat. Nirgends überlässt eine Verfassung Gebietskörperschaften so viel Macht. Anders als in den meisten Staaten Asiens und Europas verbreiten sich Ideen nicht aus dem Zentrum an die Peripherie. Angetrieben von einer machtvollen Zivilgesellschaft, finden sich inmitten von Amerikas Hyperpluralismus überall politische Unternehmer, die wie Inkubatoren auf das System einwirken. Durch das Prisma des Föderalismus betrachtet, ist Amerika ein Labor der klimapolitischen Veränderung. Wer nicht nur im Weißen Haus sucht, kann sich kaum retten vor Nachrichten aus dem ergrünenden Amerika. Ein kleiner Überblick aus den Wochen vor dem G8-Gipfel:

Eine neue Vereinigung aus Umwelt- und Industrieverbänden arbeitet an Energiesparstandards für Beleuchtungen. Wird der Vorschlag Gesetz, brennen in den Vereinigten Staaten binnen zehn Jahren nur noch Energiesparlampen.

Das Finanzhaus JP Morgan gründet eine Investitionsabteilung für alternative Energien, um den Kampf gegen Klimagase zu finanzieren. Ähnliche Betriebseinheiten haben schon andere Banken gebildet. CitiGroup will im kommenden Jahrzehnt rund fünfzig Milliarden Dollar in Projekte stecken, die den Kohlendioxid-Ausstoß verringern.

Die Solarindustrie im kalifornischen Silicon Valley schließt sich zum Verband SolarTech zusammen und will die Region zum globalen Innovationszentrum für Sonnenenergie ausbauen – genauso wie dies einst für die Computer- und Biotechnologie geschah. Die Kombination aus Unternehmergeist, exzellenten Universitäten und Risikokapital könnten, so der Plan, aus Silicon Valley ein Solar Valley machen. Allein im vergangenen Jahr haben Risikokapitalfirmen dort ihre Investitionen in saubere Technologien um 266 Prozent erhöht.

TXU, eine texanische Energiefirma, wollte elf abgasspeiende Kohlekraftwerke bauen. Als zwei Private-Equity-Fonds die Firma übernahmen, veränderten sie sofort die Pläne und stimmten sich dabei mit Umweltorganisationen ab. Nun sollen nur noch drei Kohlekraftwerke gebaut werden. Der neue Konzern setzt sich für Abgaslimits ein, investiert 400 Millionen Dollar in die Energieeffizienz und verdoppelt seine Investitionen in die Windkraft.

Die tägliche Flut von Nachrichten zeigt: Amerika hat ein Klimawandel in der Klimafrage erfasst. »Das Land«, meint Peter Goldmark von der Umweltorganisation Environmental Defense, »erlebt eine gedankliche Revolution.« Gemeinsam mit dem deutschen Klimaexperten Ernst Ulrich von Weizsäcker von der University of California schreibt Goldmark: »2006 und 2007 werden als jene Jahre gelten, in denen Amerika sich entschloss, die Erderwärmung als gravierende Krise zu begreifen.« Nach Umfragen von New York Times und CBS News glauben inzwischen 84 Prozent der Amerikaner, dass der Mensch dazu beiträgt, den Planeten anzuheizen. 90 Prozent der Demokraten, 84Prozent der Unabhängigen und 60Prozent der Republikaner fordern umgehend politische Konsequenzen. Neben dem irakischen Dauerbluten hat Amerika sein zweites Thema entdeckt.

Die Stadt New York möchte bald Umweltprimus sein

Diese Mehrheit ist es, die ihre politische Klasse und vor allem ihren Präsidenten vor sich hertreibt. »Die Linke kontrolliert die Agenda«, meint Amy Myers Jaffe, Energieexpertin der texanischen Rice University. »Sie setzt ihr Programm in den Kommunen und Bundesstaaten um.« Freilich gesellen sich zunehmend Republikaner zur Basis-Allianz der Demokraten. Dem Klimabündnis von 522 Städten, das vom linksliberalen Seattle ausging, treten nun auch Kommunen aus dem konservativen Kernland bei. Vor ein paar Wochen setzte sich das republikanisch regierte New York an die Spitze. Bisher produziert die Metropole ein Prozent der Klimagase Amerikas. Bürgermeister Michael Bloomberg will das ändern – durch drastische Reformen der Energiegewinnung, des Verkehrs und der Gebäudeisolierung. Wenn New York die 127 Einzelmaßnahmen des Bürgermeisters umgesetzt hat, soll die Stadt der Umweltprimus der Welt sein.

