Schule »Das Geld versickert«
Ein Gespräch mit dem Bildungsökonomen Ludger Wößmann über Verschwendung im Schulsystem, Anreize für gute Lehrer und das Interesse der Wirtschaft an Gerechtigkeit
DIE ZEIT: »Bildungsökonom« – viele werden das Gesicht verziehen, wenn sie den Begriff lesen. Ist es moralisch vertretbar, dass sich die Knechte des Marktes der hehren Bildung annehmen?
Ludger Wößmann: Ökonomen sind keine Monster, auch wenn uns einige Pädagogen und Altphilologen so sehen mögen – aber die haben den Humanismus und »das Gute« nicht gepachtet. Auch wir machen uns Gedanken darüber, wie man die Lage der Menschen verbessern kann – gerade der Menschen, denen es am schlechtesten geht.
ZEIT: Welche Gedanken macht sich ein Bildungsökonom?
Wößmann: Zum einen beschäftigt mich der Einfluss der Bildung auf das Wirtschaftswachstum: Was kann in der Schule getan werden, um einen hohen Lebensstandard für alle zu sichern? Zum anderen, wie das Bildungssystem nach ökonomischen Maßstäben verbessert werden kann. Wir leben nicht im Schlaraffenland, die Ressourcen sind immer begrenzt. Wie können sie am wirkungsvollsten eingesetzt werden?
ZEIT: Ist es sinnvoll, Bildung nur durch die Brille der Ökonomie zu betrachten?
Wößmann: Nicht nur, sondern auch.
ZEIT: Was haben Schulen und die Schüler davon?
Wößmann: Eine ganze Menge. Wenn wir nachweisen – und dafür haben meine Kollegen und ich überwältigende Belege gefunden –, dass Bildung ein wichtiger Schlüssel für das Wirtschaftswachstum ist, dass Bildung vor Arbeitslosigkeit schützt und mehr Verdienst verspricht, dann wächst die Lobby für gute Schulen und Universitäten. Auch die Unterprivilegierten finden einen starken Verbündeten in der Wirtschaft.
ZEIT: Inwiefern?
Wößmann: Die Pisa-Studie hat gezeigt, dass ein knappes Viertel der 15-Jährigen nicht richtig lesen und rechnen können, die stehen dem Arbeitsmarkt nur eingeschränkt zur Verfügung. Gleichzeitig leiden viele Unternehmen schon jetzt unter einem Mangel an Fachkräften. Die Wirtschaft wird also Druck auf die Politik ausüben und selbst aktiv werden, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.
ZEIT: Worauf achtet ein Ökonom, wenn er das Schulsystem betrachtet?
Wößmann: Das Schlüsselwort heißt »Anreize«. Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Steven Landsburg hat das hübsch formuliert: »Der Großteil der Ökonomie kann in vier Worten zusammengefasst werden: ›Menschen reagieren auf Anreize.‹ Der Rest ist Kommentar.«
ZEIT: Was heißt das für die Schulen?
Wößmann: Auch da gilt: Menschen ziehen Dinge, die ihnen lieber sind, anderen Dingen vor, die ihnen weniger angenehm sind. Die erste Frage lautet also: Wie muss das Bildungssystem gestaltet werden, damit alle Beteiligten Anreize haben, zum Lernen der Schüler – denn das ist das »Kerngeschäft« – beizutragen? Die zweite Frage ist die nach der effizienten Nutzung der Ressourcen.
ZEIT: Was haben Sie dazu herausgefunden?
Wößmann: Mehr Geld macht die Schulen nicht unbedingt besser.
ZEIT: Wie kommen Sie darauf?
Wößmann: Ich habe die Bildungsausgaben verschiedener Staaten mit den Leistungen der Schüler in der Pisa-Studie verglichen – es gibt keinen Beleg dafür, dass Länder, die mehr für die Bildung ausgeben, bessere Leistungen vorweisen. Die ostasiatischen Staaten liegen mit ihren Ausgaben eher im Durchschnitt, mit den Leistungen aber immer an der Spitze. Die USA hingegen investieren relativ viel Geld, ihre Schüler schneiden aber nur mittelmäßig ab. Auch Studien, die Leistungen innerhalb der Länder untersuchen, finden keine Belege für positive Effekte höherer Ausgaben.
ZEIT: Das wird die Kultusminister freuen.
Wößmann: Die Finanzminister vielleicht; die Kultusminister sollte es eher beunruhigen.
