Mindestlöhne Fünf Euro? Kein Problem
Die Große Koalition ringt um Mindestlöhne. Mit Vorschriften für einzelne Branchen liegt sie falsch – besser wäre eine einheitliche Untergrenze für alle.
Norbert Blanke lebt in Angst. Er arbeitet als Wachmann in einem gigantischen Lagerhaus südlich von Berlin. Nachts passt er dort auf all die Dinge auf, die andere sich später einmal im Supermarkt in ihren Einkaufswagen packen. Von der Tiefkühlpizza bis zu Zigaretten wird hier alles zwischengelagert. Blanke muss kontrollieren, ob die Kühlgeräte funktionieren, er überwacht Rauchsensoren und Einbruchsmelder. Einmal gab es einen Überfall, zwei Einschusslöcher zeugen noch davon. Doch das bereitet Norbert Blanke keine Angst.
Angst hat er davor, dass sein Auto kaputtgeht.
Der Wachmann braucht den Wagen, um zur Arbeit zu kommen. Geld für Reparaturen hat er nicht. Norbert Blanke ist ein Niedriglöhner. Er erhält brutto 4,22 Euro pro Stunde. Rund 200 Stunden arbeitet er im Monat, das trägt ihm bloß 850 Euro ein. Davon leben er und seine Frau. »Es reicht für nüscht«, sagt Blanke, der nicht mit seinem richtigen Namen in der Zeitung stehen will. Ausgehen oder gar Verreisen ist nicht drin, vor allem aber kann er kein Geld für Notfälle zurücklegen. »Wo soll das enden?«, sorgt sich der 57-Jährige. »Bei Hartz IV?« Und er fügt empört hinzu: »Solche Löhne dürfte es doch gar nicht geben!«
Vielleicht gibt es sie bald nicht mehr. Seit mehr als einem Jahr streitet die Große Koalition in Berlin darum, ob sie gegen Armutslöhne einschreiten soll und, wenn ja, wie. Am Montag könnte eine Entscheidung fallen. Jedenfalls hat Kanzleramtschef Thomas de Maizière verkündet, die Frage müsse jetzt geklärt werden. Schon ist von einem »Schicksalstag für den Mindestlohn« die Rede.
Was dieser Tag bringen wird für die mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland, die heute für vier, fünf oder sechs Euro die Stunde schuften, ist ungewiss. Der öffentliche Druck geht schon lange in Richtung Mindestlohn. Die Gewerkschaften haben eine Kampagne organisiert: »Kein Lohn unter 7,50 Euro!« Berichte über die geringe Bezahlung von Zimmermädchen in Luxushotels oder Putzkräften im Bundestag sorgten für einhellige Empörung. In einer Umfrage sprach sich eine Mehrheit von fast zwei Dritteln für einen Mindestlohn aus – wie es ihn in vielen Nachbarländern längst gibt.
Wer die Untergrenze will, gilt in Deutschland heute als sozial. Kein Wunder, dass die Bundesregierung begonnen hat, Mindestlöhne einzuführen – scheibchenweise. Branche für Branche, Beruf für Beruf. Bauarbeiter, Maler, Lackierer, Dachdecker und Gebäudereiniger haben ihren Mindestlohn, weitere Berufsfelder sind anvisiert. Am Montag kommen vielleicht ein paar hinzu.
Tatsächlich ist es aber heikel, Lohnschranken zu setzen. Im ungünstigsten Fall schaden sie ausgerechnet denjenigen, denen sie helfen sollen. Gerade die Scheibchentaktik, mit der die Große Koalition das Projekt Mindestlohn derzeit vorantreibt, gilt unter Experten als schädlich.
Der Befund ist eindeutig: Inmitten der Hochlohnrepublik Deutschland existiert ein erschreckend großer Niedriglohnsektor. Je nach Definition stecken eineinhalb bis dreieinhalb Millionen Menschen darin. Zuletzt sind vor allem schlecht bezahlte Teilzeitstellen entstanden. Die Zahl der Vollzeit-Niedriglöhner hat sich dagegen über zehn Jahre praktisch nicht verändert. Gewachsen ist allerdings die Sensibilität für ihr Schicksal.