New York liegt in einer Region aus neun Bundesstaaten, die sich klimapolitisch mit Kalifornien verbündet und von der Bundesregierung abgekoppelt haben. Die Nordoststaaten nutzen ihre verfassungsmäßigen Freiheiten. Ihnen obliegt nämlich die Aufsicht über die Kraftwerke. Für deren Abgase plant das Staatenbündnis ein System des Emissionshandels.

Kalifornien geht noch weiter. Es nutzt Lücken im Gesetz, um selbstständig Vorschriften zur Reduzierung von Auspuffabgasen machen zu können. Der Bund bekämpft den kalifornischen Parforceritt vor Gericht. Gemeinsam mit seiner republikanischen Kollegin Jodi Rell aus Connecticut hält Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger in der Washington Post dagegen: »Schlimm genug, dass der Bund die Bedrohungen aus der Erderwärmung nicht ernst genug nimmt. Aber es grenzt an ein Dienstvergehen, dass Washington Staaten wie Kalifornien und Connecticut daran hindert, selbst für Wohlfahrt und Gesundheit ihrer Bürger zu sorgen. Die Bundesregierung sollte endlich unser Partner werden oder aus dem Weg treten.«

Der grüne Terminator macht inzwischen seine eigene Umweltaußenpolitik. Mit den kanadischen Provinzen Manitoba, Ontario und British Columbia hat er Klimapakte unterzeichnet. Damit verpflichten sich erstmals Regionen innerhalb wie außerhalb der Kyoto-Zone auf dieselben Klimaziele.

In Alaska lassen sich die Folgen der Erwärmung besonders gut studieren

Amerikas rasanter Klimawandel kommt nicht (allein) vom Himmel. Wohl hat das Wetter Einfluss auf die Psyche der Amerikaner, aber andere Ursachen sind äußerst irdisch: Wissenschaft, Wirtschaft und Wahlen. Natürlich haben die Fachleute der Bevölkerung erklärt, dass Hurrikan Katrina, der im August 2005 New Orleans verwüstete, für sich genommen, keine Folge des erwärmten Meeres gewesen sei. Allerdings erinnern sich die Menschen auch an den zweiten Teil des wissenschaftlichen Arguments, wonach steigende Temperaturen »die Zahl extremer Wetterereignisse« erhöhen könne. Einen besseren Beleg als eine zerstörte Stadt kann sich niemand vorstellen. So fällt der Beginn des Meinungsumschwungs nicht zufällig mit dem Untergang der Stadt New Orleans zusammen. Man kann eben auch aus falschen Gründen zu richtigen Einsichten kommen.

Beglaubigt von Al Gore und seinen Hollywood-Heerscharen, finden immer neue Tartaren-Meldungen aus der Wissenschaft ihr Publikum. Amerika hört inzwischen beständig von schmelzenden Gletschern und vom schrumpfenden Lebensraum der Eisbären. Alaska ist zum Anschauungsobjekt geworden. Von Hochhäusern in Anchorage ist zu lesen, die im auftauenden Permafrostboden wie nach Bergschäden absacken. Das Land lernt von unbekannten Insektenplagen in nördlichen Wäldern und plötzlich enteisten Dörfern der Eingeborenen. Die Ansicht des konservativen Senators James Inhofe, der die Erderwärmung für »den größten Scherz der amerikanischen Geschichte« hält, wird selbst zum Scherz. Der jahrelang währende Streit um die Glaubwürdigkeit der Theorie von der menschengemachten Erderwärmung gilt plötzlich als entschieden. Das letzte Wort hat der frisch ergrünte Gouverneur Schwarzenegger: »Wenn 98 Ärzte meinem Sohn sagen, er sei krank und brauche Medizin, zwei das aber bestreiten, so traue ich logischerweise den 98.«