ZEIT: Weshalb?
Wößmann: Weil die gedanklich simple Lösung, mehr Geld in das Bildungssystem zu pumpen, nicht funktioniert. Es schafft keine neuen Anreize, etwas besser zu machen. Das Geld versickert einfach in einem ineffizienten System.
ZEIT: Eltern und Lehrerverbände fordern regelmäßig die Einstellung von mehr Pädagogen und kleinere Schulklassen. Da wäre mehr Geld doch gut angelegt.
Wößmann: Diese Investitionen sind beliebt, haben aber – so zeigen zahllose Studien – kaum einen Effekt.
ZEIT: Aber in Klassen mit weniger Schülern, das sagt einem der gesunde Menschenverstand, kann doch besser unterrichtet werden.
Wößmann: Könnte vielleicht, wird aber nicht. Vielleicht würde sich etwas ändern, wenn etwa der Unterrichtsstil geändert würde. Dann müsste man Lehrer belohnen, die besser unterrichten. Wenn man dazu mehr Geld braucht, wäre das sinnvoll investiert. Aber einfach die Klassen zu verkleinern kostet nur Geld.
ZEIT: Im Englischunterricht, das haben Studien gezeigt, hat die Klassengröße einen Einfluss auf die Schülerleistungen.
Wößmann: Ja, vermutlich gilt das auch für Förderunterricht und zu Beginn der Grundschule. Aber im Durchschnitt aller Klassen und Fächer gilt es eben nicht. Nur in einem Bereich sind derzeit größere Investitionen sinnvoll, weil sie etwas bewirken: beim Ausbau der frühkindlichen Förderung, insbesondere für Kinder aus benachteiligten Familien.
ZEIT: Sie sprachen von Anreizen. Werden unsere Lehrer gut genug bezahlt?
Wößmann: Im internationalen Vergleich sogar sehr gut. Das ist also nicht das Problem.
ZEIT: Sondern?
Wößmann: Der fehlende Anreiz, besser zu werden. Gute und einsatzbereite Lehrer oder jene, die Zusatzaufgaben übernehmen, bekommen nicht mehr Geld als ihre faulen oder unfähigen Kollegen. In Finnland etwa verdienen die Lehrer ein Drittel weniger als bei uns. Aber für Zusatzaufgaben und gute Leistungen bekommen sie Zulagen. Hierzulande werden die guten Lehrer bestraft und die faulen belohnt. Das kann nicht funktionieren.
ZEIT: Sind Sie noch auf andere Fehlinvestitionen gestoßen?
Wößmann: Hinterfragen muss man die Millionen, die in die Computerausstattung der Schulen geflossen sind. Es ist ein Irrglaube, anzunehmen, dass die Nutzung von Computern zu Hause und in der Schule zu besseren Leistungen führt. Meine Studien zeigen das Gegenteil: Wer zu oft am Computer sitzt, lernt sogar schlechter.
ZEIT: Die Wirtschaftsorganisation OECD, die die Pisa-Studie initiiert hat, behauptet etwas anderes.
Wößmann: In der Tat zeigen Schüler, die intensiv Computer nutzen, oft bessere Leistungen als ihre Mitschüler. Die stammen aber häufig aus bildungsfördernden Familien und gehen auf privilegierte Schulen. Wenn man den sozialen Hintergrund mit betrachtet, bringen Computer – zumindest so, wie sie jetzt genutzt werden – nichts für die Schülerleistung.
ZEIT: Sollte man also die Computer aus den Schulen verbannen?
Wößmann: Nein. Man sollte den Schulen nur nicht jede Mode aufzwingen, sondern neue Mittel und Methoden zunächst auf ihre Wirksamkeit hin untersuchen. Derzeit wird zum Beispiel der Fremdsprachenunterricht in den Grundschulen forciert. Aber keiner weiß, wie sich das wirklich langfristig auf die Leistungen auswirkt.
ZEIT: Was würden Sie am Schulsystem ändern, damit die Schüler besser lernen?
Wößmann: Es muss mehr Anreize für gute Lehrer und Schulen geben. Dazu muss klar sein, wer für eine Leistung verantwortlich ist, nur dann können Belohnungen und Sanktionen wirken. Deshalb halte ich neben mehr Frühförderung vor allem zwei institutionelle Reformen für nötig: Erstens sollte der Staat nur die Ziele vorgeben, zum Beispiel, was die Schüler am Ende der neunten Klasse können müssen, und mit Tests und zentralen Prüfungen das Erreichen dieser Ziele kontrollieren. Den Weg dahin sollte jede Schule autonom bestimmen, auch wofür sie Geld ausgibt und welche Lehrer sie einstellt. Wichtig ist dieser Dreiklang: staatliche Zielvorgabe – Schulautonomie – externe Kontrolle.