Das Land hat seine Working Poor entdeckt und ist entsetzt. Begleitet von Parolen wie »Anständige Löhne für anständige Arbeit« oder »Arbeit muss zum Leben reichen«, erschallt deshalb der Ruf nach dem Mindestlohn. Selbst Gewerkschafter aus Branchen, in denen die heile Welt hoher Tarifgehälter existiert, fordern inzwischen Hilfe vom Staat. »Bäcker, Arzthelferinnen und Friseurinnen«, erklärt IG-Metall-Chef Jürgen Peters, »entfalten nicht genügend Macht gegen die Arbeitgeber.« Daher brauche das Land den Mindestlohn, »wenn wir nicht zum Eldorado für Lohndrücker und Ausbeuter werden wollen«.
Einer dieser »Lohndrücker« heißt Gerd Förster. Er führt einen kleinen Betrieb in Neustadt-Glewe, einem 7000-Einwohner-Örtchen am Westrand von Mecklenburg-Vorpommern. Sechs Angestellte beschäftigt Förster. Ihnen zahlt er 5,50 Euro die Stunde. Das liegt sogar über dem Tariflohn von 4,50 Euro. Doch die Gehälter in seiner Branche, sagt der Unternehmer selbst, »sind eigentlich ein Witz«. Förster ist Friseurmeister. Einer von sechs in dem winzigen Ort. Die Konkurrenz ist groß, die Preise sind klein. Sechs Euro kostet der Trockenschnitt für Männer in Försters Salon. Und meistens wird »trocken« verlangt.
Könnte Förster einen Mindestlohn von 7,50 Euro bezahlen? Der würde ja auch für die Konkurrenz am Ort gelten. Und schließlich fährt niemand, wie unlängst Bundesarbeitsminister Franz Müntefering feststellte, »zum Haareschneiden nach Krakau«.
- Datum 14.06.2007 - 11:07 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 14.06.2007 Nr. 25
- Kommentare 23
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Wenn der Arbeitnehmer wirklich nur 850 Euro verdient wäre zunächst zu prüfen, ob sich die Schinderei für den Arbeitnehmer lohnt. Denn der Arbeitnehmer liegt nur 50 Euro über dem sog. Niedriglohnbereich, der zu verminderten Sozialbeiträgen berechtigt.
In der Tat ist die Frage berechtigt, ob Hartz IV plus Sozialhilfe (z.B. Mietzuschuß) nicht wirklich mehr erbrächte. Sogar ein Ein-Euro-Job könnte netto mehr bedeuten. Siehe Sozialbeiträge.
Leider wird auch der Mindestlohn nicht zu einer Besserstellung der Arbeitnehmer beitragen. Der Arbeitsmarkt läßt sich nicht so einfach regulieren. Kein Markt läßt Regulierung zu. Die Marktteilnehmer suchen immer Auswege.
Die Gewerkschaften, die heute großmäulig den Mindestlohn fordern, haben schlicht die letzten 15 Jahre geschlafen. Hätten sich die Gewerkschaften auch für Arbeitslose und die Zeitarbeiter eingesetzt wäre ihre Glaubwürdigkeit um einiges größer.
Aber die Gewerkschaften haben der Aufspaltung der Arbeitnehmer in Privilegierte und Nichtprivilegierte tatenlos zugesehen. Siehe VW u.a. Für den Haustarif wurden die Interessen der Zeitarbeiter und Mitarbeiter der Zulieferer verraten. Was macht es für einen Sinn, wenn für einen Konzern Lohnerhöhungen durchgesetzt werden, wenn auf dem Arbeitsplatz gegenüber der Zeitarbeiter für die gleiche Arbeit weniger Lohn bekommt oder die Arbeit an Zulieferer vergeben wird, deren Deckungsbeitrag bis zur fünften Nachkommastelle ausgepreßt wird?
Das lautstarke Trommeln mit dem Mindestlohn wird die Abwärtsspirale der Effektivlöhne nicht verhindern. Es ist an der Zeit, daß die Arbeitnehmervertretungen wieder den Blick für die Gesamtzusammenhänge entwickeln.
