Zweiter Weltkrieg 27 Millionen
So viele Sowjetbürger starben als Opfer des deutschen Krieges zwischen 1941 und 1945. Es ist eine Zahl, die viele hierzulande bis heute nicht kennen. Oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen
Die deutschen Beziehungen zu Russland leben augenblicklich ganz in der Gegenwart, und nach Jahrzehnten der Konfrontation im Kalten Krieg wird vor allem »Normalität« demonstriert. Die Geschichte kommt dabei nur selten in den Blick, und wenn, dann oft bemerkenswert verkürzt. So mahnen deutsche Autoren in der Beutekunstdebatte an, das Völkerrecht zu befolgen – die historische Situation, in der die strittigen Kunstschätze in die Sowjetunion kamen, bleibt in der Regel ausgeblendet. Und wenn in Moskau der 9. Mai als Tag des Sieges über Nazi-Deutschland gefeiert wird, so zeigen selbst unsere besseren Blätter gern drollige Fotos von ordenbehängten Greisen in sentimentaler Festtagsstimmung. Die russische Erregung über die Versetzung eines Ehrenmals für gefallene Rotarmisten in Tallinn gilt uns als bloß politisch inszeniert. Die historische Erfahrung der Jahre 1941 bis 1945, die Empfindlichkeit der Russen bei diesem Thema sind nicht Gegenstand unseres Interesses.
Vergegenwärtigen wir uns dieses Kapitel des Zweiten Weltkriegs, dann bewegen uns – trotz all der neueren Literatur und mancher Ausstellung in den neunziger Jahren – nicht die Erinnerungen an den deutschen Vernichtungskrieg, sondern an das elende Sterben der deutschen Soldaten in Stalingrad oder an die Schrecken des Jahres 1945. Allein für 2008 haben die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten zwei neue Großproduktionen angekündigt, in deren Mittelpunkt die deutschen Opfer der Roten Armee während der letzten Kriegswochen stehen.
Es ist zu befürchten, dass den meisten Menschen hierzulande die ungeheuerliche Dimension des Terrors, den die Deutschen in jenen dreieinhalb Jahren über die Sowjetunion brachten, bis heute nicht wirklich klar geworden ist. Die Zahl der sowjetischen Kriegsopfer dürfte manchen Nachgeborenen immer noch überraschen, erschrecken: Haben die Deutschen insgesamt, also von 1939 bis 1945, sechs bis sieben Millionen Kriegstote zu beklagen, so stehen dem 27 Millionen getötete Sowjetbürger in den Jahren 1941 bis 1945 gegenüber, davon neun Millionen Gefallene.
Das ungeheure, bis dahin in Europa ungekannte Ausmaß des Leidens hängt mit dem besonderen Charakter dieses Feldzuges zusammen. Er war – in den Worten des Militärhistorikers Jürgen Förster – Kriegsmittel und Kriegsziel zugleich. Als Mittel erschien das »Unternehmen Barbarossa« (dies war der Codename für die Vorbereitung des Überfalls) aufgrund der strategischen Situation im Jahr 1940, da Großbritannien, anders als erhofft, nach dem deutschen Sieg über Frankreich keineswegs bereit gewesen war, Deutschland die Herrschaft über den Kontinent zu überlassen und sich auf sein Kolonialreich zu beschränken. Die Engländer setzten den Krieg fort, und zugleich engagierten sich die USA immer stärker auf ihrer Seite. So schien es in der Logik der deutschen Führung durchaus konsequent, einen Blitzkrieg gegen den Nachbarn im Osten zu führen und diesen potenziellen Gegner zu entmachten, um nach dem schnellen Sieg die Ressourcen des Landes dann für den siegreichen Abschluss des Krieges im Westen nutzen zu können, also den zweiten Schritt zu tun, um dann den ersten abschließen zu können.
Zugleich war das »Unternehmen Barbarossa« ein elementares Ziel nationalsozialistischer Politik. Mit dem Überfall am 22. Juni 1941 begann der »eigentliche« Krieg des nationalsozialistischen Deutschland, zu dem die vorangegangenen Feldzüge in Ost- und Westeuropa, Skandinavien und auf dem Balkan nur vorbereitend führen sollten. Es ging um die Eroberung von »Lebensraum im Osten«, die Schaffung eines riesigen Kolonialreiches bis zum Ural.