ZEIT: Schulautonomie allein reicht nicht?
Wößmann: Viele Studien zeigen, dass Autonomie ohne Kontrolle oftmals sogar zu schlechteren Leistungen führt.
ZEIT: Und die zweite institutionelle Reform?
Wößmann: Am besten schneiden die Länder ab, in denen der Staat nur die Finanzierung übernimmt, sich die Schulen aber in privater Trägerschaft befinden.
ZEIT: Das Pisa-Musterland Finnland hat aber ein staatliches Schulwesen.
Wößmann: Und in Holland, das bei Pisa nicht signifikant schlechter abschneidet als Finnland, gehen drei Viertel der Schüler auf privat geleitete Schulen – die alle staatlich finanziert sind. Systematische Antworten bekommen wir also nur, wenn wir alle Pisa-Länder miteinander vergleichen und gleichzeitig andere Effekte berücksichtigen.
ZEIT: Schulen zu privatisieren ist in Deutschland wohl eher eine utopische Forderung.
Wößmann: Sie sollen ja nicht von Discountern übernommen werden. Die meisten Privatschulen heute sind kirchliche Schulen. Man sollte zumindest darüber nachdenken. Als Wissenschaftler kann ich nur die Ergebnisse meiner Studien auf den Tisch legen und Vorschläge machen.
ZEIT: Müssen wir die Schulstruktur ändern?
Wößmann: Auf jeden Fall, das habe ich erst kürzlich für Deutschland nachgewiesen, ist die Bildungsungerechtigkeit größer, je früher die Schüler auf verschiedene Schularten aufgeteilt werden. Arbeiterkinder lernen weniger als Oberschichtkinder, auch wenn sie genauso intelligent und fähig sind. Das ist moralisch verwerflich und ökonomisch unvernünftig.
ZEIT: Wären denn Gesamtschulen besser?
Wößmann: Nicht die deutsche Gesamtschul-Spezies, die zusätzlich neben die selektiven Schularten gestellt wurde. Aber die Kinder länger in einer gemeinsamen Schule zu unterrichten funktioniert in anderen Staaten gut. In Deutschland sollte man die Kinder nicht schon nach der vierten Klasse auf verschiedene Schularten aufteilen und die Zahl der Schulformen reduzieren.
ZEIT: Was halten Sie von dem Vorhaben, mehr Ganztagsschulen einzuführen?
Wößmann: Das mag eine sozialpolitisch sinnvolle Maßnahme sein. Mir ist aber keine Studie bekannt, die überzeugend zeigt, dass Ganztagsschulen zu besseren Schulleistungen führen. Hier warne ich vor allzu viel Optimismus.
Die Fragen stellte Thomas Kerstan
- Datum 14.06.2007 - 13:32 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 14.06.2007 Nr. 25
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Wenn man von den angestellten Lehrern absieht, verdienen Pädagogen in Deutschland tatsächlich viel im Vergleich zu den Verhältnissen in anderen Ländern. Allerdings müssen Lehrer in Deutschland auch über 25% mehr Schulstunden unterrichten als beispielsweise in Finnland.
Das sollte man dann auch erwähnen.
Generell sind Horizontalvergleiche für den Eimer. Wenn man deutsches Lehrergehalt am Finnischen (oder an welchem auch immer) misst, muss man gleichzeitig alle andere Gehälter auch vergleichen.
Zum Kontrollsystem: Die Schulinspektion in Niedersachsen bestätigt, dass an 95% der Schulen guter Unterricht gemacht wird. Wo also ist das Problem?
Im Übrigen sollte der Herr Bildungsökonom vielleicht selbst einmal in einer Klasse mit 33 Schülern in einem viel zu kleinen Raum arbeiten. Mal sehen, wie lange er seinen "Erkenntnissen" dann noch anhängt.
@Wilhelminetell: Nichts gegen Qualitätskontrollen, aber Ihr Ansatz erscheint mir arg technokratisch. Wenn der Begriff "Lernfabrik" auf irgendwas zuträfe, dann wohl auf Ihr Modell...
Generell sind Horizontalvergleiche für den Eimer. Wenn man deutsches Lehrergehalt am Finnischen (oder an welchem auch immer) misst, muss man gleichzeitig alle andere Gehälter auch vergleichen.
Zum Kontrollsystem: Die Schulinspektion in Niedersachsen bestätigt, dass an 95% der Schulen guter Unterricht gemacht wird. Wo also ist das Problem?
Im Übrigen sollte der Herr Bildungsökonom vielleicht selbst einmal in einer Klasse mit 33 Schülern in einem viel zu kleinen Raum arbeiten. Mal sehen, wie lange er seinen "Erkenntnissen" dann noch anhängt.
@Wilhelminetell: Nichts gegen Qualitätskontrollen, aber Ihr Ansatz erscheint mir arg technokratisch. Wenn der Begriff "Lernfabrik" auf irgendwas zuträfe, dann wohl auf Ihr Modell...
Um Schule zu verbessern, muss vor allem der Unterricht verbessert werden. Der Unterricht bedarf dringend einer Arbeitsvorbereitung. Diese derzeit praktizierte Zufallsproduktion ist nicht mehr zeitgemäß. Der wichtigste Schritt dafür wäre, für jede einzelne Unterrichtsstunde den Stoff verbindlich in vorgedruckten Heften vorzugegeben. Ein Heft umfasst ein Thema. Das Thema ist unterteilt in Aufgaben die an das Thema heranführen, Aufgaben die das Erlernte festigen und Aufgaben die dem Nachweis des Könnens dienen. Die derzeit übliche Praxis der Prüfungen erübrigt sich.
Ein Thema umfasst ca. 1 Monat (pro Woche und Gegenstand 1 bis 4 Stunden), d.h. 9 Themen pro Jahr. Ein Thema wäre z.B. in Mathematik das Bruchrechnen. Jedes Jahr wird mit steigender Schwierigkeit ein Monat dem Bruchrechnen gewidmet. Die Hefte bleiben in der Schule. Jedes Kind bekommt ein zweites Heft für zu Hause oder kann sich ein weiteres kaufen, oder aus dem Internet ausdrucken, um zu üben, allein oder mit Hilfe der Eltern, Geschwister, Freunden, Nachhilfelehrer. Es darf auf jeden Fall nicht mehr vorkommen, dass ein Kind nur deshalb versagt, weil es nicht wusste, was es lernen sollte. Ist ein Kind schon vor Ablauf des Monats mit dem „Schulheft“ fertig, darf es an einem anderen Heft seiner Wahl arbeiten (Belohnungseffekt). Wurde das Kind nicht fertig, wird im nächsten Jahr dieses Heft nochmals in Angriff genommen. So arbeiten alle Kinder gleichzeitig an Bruchrechnungen, aber mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Vielleicht ist ein kleines Genie mit 15 Jahren in mehreren Fächern auf Abitur-Niveau. Ein anderes schafft vielleicht erst mit 18 den Hauptschulabschluss in allen Fächern, ist aber in Mathe auf Abiturniveau.
Die von den Kindern bearbeiteten Hefte werden laufend von Fachleuten statistisch ausgewertet und optimiert. Wenn z.B. eine Aufgabe auffallend häufig nicht richtig gelöst wird, ist sie entweder für das Alter zu schwierig, oder die vorangegangenen Übungsaufgaben haben dieses Thema qualitativ oder quantitativ nicht richtig erfasst. Wird eine Aufgabe überdurchschnittlich häufig gut gelöst, kann sie in das Heft des vorangegangenen Jahres verschoben werden, oder ein Teil der Übungsaufgaben kann zugunsten anderer Aufgaben entfallen. Werden überdurchschnittliche viele Kinder mit einem Heft vor der Zeit fertig, ist der Stoff zu diesem Thema zu knapp, wird ein Heft von den meisten Kindern in der geplanten Zeit nicht bewältigt, ist der Stoff zu umfangreich. Entsprechende Konsequenzen sowohl in quantitativer, als auch in qualitativer Hinsicht sind zu ziehen. Die Hefte werden so von Jahr zu Jahr optimiert.
Der größte Schwachpunkt der Schulen ist die fehlende Qualitätskontrolle des Unterrichts!
Generell sind Horizontalvergleiche für den Eimer. Wenn man deutsches Lehrergehalt am Finnischen (oder an welchem auch immer) misst, muss man gleichzeitig alle andere Gehälter auch vergleichen.
Zum Kontrollsystem: Die Schulinspektion in Niedersachsen bestätigt, dass an 95% der Schulen guter Unterricht gemacht wird. Wo also ist das Problem?
Im Übrigen sollte der Herr Bildungsökonom vielleicht selbst einmal in einer Klasse mit 33 Schülern in einem viel zu kleinen Raum arbeiten. Mal sehen, wie lange er seinen "Erkenntnissen" dann noch anhängt.
@Wilhelminetell: Nichts gegen Qualitätskontrollen, aber Ihr Ansatz erscheint mir arg technokratisch. Wenn der Begriff "Lernfabrik" auf irgendwas zuträfe, dann wohl auf Ihr Modell...
1. Unsere Schulen sind schon längst Lernfabriken, teuerste Handarbeit, ohne Qualitätsgarantie, mit hohem Ausschuss.
2. Wenn zu viele Kinder in zu kleinen Räumen arbeiten, dann müssen die Räume größer werden. Höhere Gehälter ändern nichts an zu kleinen Klassenräumen mit zu vielen Schülern.
3. Wenn die Schulinspektion bestätigt, dass an 95% der Schulen gut unterrichtet wird, ist das nicht mehr als Eigenlob und sagt nichts über die tatsächliche Qualität des Unterrichts.
Die Idee lässt mich nicht mehr los:
Der ganze Stoff bis zum Abitur wird ins Netz gestellt (Vorbild Wikipedia) sortiert nach Gegenstand, 12 Schulstufen, 8 bis 12 Themen, übersichtlich gegliedert nach Aufgaben die an das Thema heranführen, Aufgaben zur Festigung und Prüfungsaufgaben. Die Aufgaben können auf DIN-A4 Blätter gedruckt werden. Die Lösung mit Erklärungen kriegt man per Mausklick.
Jede/r SchülerIn tritt einmal monatlich im Prüfungsinstitut, das zu diesem Zweck geschaffen wird, zur Prüfung an. Für die Prüfung gibt der Computer nach dem Zufallsprinzip einen Auszug aus den geplanten Prüfungsaufgaben aus.
Liebe Wilhelmine Tell... ich finde, Sie haben etwas merkwürdige Vorstellungen dahingehend, was Schule eigentlich vermitteln soll. Es geht doch gar nicht nur darum "Stoff" zu lernen und zu üben. eine gute Schule sollte Schülerinnen und Schülern zeigen, wie man gemeinsam Lösungsansätze für Problemstellungen findet, wie man aufmerksam liest, wie und wo man sich systematisch und gut organisiert über etwas informieren kann.
Was wäre ein Deutschunterricht z.B. wert, der in einem "Lernheft" Auskunft darüber gibt, dass Goethes "Werther" Christusparodien enthält? Gar nichts! Der Gewinn ist doch gerade, das beim gemeinsamen Lesen herauszufinden.
Eine gute Schule muss Schülern zeigen, dass konzentriertes Arbeiten glücklich machen kann und auch dass es sich manchmal lohnt, Unlustgefühle zu überwinden. Das ist doch neben Lesen, Rechnen und vielleicht einer Fremdsprache das Wichtigste... die Inhalte sind relativ zweitrangig, viel wichtiger sind Neugierde, Konzentrationsfähigkeit, Frustrationstoleranz und Informations- und soziale Kompetenz
Liebe Wilhelmine Tell... ich finde, Sie haben etwas merkwürdige Vorstellungen dahingehend, was Schule eigentlich vermitteln soll. Es geht doch gar nicht nur darum "Stoff" zu lernen und zu üben. eine gute Schule sollte Schülerinnen und Schülern zeigen, wie man gemeinsam Lösungsansätze für Problemstellungen findet, wie man aufmerksam liest, wie und wo man sich systematisch und gut organisiert über etwas informieren kann.
Was wäre ein Deutschunterricht z.B. wert, der in einem "Lernheft" Auskunft darüber gibt, dass Goethes "Werther" Christusparodien enthält? Gar nichts! Der Gewinn ist doch gerade, das beim gemeinsamen Lesen herauszufinden.