Die Gewerkschaften haben langfristig nur eine Zukunft, wenn sie sich als Interessenvertretung aller Arbeitnehmer verstehen. Auch der Arbeitnehmer ohne Arbeit. Gegenwärtig sind sie bestenfalls eine Lobby der Inhaber von Arbeitsplätzen - vornehmlich in der Industrie.
korfstroem
Da man in der bestehenden sozialen Marktwirtschaft schon eine Untergrenze für das Einkommen durch Harz IV definiert hat, ergibt sich automatisch ein gewisser Betrag für den Mindestlohn. Ein Bürger der dann zum identischen Lohn wie dem Harz IV Satz (Miete + 350€) arbeiten würde, verhielte sich wirtschaftlich grob unsinnig. Er könnte sich auch Sprit und Kleidung etc... sparen und haette beim Einkommen durch Harz IV mehr in der Tasche. Sprich: Den Mindestlohn gibt es schon, der nennt sich Harz IV. Der Staat garantiert so und so schon für dieses Einkommen. Für Arbeitslose Harz IV zu definieren, für Angestellte aber nicht, ist eine politische Posse erster Güte. Unterm Strich bedeutet das, es wird weiterhin lieber kräftig subventioniert anstatt Wählerstimmen einzubüßen. Gerade als Liberaler sollte man _für_ den Mindestlohn sein.
ich denke es geht darum, dass menschen arbeiten sollten. einfach deswegen, weil viele leute verstaendlicherweise ein problem damit haben, arbeitslos zu sein und hartz IV zu beziehen. die meisten macht es nicht gluecklich, von hartz IV zu leben und von der gesellschaft nicht gebraucht zu werden. gerade mal genug geld unm irgendwie zu ueberleben und dann noch nichteinmal das gefuehl, gebraucht zu werden. abstellgleis auf lebenszeit.
hartz IV kann nie ein mindestlohn sein, da fuer den bezug dieser leistung keine arbeit notwendig ist.
im artikel geht es doch hauptsaechlich um die gerechte bezahlung einer bestimmten arbeitsleistung. gute arbeit fuer gutes geld!
... wie lange bekommt man denn hartz IV? wie gut kann man denn von hartz IV leben? wenn man schon hartz IV als miondestlohn interpretiert, muss man auch fragen, ob das ausreichend ist.
Checkup, das ist insofern nicht richtig, da es beim Mindestlohn ja nicht nur um die Frage geht, was man mindestens zum Leben braucht, sondern darum was die Arbietsstunde wert ist. Sobald der Partner mindestens auf Hartz IV Niveau verdient "lohnt" es sich ja wieder ggbf. für 2 Euro die Stunde Wohnungen zu entrümpeln, zu putzen oder in einer Wachfirma zu arbeiten (was die Preise für alle, die auf eine solche Arbeit als alleiniges Einkommen angewiesen wären weiter nach unten drückt). Dennoch handelt es sich um Ausbeutung.
Sie gehen automatisch davon aus, dass das zu schlecht bezahlte Einkommen das einzige Einkommen der Familie ist.
ich denke es geht darum, dass menschen arbeiten sollten. einfach deswegen, weil viele leute verstaendlicherweise ein problem damit haben, arbeitslos zu sein und hartz IV zu beziehen. die meisten macht es nicht gluecklich, von hartz IV zu leben und von der gesellschaft nicht gebraucht zu werden. gerade mal genug geld unm irgendwie zu ueberleben und dann noch nichteinmal das gefuehl, gebraucht zu werden. abstellgleis auf lebenszeit.
hartz IV kann nie ein mindestlohn sein, da fuer den bezug dieser leistung keine arbeit notwendig ist.
im artikel geht es doch hauptsaechlich um die gerechte bezahlung einer bestimmten arbeitsleistung. gute arbeit fuer gutes geld!
... wie lange bekommt man denn hartz IV? wie gut kann man denn von hartz IV leben? wenn man schon hartz IV als miondestlohn interpretiert, muss man auch fragen, ob das ausreichend ist.