Dieses Ziel hatte Adolf Hitler nicht nur in seiner 1925/26 veröffentlichten Programmschrift Mein Kampf formuliert, er hatte es der Generalität wiederholt vorgetragen, das erste Mal schon am 3. Februar 1933: »Wie soll pol. Macht, wenn sie gewonnen ist, gebraucht werden? [] Vielleicht Erkämpfung neuer Export-Mögl., vielleicht – und wohl besser – Eroberung neuen Lebensraumes im Osten u. dessen rücksichtslose Germanisierung.« Die slawischen Bewohner dieses »Lebensraumes«, in den Kategorien der Nationalsozialisten zu biologisch minderwertigem Menschenmaterial erklärt, sollten allenfalls noch in der Zwangsarbeit für die dort siedelnden deutschen Herrenmenschen eine Existenzberechtigung finden.
Die Deutschen rechnen mit dreißig Millionen Hungertoten
Anders aber als Polen und Tschechen waren in diesem Feindbild die Bewohner der Sowjetunion nicht nur rassisch minderwertige Slawen. »Der Krieg gegen Russland ist ein wesentlicher Abschnitt im Daseinskampf des deutschen Volkes. Es ist der alte Kampf der Germanen gegen das Slawentum, die Verteidigung europäischer Kultur gegen moskowitisch-asiatische Überschwemmung, die Abwehr des jüdischen Bolschewismus«, schreibt der Oberkommandierende der Panzergruppe 4, Generaloberst Erich Hoepner (nach dem noch heute ein Berliner Gymnasium benannt ist) in seiner Aufmarsch- und Kampfanweisung vom 2. Mai 1941. Während Vorstellungen von »moskowitisch-asiatischer Überschwemmung« sich aus einer russenfeindlichen Tradition speisten, die in das 19. Jahrhundert zurückweist, war die Vorstellung von der Bedrohung durch den »jüdischen Bolschewismus« bei den konservativen Eliten, und hier gerade auch im Offizierskorps, eng mit dem Trauma der Novemberrevolution von 1918 verbunden. Diese Revolution sei, wie alles Demokratisch-Republikanische, dem deutschen Wesen zutiefst zuwider und allein das Werk jüdischer und russischer Bolschewisten gewesen. Jetzt war der Moment gekommen, den Bolschewismus endgültig auszulöschen.
- Datum 31.10.2008 - 13:19 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 14.06.2007 Nr. 25
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Mein Vater hat mir von 25 Mio. Kriegsopfern unter der damaligen russischen Sovietbefoerklerung erzaehlt. Ja es ist erschreckend, mit welcher grausamen Effizienz die deutsche Vernichtungsmaschinerie gearbeitet hat.Ich bin als Deutscher mit einer Russin verheiratet und habe daher einen direkten Einblick in die furchtbaren Erinnerungen der Mutter meiner Schwiegermutter, die als Kind um Haaresbreite einem deutschen Erschiessungskommando entkommen ist und das nur, da einer der deutschen Soldaten Mitleid mit dem kleinen Maedchen bekommen hat, was sich buchstaeblich vor Angst in die Hose gemacht hat.Es ist zu bemerken, dass Russen und Deutsche trotz der schlimmen Ereignisse irgendwie eine besondere Affinitaet zueinander besitzen. Russen und Deutsche interessieren sich fuer einander und es gibt so etwas wie eine grundsaetzliche Symphatie vor allem - und das ist das Erstaunliche - von den Russen gegenueber den Deutschen. Russen bewundern alles, was aus Deutschland kommt als hochwertig, effizient usw. Bei den Deutschen gibt es auch ein Interesse an den Russen, es beschraenkt sich aber sehr oft auf oberflaechliche Symphatie zu den allgemein verbreiteten Klischees, wie Vodkasaufen und Kriminalitaet etc. Vor allem aber - und das ist erschreckend - sehen viele Deutsche sehr vieles, was aus Russland kommt als minderwertig an. Ich frage mich manchmal, ob es da so etwas wie eine latente Grundhaltung in der Deutschen Gesellschaft gibt, die sich