Noch vor Kurzem hatten Teile der amerikanischen Wirtschaft geholfen, Zweifel am Hitzestau der Erde zu säen. Großunternehmen finanzierten Anzeigenkampagnen und Auftragsforschung. Inzwischen traut sich nicht einmal mehr der Ölmulti ExxonMobil vor, einst der Beelzebub für die Umweltschützer. Stattdessen kleiden sich die Konzerne grün, allen voran Unternehmen wie General Electrics und BP, Alcoa und ConocoPhillips. Sie bilden den Kern des Climate Action Partnership, einer rasant wachsenden Initiative von Konzernen und Umweltgruppen. Ihre Forderung lautet: Die US-Regierung soll endlich per Gesetz gegen Treibhausgase vorgehen.

Die Unternehmen eint ihr Ziel. Ihre jeweiligen Motive unterscheiden sie. Da sind einmal jene, die eine moralische Verpflichtung zu schnellem Handeln sehen. Dann jene, die lieber sofort handeln wollen, bevor eine neue Regierung in Washington noch schärfere Bestimmungen verabschiedet. Schließlich jene, die nicht länger mit dem regulativen Flickenteppich aus Schwarzenegger-Staaten und Verweigerer-Staaten leben wollen. Vor allem aber setzt sich die Erkenntnis durch, dass die politische Strategie der Unternehmen zuletzt ökonomisch zweifelhaft war. Schärfere Abgasstandards für Autos abzuwehren hat die Autoindustrie von Detroit nicht gerettet, sondern ihr den Anreiz zur Innovation genommen. Inzwischen hält es die Mehrheit der Unternehmen mit Expräsident Bill Clinton, der saubere Energie nicht als Last, sondern als Profitchance und Grundlage für den nächsten Boom in Amerika sieht.

Mit ihrem Meinungswandel verändert die Wirtschaft zugleich die Machtverhältnisse. Bislang verstanden sich wirtschaftsnahe Republikaner als »Ölrealisten«. Ihr Anführer, Vizepräsident Dick Cheney, hatte nach seinem Amtsantritt im Jahre 2001 gesagt, Energiesparen sei bloß »eine persönliche Tugend«, aber »keine Energiepolitik«. In diesem legendären Zitat spiegelt sich die Ansicht, dass Amerika für Jahrzehnte auf fossile Brennstoffe, vor allem Öl, angewiesen sei. Erneuerbare Energien und Energieeffizienz müssten deshalb Randphänome bleiben

Die konservative Koalition der »Ölrealisten« schrumpft nicht nur, weil die Wirtschaft ergrünt. Evangelikale Christen, ansonsten treuer Teil der republikanischen Parteibasis, erkennen im Kampf gegen die Erderwärmung nun den biblischen Auftrag zur »Bewahrung der Schöpfung«. Die Bauern des Mittleren Westens fallen langsam von dieser Basis ab. Sie hoffen auf eine neue Energiepolitik, die Biosprit und damit ihren Mais subventioniert. Zudem schließen sich die Außenpolitiker der Partei nunmehr dem Umweltflügel der Republikaner an. Sie wollen die Abhängigkeit von Öl aus dem Nahen Osten reduzieren und damit die politische Handlungsfähigkeit Amerikas sichern helfen. Es scheint, als strebe die Partei eine Rückverwandlung zu den Idealen des Teddy Roosevelt an, der als politischer Ahnherr des Naturschutzes in Amerika gilt.

Einigkeit bricht in Washington trotzdem nicht aus. Denn Republikaner und Demokraten bevorzugen unterschiedliche Methoden, um das Erdenfieber zu senken. Die Demokraten erscheinen als die Europäer Amerikas. Genau wie ihre politischen Verwandten vom Alten Kontinent wollen sie den Ausstoß von Kohlendioxid verteuern und die Macht des Staates nutzen, um Obergrenzen für Emissionen festzulegen. Wie einer ihrer Wortführer, Senator John Kerry, sagt, müsse der Staat »Standards und Maßstäbe« setzen, damit »die Industrie folgt«. Amerika solle »Führung zeigen«. Nur dann habe man »saubere Hände« und die Autorität, »um China und Indien und die ganze Welt zu einigen«.