Checkup, das ist insofern nicht richtig, da es beim Mindestlohn ja nicht nur um die Frage geht, was man mindestens zum Leben braucht, sondern darum was die Arbietsstunde wert ist. Sobald der Partner mindestens auf Hartz IV Niveau verdient "lohnt" es sich ja wieder ggbf. für 2 Euro die Stunde Wohnungen zu entrümpeln, zu putzen oder in einer Wachfirma zu arbeiten (was die Preise für alle, die auf eine solche Arbeit als alleiniges Einkommen angewiesen wären weiter nach unten drückt). Dennoch handelt es sich um Ausbeutung.
Sie gehen automatisch davon aus, dass das zu schlecht bezahlte Einkommen das einzige Einkommen der Familie ist.
ich denke es geht darum, dass menschen arbeiten sollten. einfach deswegen, weil viele leute verstaendlicherweise ein problem damit haben, arbeitslos zu sein und hartz IV zu beziehen. die meisten macht es nicht gluecklich, von hartz IV zu leben und von der gesellschaft nicht gebraucht zu werden. gerade mal genug geld unm irgendwie zu ueberleben und dann noch nichteinmal das gefuehl, gebraucht zu werden. abstellgleis auf lebenszeit.
hartz IV kann nie ein mindestlohn sein, da fuer den bezug dieser leistung keine arbeit notwendig ist.
im artikel geht es doch hauptsaechlich um die gerechte bezahlung einer bestimmten arbeitsleistung. gute arbeit fuer gutes geld!
... wie lange bekommt man denn hartz IV? wie gut kann man denn von hartz IV leben? wenn man schon hartz IV als miondestlohn interpretiert, muss man auch fragen, ob das ausreichend ist.
Checkup, das ist insofern nicht richtig, da es beim Mindestlohn ja nicht nur um die Frage geht, was man mindestens zum Leben braucht, sondern darum was die Arbietsstunde wert ist. Sobald der Partner mindestens auf Hartz IV Niveau verdient "lohnt" es sich ja wieder ggbf. für 2 Euro die Stunde Wohnungen zu entrümpeln, zu putzen oder in einer Wachfirma zu arbeiten (was die Preise für alle, die auf eine solche Arbeit als alleiniges Einkommen angewiesen wären weiter nach unten drückt). Dennoch handelt es sich um Ausbeutung.
Sie gehen automatisch davon aus, dass das zu schlecht bezahlte Einkommen das einzige Einkommen der Familie ist.
Stimmt. HarzIV muss "ganzheitlicher" gesehen werden und bezieht sich ja auf eine Bedarfsgemeinschaft und nicht nur auf den einzelnen Arbeitnehmer. Sieht man sich allerdings den alleinstehenden und alleine wohnenden Arbeitnehmer an, dann ist wieder vollständige Vergleichbarkeit gegeben. Die Debatte darf aber nicht dahin abgleiten, daß sich "Arbeit wieder lohnen müsse" und "für gute Arbeit gute Bezahlung vorgeschrieben werden muss". Das sind tatsächlich Dinge die der Markt und die Tarifpartner regeln _müssen_. Der Staat schafft durch Kombilohn und Sozialhilfe aber eine künstliche und starke Schieflage. Diese Schieflage ist leider gerade sogar am Umkippen, bedingt dadurch, daß der Lohnzettel nicht mehr das hergibt, was der Staat auf der anderen Seite den Bedürftigen garantiert. Fazit:
Wer a sagt, muss auch b sagen. Wer mittels Harz IV ein "menschenwürdiges" Leben garantieren will, der muss das auch einem zugestehen der "dummerweise arbeitet gefunden hat" :D Genau dafür sind Sozial"standards" nämlich da. Und wer das der Bäckerin oder der Friseurin _nicht_ zugestehen will, der muss es folglich auch dem HarzIV Empfänger aberkennen. Ob nun HarzIV faktisch ausreichend ist oder nicht tut hierbei gar nichts zu Sache. Das ist eine ganz andere Diskussion in der es um die soziale Absicherung geht.