wie ein roter Faden von den damaligen schlimmen Ereignissen zu der heutigen weit verbreiteten Ignoranz gegenueber der eigentlichen Groesse der Russischen Kultur (und leider anderen Kulturen auch) durchzieht - siehe Sport (ganz aktuell!!), Literatur, Musik (klassische Musik, sowie moderne Festivals wie European Song Contest), olympische Disziplinen, Luft- und Raumfahrt, Physik, Mathematik usw. Wenn man die Reaktionen auf die juengsten Erfolge der Russen betrachtet, sehe ich nicht nur wohlgesonnene Reaktionen in den Deutschen Medien, sondern mir scheint auch eine gewisse und typisch deutsche latente Gehaessigkeit praesent, die versucht die Erfolge der Russen als weniger Wert darzustellen. Ein Beispiel ist die Reaktion in den Medien auf den Erfolg der Russen beim European Song Contest, die diesem eine Ost-Connection oder aehnlich abstruses vorhaelt.Als Deutscher mit multinationalen familiaeren Hintergrund (deutscher Vater, italenische Mutter, Russische Frau, Amerikanische Cosins und jetzt in Irland lebend) habe ich immer die unterschwellige Arroganz und Ignoranz vieler Deutscher aus erster Reihe erlebt. Leider gibt es diese Ignoranz auch in anderen Laendern, aber die Arroganz und Ueberheblichkeit im Sinne der Ueberlegenheit gegenueber anderen Kulturen habe ich z.B. bei den Iren und Italienern und Russen weniger deutlich gespuert.
Sie haben insoweit völlig recht,
dass die Deutschen gegenüber den Amerikanern und einigen westeuropäischen Ländern einen Minderwertigkeitskomplex, gegenüber den Russen und auch den restlichen osteuropäischen Ländern aber einen Mehrwertigkeitskomplex haben. Ich selber bin mit einer polnischen Frau verheiratet und meine Schwiegereltern waren im 2. Weltkrieg Partisanen der polnischen Untergrundarmee AK, also kaum Leute, von denen man erwarten könnte, von einem deutschen Schwiegersohn allzu begeistert zu sein.
Aber weit gefehlt: ich bin von ihnen ohne ein Problem akzeptiert worden - das einzige waren gelegentliche Bemerkungen aus dem weiteren Verwandtenkreis, die sich auf ähnlichem Niveau wie die gelegentlichen Spitzen meiner eigenen Familie befanden. Insgesamt vernachlässigbar.
Aber die Arroganz und Ignoranz, von der Sie reden, habe ich auch erlebt. Ich denke aber nicht, das das spezifisch deutsch ist. Ähnliches habe ich auch in England und Frankreich schon mitbekommen. Persönlich denke ich, dass diese zwanghafte Abwertung anderer Kulturen einer Entfremdung von der eigenen Kultur entspringt. Wer nicht mal Spass daran hat, Deutscher zu sein, und auch nichts kennt, was identitätsstiftend wirkt, der kann doch den Austausch mit anderen Ländern nur bedrohlich finden. Man kann dem nur entgegenwirken, wenn man sich auch mit sich selber auseinandersetzt.... Hoppla! Ich finde, das klang jetzt auch richtig deutsch ;)
Sie haben insoweit völlig recht,
dass die Deutschen gegenüber den Amerikanern und einigen westeuropäischen Ländern einen Minderwertigkeitskomplex, gegenüber den Russen und auch den restlichen osteuropäischen Ländern aber einen Mehrwertigkeitskomplex haben. Ich selber bin mit einer polnischen Frau verheiratet und meine Schwiegereltern waren im 2. Weltkrieg Partisanen der polnischen Untergrundarmee AK, also kaum Leute, von denen man erwarten könnte, von einem deutschen Schwiegersohn allzu begeistert zu sein.
Aber weit gefehlt: ich bin von ihnen ohne ein Problem akzeptiert worden - das einzige waren gelegentliche Bemerkungen aus dem weiteren Verwandtenkreis, die sich auf ähnlichem Niveau wie die gelegentlichen Spitzen meiner eigenen Familie befanden. Insgesamt vernachlässigbar.