Diese Haltung trifft auf den erbitterten Widerstand auch jener Republikaner, denen der Kampf gegen die Erderwärmung am Herzen liegt. Sie sehen mit der Verwaltung von Emissionsrechten einen machtvollen Moloch heranwachsen – eine neue Ausgeburt des europäischen Staatsdirigismus. Der Wortführer der Rechten, Newt Gingrich, früher Sprecher des Abgeordnetenhauses, wirft der Linken vor, sie wolle Probleme immer nur »durch den Ausbau staatlicher Macht« und mit »einer größeren Bürokratie« lösen. Hinter dem Streit um die Klimaschutzgesetzgebung steckt also ein philosophischer Disput über die Verfassung des demokratischen Staates.

Statt auf neue Gesetze setzt der Präsident auf neue Technologien

Gingrich befürwortet nicht Emissionsobergrenzen, sondern Steuervorteile bei Wohlverhalten. Er will Anreize, nicht Vorschriften. Am Ende stünden »dramatisch verbesserte Autos und Kohlekraftwerke«. Gingrich glaubt: »Amerika verändert sich durch marktgerechtes Verhalten ungeheuer schnell, viel schneller als durch bürokratische Prozesse. (…) Sobald man Steueranreize einführt, werden 50000 Unternehmer versuchen, an das Geld zu kommen. Sobald man neue Vorschriften und Gesetze verabschiedet, werden 50000 Unternehmer sich einen Anwalt nehmen, um zu klagen.« Um China und Indien zu gewinnen, dürfe man keine Obergrenzen setzen, die niemand einhalte. Stattdessen müsse »eine grüne Ökonomie für China und Indien erstrebenswert werden«. Gingrich sieht die Lösung in einer »Belohnung für Einfallsreichtum und unternehmerisches Risiko, in der Förderung von Wissenschaft und Technologie sowie einer Umgestaltung des Marktes durch Anreize«.

Der Streit um die Klimaerklärung von Heiligendamm klingt wie ein Echo der inneramerikanischen Debatte. George Bush will sich partout nicht auf Emissionsobergrenzen verpflichten lassen, sondern lieber neue Technologien fördern. Die amerikanische Delegation wundert sich ihrerseits über die Bereitschaft der Europäer, sich (wie in Kyoto) auf Einsparungen zu verpflichten, die Einsparziele aber gut gelaunt zu verfehlen. Die Selbstwahrnehmung Europas als Umweltprimus gilt manchem im Team Bush als Glorifizierung der eigenen Wachstumsschwäche. Immerhin ist die amerikanische Wirtschaft seit 1990, inflationsbereinigt, um 115 Prozent gewachsen, die deutsche Wirtschaft aber nur um 25 Prozent.

Gut möglich, dass der Grundsatzstreit von Heiligendamm am Ende so wichtig nicht sein wird. Die größte Veränderung der amerikanischen Politik bleibt die Machtübernahme der Demokraten im Kongress. Allein seit Anfang Januar wurden sechs verschiedene Entwürfe zur Energiepolitik eingebracht. Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, ist angetreten, die Ideen ihrer Partei zu bündeln. Ihr Beauftragter ist der Abgeordnete Rick Boucher, der vor zwei Wochen erstmals durchblicken ließ, wie der Kompromissplan der Demokraten aussehen könnte. Danach soll es Emissionshandel sowie deutlich schärfere Abgasnormen geben. Atomkraft wie Kohlestrom werden eine Zukunft haben. Was in den kommenden Jahren innerhalb Amerikas geschieht, dürfte den europäischen Ideen stärker ähneln als den Vorstellungen des gegenwärtigen US-Präsidenten.

 
Leser-Kommentare
  1. das war doch eh klar. aber aus ein paar tendentiellen schlagzeilen in richtung "amerika ist gegen klimaschutz" anti-amerikanismus zu speisen ist in deutschland besonders beliebt da unser politischer "mainstream" nach wie vor von linken / und die sich so nennen / dominiert wird. kalifornien war schon immer weltweiter vorreiter in umweltschutz. katalysatoren lange vor uns eingeführt. und amerikaner waren immer dann besonders kraftvoll wenn es probleme zu lösen galt.

  2. - Mit der ölgeschmierten Bush-Administration ist kein Blumentopf mehr zu gewinnen.
    - Die Neocons-Nachfolger haben ja gerade deklariert: "When we winn - we will nuke Iran".
    - Auch wenn die 'Democrats' an die Macht kommen, sollte man sich keine Illusionen machen. Es gilt "America first". Nur stimmt das nicht mehr: EU, China, Ostasien, Indien und Lateinamerika haben mittlerweile 4/5 vom globalen BIP. Das wissen die Amis auch. Nur bei den Hillbillies zu Hause ist das noch nicht angekommen. Die träumen immer noch ´vom "American Empire".

  3. Als Amerikaner faellt es mir heute schwer, an diesem Tag dem 6. Juni, nicht an die 10,000 Graeber zu denken in der Naehe von den Omaha und Utah Beaches. [Mehr Amerikaner sind dort gestorben als im WTC, in Iraq und Pearl Harbor zusammen.]

    Alberne Kommentare, sogar zu einem ernsten Thema: Klima-Wandel, sind mir deshalb besonders widerlich.

    In anderen Beitraegen sagt man: "Vergesst Amerika". Gut! Auch von widerlichen Leuten begruessen wir ausgezeichnete Gedanken. Und das ist einer. Der Verfasser dieses Ausdruck hat voellig Recht. Nur tut es einem leid, wohl auch Ihnen und Ihren Freunden (viele die ich in der ZEIT durch die Leserbreife kennen gelernt habe), dass es 50 Jahre zu spaet dazu kommt, sollten wir und Sie endlich unseren Wunsch erfuellt sehen.

    Anstatt immer zu wimpern und anderen/uns Ihre Gedanken und Meinungen anzubieten, wann faengt man endlich an, sich zu ueberlegen, was man TUN kann, auf eigene Faust, mit eigenem Geld, mit eigenem Opfer.

    Mit dem Marshall Plan Geld (das uns weder 50 Jahre Freundschaft kaufen konnte oder sollte), wie Ihre Freunde es behaupten, haben wir "Kapitalisten" profitiert. Ich frage nicht wie. Sondern warum machen Sie, die keine Plutokraten und Kapitalisten sind, es uns nicht nach, nicht besser und mehr? Wo? In Palestina zum Beispiel oder im Beeka Tal. Wenn die Palestiner mehr Wohlstand dann erleben als die Israelis (wie einst die Deutschen im Vergleich mit den Englaendern, den Siegern in WW2) wuerde der Drang zur Rueckkehr und damit das Nah-Ost Problem verschwinden.

    Oder soll man soetwas nicht erwarten von einem Staat, der Liesl [diejenige die Ihrem geliebten Fuehrer die Atombombe als seine Geheimwaffe bescheren haette koennen] Ihr Land, Ihre Arbeit zu verbieten aber seinen ungeschickten Chef zu behalten, um ihn zum Nachkriegs- Nobel Preistraeger zu machen?

    Nein, wie anderswo behauptet, ich fuehle mich nicht von Ihnen, von Deutschland veralbert. Es ist unsere Schuld, dass die Beziehungen, die nie gut waren zwischen uns, heute nicht gut sind (obwohl Frau Merkel alles versucht es zu aendern) weil wir verstehen und akzeptieren, dass Sie Ihre landsleute gut und ehrlich vertreten. Und so wird es bleiben, Beziehungen werden auch nie gut in der Zukunft sein.
    [Das ist staunenswert? Warum? Letzten Ende sind wir diejenigen, die es unter Ihnen nicht aushalten konnten.]

    "Vergesst Amerika" ist der richtige Weg. Genau wie "vergesst Europa" (besonders Deutschland) das Richtige fuer Amerika ist.
    Vielleicht nur dann koennen wir hoffen, wenn wir weniger mit Worten aufeinander schiessen, dass Kugeln niemandem wieder zum Sinn kommen. Dass wir erwarten koennten an solch einem Tag wie heute (in der Zukunft), dass unser President dann wieder entscheiden muss, ob er einen Friedhof oder eine "Konferenz" der Europaer an der Ostsee besuchen sollte.

    Sie und Ihre Familie haben vielleicht Rotterdam, Coventry and Lidici vergessen aber doch nicht Dresden und Hamburg. Wollen Sie so etwas wieder erleben, oder Ihren Kindern zumuten?
    Mehr amerikanische Soldaten haben ihr Leben von deutschen Haenden verloren als von einem anderen Staat in der Welt.
    Nur eine voellige Trennung scheint Sinn zu machen. Weder ich noch Sie haben Lust miteinander auszukommen, oder?

    Frl Iridium, mit besten Gruessen

    Ihr "Dummer Esel oder Hillbilly"

  4. so what exactly is the connection you draw between fighting climate change and WWII? Okay suppose you refer to the more general criticism of the US - obviously you will get to read a lot of this when writing in a German forum. I just wonder why you even bother participating in discussions here if your aim is to "forget Germany". Referring to another commentary of yours, I would not consider the G8 a European club. It's not our fault that (so far) a number of European states fulfill the criteria of being one of the "great industrial nations". And those states cannot simply take a vote on the outcome of the conference as this conference normally takes decisions by unanimity - for the simple reason that it has no legal force to impose its decisions anyway, so all states have to "obey" voluntarily.
    Next, German-US relations are not as bad as you seem to think or would maybe like to see it. There is a lot of good will on both sides, and there have been over 60 years of peaceful and -generally- good-working cooperation by now. The problem is that ways of thinking differ across the Atlantic, and that most people are unwilling to try and understand the other one. It is admittably hard to get into such a different way of thinking, but you have already done the most important step towards promoting it by learning the other language. Now you have to accept that many Germans - especially readers of an "intellectual" newspaper - do not like the American style of argument, which they find demagogic and unscientific. You should try to sound more sober if you want to be taken seriously. That might carry us a big step further towards mutual understanding.
    So far...
    P.S. Ich schreibe auf Englisch weil es die Sprache ist auf der ich sowas meistens diskutiere. "De kracht van Europea en zijn cultuur ligt in zijn vermogen tot zelfkritiek. De Europese geest erkent dat hij grenzen heeft en aanvaardt zijn onvolmaaktheid. Andere culturen kennen deze geest van kritiek niet." Oder?
    P.P.S. es heißt erstaunlich. nicht staunenswert.

  5. .... vielleicht waere es gut, Sie wuerden nochmal den Kommentar von dgerbeth lesen.

    Ihre "Fragen" wuerden sich dann beantworten.

    Warum schreiben Sie Ihre "Antwort"/Ihren Beitrag in Englisch und nicht in Ihrer Muttersprache? Die ist doch nicht Englisch. Oder?

    PS. Der 6.6. ist Ihnen ein unbekanntes Datum? Vielleicht sind Sie zu jung.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ich finde nicht dass aus dem Kommentar von dgerbeth ersichtlich ist, wie Klimaschutz und der WWII zusammenhaengen. Und Englisch ist zwar nicht meine Muttersprache aber momentan meine meistgesprochene Sprache, und auf Deutsch fehlen mir manchmal Begriffe. Stimmt, der 6.6. ist mir kein Begriff, aber was hat der mit meinem Beitrag zu tun?

    Ich finde nicht dass aus dem Kommentar von dgerbeth ersichtlich ist, wie Klimaschutz und der WWII zusammenhaengen. Und Englisch ist zwar nicht meine Muttersprache aber momentan meine meistgesprochene Sprache, und auf Deutsch fehlen mir manchmal Begriffe. Stimmt, der 6.6. ist mir kein Begriff, aber was hat der mit meinem Beitrag zu tun?

  6. Zweifelhafter Gesinnungswandel in USA
    Verfasst von jokazur am Do, 07/06/2007 - 09:22.
    I have a dream...
    Liebend gerne würde ich daran glauben, dass sich in Sachen Klimapolitik ein ernstzunehmender Gesinnungswandel anbahnt. Doch dafür gibt es meines Erachtens viel zu viele besorgniserregende Aktionen aus den führenden Reihen der USA. Eine davon heisst "Pascua Lama" - Jüngst hat die Firma Barrick Gold (Bush Senior...www.barrick.cl/pascua_lama.htm), zwei Gletscher im chilenischen Valle St. Félix aufgekauft, um in naher Zukunft die darunterliegenden Schätze (Gold, Silber, Kupfer etc.) zu plündern. Selbstverständlich wird dieses Manöver das Schwinden der Gletscher, sowie die Verschmutzung der naheliegenden Flüsse und der gesamten Region zur Folge haben.
    Die chilenische Regierung hat bereits grünes Licht gegeben. Das Projekt wurde deshalb noch nicht in Angriff genommen, weil die Einheimischen noch umgesieldelt werden sollen...
    Welche Konsequenzen diese gnadenlose Plünderung für die Umwelt haben wird, kam man sich ja vorstellen!
    Derzeit finden diverse Unterschriften-Aktionen zur Verhinderung dieses Wahnsinns statt.
    Wir sollten nicht länger träumen, sondern aufwachen...

    • naimed
    • 07.06.2007 um 9:57 Uhr

    Die kritische Haltung gegenüber den USA in Deutschland resultiert weitestgehend aus den US-amerikanischen außenpolitischen Fehlern der Vergangenheit und Gegenwart und einer pazifistischen deutschen Grundeinstellung dieser Generation. Nehmen Sie das nicht persönlich, und nehmen Sie es vor allen Dingen nicht persönlich wenn einige Leute dumme antiamerikanistische Kommentare schreiben.
    Meine Anteilnahme gilt allen Opfern des 2.Weltkrieges, auch den amerikanischen. In meiner Ideologie gibt es keine weniger zu bedauernden Opfer, Franzosen haben genauso wie Russen, Deutsche oder Japaner in einem sinnlosen Krieg ihr Ende gefunden.. Aber das ist über 60 Jahre her.
    Jeder vierte Deutsche kommt aus einer Flüchtlingsfamilie, auch für uns ist die Erinnerung an Diktatur und Krieg nicht angenehm und für uns sind die Folgen des 2.Weltkrieges immernoch mindestens genauso spürbar wie für, den früheren Gegner und heutigen Bündnispartner(vergessen Sie das nicht!), Amerika.
    Trotzdem ist es mir absolut unverständlich was ein Verweis auf diesen Krieg in einem Kommentar das sich doch auf Klimapolitik beziehen sollte zu suchen hat.
    Sollten wir nicht all die dummen nationalistischen Vorurteile beiseite lassen wenn wir Sachfragen kommentieren.

    • koukon
    • 07.06.2007 um 12:02 Uhr

    Da sieht man mal wieder wie sehr die Meinung der amerikanischen Bevoelkerung von den Medien abhaengt. Noch vor einigen Wochen stand das Thema "Klimaschutz" einem ZEIT-Artikel zufolge noch sehr weit unten in der Liste der wichtigsten Probleme, die "Amerika zu loesen hat". Erst nachdem Rupert Murdoch (siehe auch: http://de.wikipedia.org/w... ), der Inhaber des groessten Medien-Monopol Amerikas, im Maerz anfing sich auf die "gruene" Seite zu schlagen, hat sich das Meinungsbild geaendert - und wie! Auf einmal scheinen Buendnisse fuer alternative Energien und co. nur so aus dem Boden zu schiessen. So sehr ich dies auch befuerworte, finde ich diese Medienmacht beaengstigend und der ploetzliche Meinungswechsel vieler Menschen, die Macht haben und sonst eher weniger mit Umwelt am Hut haben (Rupert Murdoch, Bush, der japanische Staatschef Abe,... - natuerlich nur in eigenen, nicht in internationalen Verhandlungen) zum in-Frage-stellen der Gruende auffordernd.

    Nur mal so: Wenn die Industrie, auch die Ruestungsindustrie, begreift, dass das die fossilen Rescourcen dieser Erde demnaechst ausgehen, was liegt da naeher, als den Verbrauch dieser in der Gesellschaft zu verteufeln (wenn auch zurecht) und Gegenmassnahmen anzugehen? In dieses Bild wuerde sich auch hervorragend der obrige Beitrag von jokazur ueber "Pascua Lama" einfuegen lassen...

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