Stimmt. HarzIV muss "ganzheitlicher" gesehen werden und bezieht sich ja auf eine Bedarfsgemeinschaft und nicht nur auf den einzelnen Arbeitnehmer. Sieht man sich allerdings den alleinstehenden und alleine wohnenden Arbeitnehmer an, dann ist wieder vollständige Vergleichbarkeit gegeben. Die Debatte darf aber nicht dahin abgleiten, daß sich "Arbeit wieder lohnen müsse" und "für gute Arbeit gute Bezahlung vorgeschrieben werden muss". Das sind tatsächlich Dinge die der Markt und die Tarifpartner regeln _müssen_. Der Staat schafft durch Kombilohn und Sozialhilfe aber eine künstliche und starke Schieflage. Diese Schieflage ist leider gerade sogar am Umkippen, bedingt dadurch, daß der Lohnzettel nicht mehr das hergibt, was der Staat auf der anderen Seite den Bedürftigen garantiert. Fazit:
Wer a sagt, muss auch b sagen. Wer mittels Harz IV ein "menschenwürdiges" Leben garantieren will, der muss das auch einem zugestehen der "dummerweise arbeitet gefunden hat" :D Genau dafür sind Sozial"standards" nämlich da. Und wer das der Bäckerin oder der Friseurin _nicht_ zugestehen will, der muss es folglich auch dem HarzIV Empfänger aberkennen. Ob nun HarzIV faktisch ausreichend ist oder nicht tut hierbei gar nichts zu Sache. Das ist eine ganz andere Diskussion in der es um die soziale Absicherung geht.
Stimmt. HarzIV muss "ganzheitlicher" gesehen werden und bezieht sich ja auf eine Bedarfsgemeinschaft und nicht nur auf den einzelnen Arbeitnehmer. Sieht man sich allerdings den alleinstehenden und alleine wohnenden Arbeitnehmer an, dann ist wieder vollständige Vergleichbarkeit gegeben. Die Debatte darf aber nicht dahin abgleiten, daß sich "Arbeit wieder lohnen müsse" und "für gute Arbeit gute Bezahlung vorgeschrieben werden muss". Das sind tatsächlich Dinge die der Markt und die Tarifpartner regeln _müssen_. Der Staat schafft durch Kombilohn und Sozialhilfe aber eine künstliche und starke Schieflage. Diese Schieflage ist leider gerade sogar am Umkippen, bedingt dadurch, daß der Lohnzettel nicht mehr das hergibt, was der Staat auf der anderen Seite den Bedürftigen garantiert. Fazit:
Wer a sagt, muss auch b sagen. Wer mittels Harz IV ein "menschenwürdiges" Leben garantieren will, der muss das auch einem zugestehen der "dummerweise arbeitet gefunden hat" :D Genau dafür sind Sozial"standards" nämlich da. Und wer das der Bäckerin oder der Friseurin _nicht_ zugestehen will, der muss es folglich auch dem HarzIV Empfänger aberkennen. Ob nun HarzIV faktisch ausreichend ist oder nicht tut hierbei gar nichts zu Sache. Das ist eine ganz andere Diskussion in der es um die soziale Absicherung geht.
ja eben - der Markt wird durch Harz IV aber insofern verzerrt, als nun Menschen die es eben bloß als "Zuverdienst" ansehen ihre Arbeitskraft zu einem Preis anbieten, der es unmöglich macht, dass andere davon ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Natürlich kann man einem Arbeitnehmer als Arbeitgeber nicht mehr zahlen, als er dem Unternehmen einbringt. Aber realistischerweise wird auch fast jeder Arbeitgeber unter zwei gleich qualifizierten Arbeitnehmern immer den Günstigeren einstellen, auch wenn selbst die Wahl des Zweitgünstigsten ihm noch hohe Gewinne ermöglichen würde.
Hier müsste der Staat durch die Einführung von Mindestlöhnen einfach die selbst gebastelten Wettbewerbsnachteile von gering Qualifizierten wieder aufheben.
Einen Kombilohn halte ich nicht für fair - warum sollte denn der Staat es subventionieren, dass ein Unternehmen Menschen für 3 Euro die Stunde beschäftigt? Das würden dann sofort auch diejenigen Unternehmen nutzen, die finanziell gut dastehen und faire Löhne anbieten.