Aber die Arroganz und Ignoranz, von der Sie reden, habe ich auch erlebt. Ich denke aber nicht, das das spezifisch deutsch ist. Ähnliches habe ich auch in England und Frankreich schon mitbekommen. Persönlich denke ich, dass diese zwanghafte Abwertung anderer Kulturen einer Entfremdung von der eigenen Kultur entspringt. Wer nicht mal Spass daran hat, Deutscher zu sein, und auch nichts kennt, was identitätsstiftend wirkt, der kann doch den Austausch mit anderen Ländern nur bedrohlich finden. Man kann dem nur entgegenwirken, wenn man sich auch mit sich selber auseinandersetzt.... Hoppla! Ich finde, das klang jetzt auch richtig deutsch ;)
Ich finde es gut, das Peter Jahn hier mal die Fakten nennt, die meiner Ansicht nach eigentlich ohnehin jeder Deutsche wissen sollte. In jüngster Zeit hat Harald Welzer ja gezeigt, wie die Erinnerung tendenziell so moduliert wird, dass nur gutes oder zumindest akzeptables in der Erinnerung bestehen bleibt. Der Nationalsozialismus malte ein Bild das den Leuten nahelegte "die oder wir" und ihr steht schon mit dem Rücken zur Wand. Die Leute sind damals so unglaublich belogen worden und so geschickt zu Tätern gemacht worden, dass man im Nachhinein, wenn man die historischen Folgen sieht, überhaupt nicht verstehen kann wie so etwas möglich war. Zur Vertiefung dieser Frage und für teilweise Antworten kann nur das Buch mit dem Titel "Täter" von Harald Welzer empfohlen werden. Ich muss sagen, dass ich russische Wissenschaftler in einem Max-Planck-Institut bei München erleben durfte. Von mangeldem Respekt habe ich da gar nichts gespürt. Dies ist vielleicht ein Trost für marlon734. Sie können sicher sein, dass die deutsche wissenschaftliche Elite die russische Forschung und den kollegialen Umgang miteinander sehr zu schätzen weiß. Bleibt noch zu sagen, dass ich gerne an Russland denke und hoffe das wir heute im Bewustsein der gelaufenen Geschichte alte und neue Fundamente für eine freundschaftliche Beziehung nutzen können. Übrigens als mein Opa bei Witebsk gefallen ist hat meine Oma auch ein Schreiben der Wehrmacht erhalten. Was da drin stand war auch eine reine Lüge. geoerg989
NEUES BUCH
Der Zweite Weltkrieg und die Schwarze Liste der US-Regierung
Verschwiegene Tragödien deutscher und italienischer Opfer in Ecuador und anderen lateinamerikanischen Ländern
Jenny Estrada ist eine der führenden und höchst angesehenen Historikerinnen Ecuadors. In diesem schockierenden Buch berichtet sie von der Deportation tausender ethnischer Deutscher und Italiener sowie ihren lateinamerikanischen Familien in US-Amerikanische Konzentrationslager in der Zeit vor und während des Zweiten Weltkrieges. Das Schicksal dieser unschuldigen Öpfer ist bislang weitestgehend unerforscht geblieben.
Fünf Monate vor dem Angriff auf Pearl Harbor wurde unter der Leitung von Nelson A. Rockefeller der erste Schritt zur Errichtung eines geheimen und illegalen Internierungsprogramms zur Identifizierung und Gefangennahme unschuldige lateinamerikanischer Bürger.
„Nationale Sicherheit“ lautete die offizielle Erklärung der Regierung der Vereinigten Staaten. Aber das war eine Lüge! Die US-Regierung wusste ganz genau wo und wieviel deutsche Spionnen in Lateinamerika tätig waren. In einem Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung vom 20. Oktober 1998 weist der jüdische Historiker Herbert Reginbogin, daß die American Chase National Bank von den Rockefellers in New York damals die wichtigste Bank für deutsche Unternehmen war. „Die Rockefleers haben seinerzeit die deutsche Kriegsmaschinerie, aber auch die deutschen Geheimdienste in Nord- und Südamerika mitfinanziert.“
Nichtsdestoweniger wurde unter Leitung von Nelson Rockefeller in nahezu allen lateinamerikanischen Zeitungen eine Schwarze Liste veröffentlicht. Auf dieser Schwarze Liste konnte sich nicht nur jedes Unternehmen, sondern ebenfalls jede Italiener und Deutsche - auch Einwanderer mit lateinamerikanischer Staatsbürgerschaft - wieder finden. Tausende unschuldige deutsche, italienische und lateinamerikanische Familien deren Namen auf diesen Listen auftauchten wurden in lokale Gefängnisse überführt. Hier wurden Sie ohne einen gerichtlichen Prozess oder Rechtsbeistand festgehalten. Nachdem all ihr Geld und ihr Eigentum beschlagnahmt waren, wurden sie unter erbärmlichen Bedingungen in US-amerikanische Konzentrationslager deportiert. Darunter waren mehr als 80 deutsch-jüdische Flüchtlinge, die zum Teil bereits in Deutschland inhaftiert gewesen waren.
Mit einem sogennanten Kampf gegen die nationalsozialistische Unterminierung Lateinamerikas, hatte dies alles kaum etwas zu tun. Das Buch von Jenny Estrada enthüllt das wahre Ziel der Schwarzen Listen: Japanische, italienische und deutsche wirtschaftliche Interessen in Lateinamerika durch US-Amerikanische Interessen zu ersetzen. Besonders frappierend ist der Umstand, dass die ganze Gummi-Industrie von den Rockefellers übernommen wurde. Und dafür gab es einen wichtigen Gründ!
Die deutsche Wehrmacht war auf Gummi angewiesen, um einen Krieg führen zu können. Ohne Gummi wäre der Zweite Weltkrieg gar nicht möglich gewesen. Deutschland hatte aber keinen Naturkautschuk. Zusammen mit der I.G. Farben betrieben die Rockefellers und Co eine Gummifabrik, in der Auschwitzgefangene Zwangsarbeit leisteten. Woher das Gummi stammt, lässt sich leicht raten.
Es entstand jedoch noch ein weiteres Motiv für die Deportationen unschuldigen Deutsche und ihre lateinamerikanischen Familien: Das Ansammeln von Gefangenen um diese als Tauschmittel gegen US-Amerikanische Gefangene der Achsenmächte zu gebrauchen. Nach ihrer Deportation in Konzentrationslager in den Vereinigten Staaten wurden viele Gefangene eingetauscht gegen durch Hitler gefangen genommene US-Amerikanische Bürger. Die Gefangenen aus Lateinamerika wurden in verschiedenen deutschen Städten untergebracht und ihrem Schicksal überlassen. Die meisten von ihnen sprachen nicht einmal Deutsch. Viele wurden sogar nach Stalingrad geschickt. Wie gesagt befanden sich unter die Gefangenen aus Lateinamerika mehrere jüdische Familien. Auch sie wurden gegen Amerikaner ausgetauscht. Was diese Familien bei ihrer Ankunft in Deutschland erwartete ist bekannt.
VORBESTELLEN
Mayra Publications
ISBN 978-90-79680-02-3
€ 15,95
www.mayrapublications.nl
Sie haben insoweit völlig recht,
dass die Deutschen gegenüber den Amerikanern und einigen westeuropäischen Ländern einen Minderwertigkeitskomplex, gegenüber den Russen und auch den restlichen osteuropäischen Ländern aber einen Mehrwertigkeitskomplex haben. Ich selber bin mit einer polnischen Frau verheiratet und meine Schwiegereltern waren im 2. Weltkrieg Partisanen der polnischen Untergrundarmee AK, also kaum Leute, von denen man erwarten könnte, von einem deutschen Schwiegersohn allzu begeistert zu sein.
Aber weit gefehlt: ich bin von ihnen ohne ein Problem akzeptiert worden - das einzige waren gelegentliche Bemerkungen aus dem weiteren Verwandtenkreis, die sich auf ähnlichem Niveau wie die gelegentlichen Spitzen meiner eigenen Familie befanden. Insgesamt vernachlässigbar.
Aber die Arroganz und Ignoranz, von der Sie reden, habe ich auch erlebt. Ich denke aber nicht, das das spezifisch deutsch ist. Ähnliches habe ich auch in England und Frankreich schon mitbekommen. Persönlich denke ich, dass diese zwanghafte Abwertung anderer Kulturen einer Entfremdung von der eigenen Kultur entspringt. Wer nicht mal Spass daran hat, Deutscher zu sein, und auch nichts kennt, was identitätsstiftend wirkt, der kann doch den Austausch mit anderen Ländern nur bedrohlich finden. Man kann dem nur entgegenwirken, wenn man sich auch mit sich selber auseinandersetzt.... Hoppla! Ich finde, das klang jetzt auch richtig deutsch ;)
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