Eine gute Schule muss Schülern zeigen, dass konzentriertes Arbeiten glücklich machen kann und auch dass es sich manchmal lohnt, Unlustgefühle zu überwinden. Das ist doch neben Lesen, Rechnen und vielleicht einer Fremdsprache das Wichtigste... die Inhalte sind relativ zweitrangig, viel wichtiger sind Neugierde, Konzentrationsfähigkeit, Frustrationstoleranz und Informations- und soziale Kompetenz
So eine transparente, für alle einsehbare, übersichtlich gestaltete Sammlung des ganzen Schulstoffes hätte schon riesengroße Vorteile für alle Beteiligten:
1. Für die Wirtschaft: Die Wirtschaft kann mitbestimmen, welche Qualifikationen vermittelt werden sollen. Der zukünftige Arbeitgeber kann in der Stellenausschreibung ein bestimmtes Qualifikationsprofil (=erfolgreich absolvierte Themen) fordern, was viel aussagefähiger ist als die althergebrachten Noten.
2. Für die Schüler: Sie können aktiv mitbestimmen, welche Qualifikationen sie erreichen möchten. Selbstbestimmung stärkt die Motivation.
3. Für die Eltern: Eltern brauchen nicht mehr so viel Geld für Nachhilfestunden bezahlen, wenn Lehrer für die Prüfung mehr fordern, als sie im Unterricht bieten. Auch Kinder von finanziell schwachen Eltern können in Zukunft kostenlos das Wissen holen, das sie für die Schule brauchen, es aber dort nicht bekommen.
4. Und last but not least die Lehrer: Sie müssen nicht mehr wie in vorsintflutlichen Zeiten zu Hause am Küchentisch bis nachts um 11 Unterricht vorbereiten oder Schularbeiten korrigieren. Sie können die volle Arbeitszeit während des Tages ihren Schülern widmen. Außerdem beklagen sich die Lehrer über ihr schlechtes Image. Grundvoraussetzung für ein gutes Image ist aber ein Leistungsnachweis. Durch ein transparentes System kann auch die Leistung der guten und schlechten Lehrer sichtbar gemacht werden.
Also lieber Gerhard, das "du" stört mich nicht.
1. Es geht mir darum, dass der Schulstoff im Internet auch verbindlich sein soll für alle Lehrer in allen Schulen und dass der Stoff allen zugänglich sein soll. Es soll kein Geheimnis sein, was gelernt werden muss und was sich hinter einer Leistungsbeurteilung verbirgt (so wie es derzeit leider der Fall ist). Außerdem kostet es viel Geld und bringt schlechte Qualität, wenn jeder Lehrer seine eigenen Brötchen backt. Weiters soll dieser gesundheits- und entwicklungsschädigende Leistungsdruck von den Kindern genommen werden. Leistung ist Arbeit und Kinderarbeit ist bekanntlich bei uns verboten.
2. Die Schulen möchte ich nicht abschaffen, im Gegenteil. Schule soll zu einem "Dienstleistungszentrum für Jugend und Bildung" ausgebaut werden. Der Bedarf ist groß. Aber nur wenn die Eltern wissen, dass ihre Kinder dort gut aufgehoben sind, werden sie die Idee auch annehmen. Bei den Diskussionen um Gesamtschule geht es immer nur darum, wie lange Kinder in der Schule sein "müssen". Die Schulen sollen den anderen Weg gehen: Sie sollen Dienstleistung anbieten. Gute Leistung wird gern angenommen.
Liebe Wilhelmine Tell... ich finde, Sie haben etwas merkwürdige Vorstellungen dahingehend, was Schule eigentlich vermitteln soll. Es geht doch gar nicht nur darum "Stoff" zu lernen und zu üben. eine gute Schule sollte Schülerinnen und Schülern zeigen, wie man gemeinsam Lösungsansätze für Problemstellungen findet, wie man aufmerksam liest, wie und wo man sich systematisch und gut organisiert über etwas informieren kann.
Was wäre ein Deutschunterricht z.B. wert, der in einem "Lernheft" Auskunft darüber gibt, dass Goethes "Werther" Christusparodien enthält? Gar nichts! Der Gewinn ist doch gerade, das beim gemeinsamen Lesen herauszufinden.
Eine gute Schule muss Schülern zeigen, dass konzentriertes Arbeiten glücklich machen kann und auch dass es sich manchmal lohnt, Unlustgefühle zu überwinden. Das ist doch neben Lesen, Rechnen und vielleicht einer Fremdsprache das Wichtigste... die Inhalte sind relativ zweitrangig, viel wichtiger sind Neugierde, Konzentrationsfähigkeit, Frustrationstoleranz und Informations- und soziale Kompetenz
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