Häufig handelt es sich ja nicht einmal um Branchen, bei denen man die Globalisierungsfahne schwingen müsste... mag sein dass ein Wachmann in China weniger verdient... das Gebäude muss aber nun einmal hier bewacht werden, also wird der Kunde letztlich das zahlen, was es eben kostet - oder das Gebäude unbewacht lassen.
ja eben - der Markt wird durch Harz IV aber insofern verzerrt, als nun Menschen die es eben bloß als "Zuverdienst" ansehen ihre Arbeitskraft zu einem Preis anbieten, der es unmöglich macht, dass andere davon ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Natürlich kann man einem Arbeitnehmer als Arbeitgeber nicht mehr zahlen, als er dem Unternehmen einbringt. Aber realistischerweise wird auch fast jeder Arbeitgeber unter zwei gleich qualifizierten Arbeitnehmern immer den Günstigeren einstellen, auch wenn selbst die Wahl des Zweitgünstigsten ihm noch hohe Gewinne ermöglichen würde.
Hier müsste der Staat durch die Einführung von Mindestlöhnen einfach die selbst gebastelten Wettbewerbsnachteile von gering Qualifizierten wieder aufheben.
Einen Kombilohn halte ich nicht für fair - warum sollte denn der Staat es subventionieren, dass ein Unternehmen Menschen für 3 Euro die Stunde beschäftigt? Das würden dann sofort auch diejenigen Unternehmen nutzen, die finanziell gut dastehen und faire Löhne anbieten.
Häufig handelt es sich ja nicht einmal um Branchen, bei denen man die Globalisierungsfahne schwingen müsste... mag sein dass ein Wachmann in China weniger verdient... das Gebäude muss aber nun einmal hier bewacht werden, also wird der Kunde letztlich das zahlen, was es eben kostet - oder das Gebäude unbewacht lassen.
ja eben - der Markt wird durch Harz IV aber insofern verzerrt, als nun Menschen die es eben bloß als "Zuverdienst" ansehen ihre Arbeitskraft zu einem Preis anbieten, der es unmöglich macht, dass andere davon ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Natürlich kann man einem Arbeitnehmer als Arbeitgeber nicht mehr zahlen, als er dem Unternehmen einbringt. Aber realistischerweise wird auch fast jeder Arbeitgeber unter zwei gleich qualifizierten Arbeitnehmern immer den Günstigeren einstellen, auch wenn selbst die Wahl des Zweitgünstigsten ihm noch hohe Gewinne ermöglichen würde.
Hier müsste der Staat durch die Einführung von Mindestlöhnen einfach die selbst gebastelten Wettbewerbsnachteile von gering Qualifizierten wieder aufheben.
Einen Kombilohn halte ich nicht für fair - warum sollte denn der Staat es subventionieren, dass ein Unternehmen Menschen für 3 Euro die Stunde beschäftigt? Das würden dann sofort auch diejenigen Unternehmen nutzen, die finanziell gut dastehen und faire Löhne anbieten.
Häufig handelt es sich ja nicht einmal um Branchen, bei denen man die Globalisierungsfahne schwingen müsste... mag sein dass ein Wachmann in China weniger verdient... das Gebäude muss aber nun einmal hier bewacht werden, also wird der Kunde letztlich das zahlen, was es eben kostet - oder das Gebäude unbewacht lassen.
ich halte das bedingungslose Grundeinkommen durchaus für eine Alternative zum Mindestlohn. Der Anreiz zum Arbeiten bliebe dann nämlich auch bei geringeren Löhnen erhalten, da man das Geld ja zusätzich zur Basisversorgung verdienen würde.
Warum soll sich Arbeit unter allen Umständen "lohnen" - wenn es nun einmal Arbeiten gibt, die effizienter von Maschinen erledigt werden können, dann ist das doch zu begrüßen, solange die Menschen, die sie zuvor verrichtet haben von der Gemeinschaft mit Respekt behandelt werden (und dann eben durch ein Grundeinkommen am Wohlstand partizipieren können). Gerade diejenigen aber, die nicht an Maschinen delegierbare Arbeiten anbieten (wie Reinigungspersonal oder Friseure) hätte für ihre Tarifverhandlungen doch eine ganz andere Ausgangsbasis, wenn sie auf das Einkommen nicht mehr so unbedingt angewiesen wären.
... das glaube ich nicht, denn durch den Wegfall der Sozialabgaben (Rente, Arbeitslosenversicherung) bliebe netto ja prozentual mehr übrig als heute.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren