Hochschule Das Luxus-Problem

Studiengebühren füllen die Universitätskassen. Aber enge gesetzliche Vorschriften machen es kompliziert, all die Millionen auszugeben

Auf diese Art von Problemen haben sie an der Universität Heidelberg lange gewartet. »Plötzlich haben wir ganz viel Geld«, sagt die Prorektorin Silke Leopold. »Jetzt müssen wir erst einmal lernen, damit verantwortungsvoll umzugehen.«

Ursache solcher Luxussorgen sind die Studiengebühren, die in Baden-Württemberg und in fünf anderen Bundesländern in diesem Jahr erstmals erhoben werden. Rund 18 Millionen Euro jährlich spülen sie allein in Heidelberg in die Kasse, das entspricht einem Plus des Uni-Budgets von rund zehn Prozent. So richtig klar wird die Bedeutung der Campusmaut jedoch erst, wenn man sich vor Augen führt, dass in einem normalen Hochschulhaushalt 90 von 100 Euro bereits ausgegeben sind, bevor sie eingenommen wurden, für Professorengehälter zum Beispiel, aber auch für Strom- oder Heizkosten. An der Uni Heidelberg heißen 18 Millionen zusätzlich: Die frei zur Verfügung stehenden Mittel haben sich quasi über Nacht verdoppelt. Das ist das vorläufige Ende jahrzehntelanger Mangelverwaltung.

Anzeige

»Spätestens beim 20. Beamer stellt sich die Sinnfrage«

Das Geld auszugeben erweist sich indes als gar nicht so einfach. Um öffentlicher Kritik vorzubeugen, haben die Länder den Hochschulen bei der Verwendung enge gesetzliche Grenzen gesetzt. Zusätzlich hat sich jede Hochschule eine Gebührensatzung gegeben, die regelt, wofür das Studentengeld fließen darf. Wie überall gilt dabei auch an Baden-Württembergs Hochschulen, dass mit den Studiengebühren weder die Forschung noch die Grundausstattung finanziert werden darf, nach dem Motto: Die Studenten haben es bezahlt, die Studenten müssen davon profitieren. Würden die Gebühren morgen wieder abgeschafft, so die Grundregel, müssten die Hochschulen immer noch funktionieren. Auf keinen Fall sollen staatliche Zuwendungen ersetzt werden, sonst hätten die Gebühren ihre ohnehin nicht allzu große Akzeptanz bei den Studierenden vollends verspielt.

So stehen vor der Verwendung der Gebühren meist langwierige Debatten in Ausschüssen und Kommissionen, in denen die Studenten oft die Mehrheit haben. Beispiel Musikwissenschaften – die Disziplin der Heidelberger Prorektorin Silke Leopold: Bislang erhielten sie und ihre Kollegen pro Jahr rund 25.000 Euro von der Uni-Leitung zur freien Verfügung zugeteilt. Jetzt ist es dreimal so viel. Die Musikwissenschaftler haben sich entschieden, das zusätzliche Geld in Zuschüsse für Konzertbesuche zu stecken, Lizenzen für Onlinebibliotheken zu kaufen und die Öffnungszeiten ihrer Bibliothek zu verlängern. Erfahrene Studenten helfen als Tutoren Anfängern bei der Harmonielehre. Höhere Semester holen sich ihre Gebühren so als wissenschaftliche Hilfsarbeiter auf dem Campus zurück. Leopold spricht von einer »bemerkenswerten inneruniversitären Jobmaschine«, welche die Studiengebühren in Gang gesetzt hätten.

Der Trend ist bundesweit der gleiche: Zusätzliche Tutorien, Semestereinführungsveranstaltungen, Mentorenprogramme und längere Bibliotheksöffnungszeiten, dafür geht der Großteil der Studiengebühren derzeit drauf. An der Uni Köln kann die Universitätsbibliothek jetzt 9000 statt 3000 Bände im Jahr kaufen, dazu wurden 150 neue Computerarbeitsplätze eingerichtet. Die TU Braunschweig wiederum hat Koordinatoren für jeden Studiengang eingestellt, die den Studenten beratend bei der Stundenplanorganisation zur Seite stehen und versuchen, Terminkonflikte aufzulösen. Die Universität Lüneburg hat mit den Studiengebühren einen Preis für gute Hochschullehrer gestiftet.

Auf Dauer dürfte es schwierig werden, innerhalb des engen gesetzlichen Rahmens die Studiengebühren gewinnbringend für bessere Lehre auszugeben – spätestens wenn die ersten, derzeit noch eklatanten materiellen Mängel behoben sind. »Wenn der 20. Beamer angeschafft ist und überall neue Computer stehen, stellt sich die Sinnfrage«, sagt Frank Ziegele vom Centrum für Hochschulentwicklung. Mit Tutorien und längeren Bibliotheksöffnungszeiten allein werden die Hochschulen die Millionen nicht ausgeben können. Die eigentlichen Probleme der Massenuniversitäten, betont Ziegele, lägen ohnehin woanders: Zu viele Studenten kommen auf zu wenig Professoren und Dozenten. Aber gerade bei der dringend nötigen Verbesserung der Betreuungsrelation erschöpft sich der Spielraum der Hochschulen. »Wir würden das Geld ja gerne einsetzen, um mehr Hochschullehrer einzustellen, aber genau das dürfen wir nicht«, sagt Barbara Jürgens, Vizepräsidentin der TU Braunschweig. Es ist eine äußerst umstrittene Frage: Was ist schlimmer, weiter der reinen Lehre zu folgen und überlaufene Seminare und Vorlesungen zu tolerieren – oder die Verwendungskriterien aufzuweichen, neue Professuren mit Studiengebühren zu finanzieren und so zu riskieren, dass sich der Staat aus der Grundfinanzierung der Unis zurückzieht?

Leser-Kommentare
  1. Man schaue auf dieses Artikel:
    http://www.zeit.de/campus...

    und staune über die Lernfähigkeit von Hochschulbeobachtern und ZEIT-online-Redaktueren.

  2. es ist aber tatsächlich bizzar das man damit keine zusätzlichen professoren einstellen darf das ist ja in der essenz das woran es fehlt. von modernsten computern in der BiBi lernt kein student was, schon garnicht wenn er den professor nur vom hörensagen kennt weil das audimax bis auf den sitzplatz auf dem boden vor dem ausgang voll ist.

    • ibm
    • 21.06.2007 um 15:47 Uhr

    wird von den Finanzministern der Länder wahrscheinlich ganz schnell gelöst werden: Indem sie nämlich einfach die regulären Zuwendungen an die Unis kürzen.
    Das war schließlich von Anfang an der Sinn der Studiengebühren.

  3. Wir brauchen keine Studiengebühren!!!
    Die Befürworter von Studiengebühren argumentieren meistens so:
    1. Argument
    Die Hochschulen benötigen dringend Geld, und da die öffentlichen Kassen leer sind, sollen sich die Studierenden beteiligen.

    Diese Beteiligung bringt den Hochschulen nichts. Prüfen Sie diese Behauptung am Beispiel Grossbritannien, oder besorgen Sie sich Informationen über die Situation in Österreich.
    In diesen Ländern nutzt der Staat die Studiengebühren dazu, um sein eigenes finanzielles Engagement zurückzufahren. Er kassiert Studiengebühren und zieht sich dann aus seiner finanziellen Verantwortung zurück. Unter dem Strich bleiben die finanziellen Mittel gleich -für die Hochschule ein Nullsummenspiel.
    Ganz abgesehen davon: in den meisten verabschiedeten Hochschulgesetzen sind 25 Prozent der eingenommenen Gelder Rücklagen für Kreditrisiken und 8 Prozent kommen der Verwaltung zu Gute.

    2. Argument
    Wenn die Studenten für ihr Studium zahlen, gelten sie zugleich als Kunden. Als Kunden haben sie einen größeren Einfluss als bisher auf die Qualität dessen, was ihnen geboten wird.

    Die ca. 500 € Studiengebühr/ Semester belasten sicher den einzelnen ganz erheblich. Für die Universität kommt nicht so viel dabei herum. Vergleichen Sie einmal die Mittel, die über Studiengebühren eingenommen werden, mit den Mitteln, die von Lehrstühlen als Drittmittel aus der Wirtschaft eingeworben werden, dann merken Sie sehr schnell, wer Kellner ist und wer Koch. Studierende sind nur Kunden zweiter Klasse, besonders an Hochschulen, die sich als „forschungsstark“ ansehen.

    3. Argument
    Die Verkäuferin muss späteren Chefärzten über ihre Steuer das Studium finanzieren. Da hat sie nichts davon und deshalb ist es sozial gerecht, wenn Studierende für ihr Studium bezahlen. Schliesslich profitieren sie von ihrer Hochschulausbildung später ja auch beruflich und vor allem finanziell.

    Das ist ein gewichtiges Argument. Ich persönlich bin dafür, dass die, die den Vorteil aus dem Studium ziehen, sich an den Kosten beteiligen. Und das geht so: 95 Prozent aller Hochverdiener sind Akademiker. Diese Menschen zahlen den Spitzensteuersatz. Nun ist der Spitzensteuersatz doch in den letzten Jahren um 10 Prozent gesenkt worden. Heben wir den Spitzensteuersatz ein wenig an, so beteiligen sich all die Nutzniesser unserer universitären Ausbildung an den Kosten. Die 5 Prozent Nichtakademiker werden sicherlich nicht allzu böse sein. Schliesslich schicken sie ihre Kinder bald auch auf eine Hochschule.

    Man kann es drehen wie man will: Die Argumente für Studiengebühren tragen nicht. Studiengebühren sind ein weiterer Versuch bestimmter politischer Kreise, unsere Gesellschaft zu entsolidarisieren und die Chancen des einzelnen Menschen mit seinem Geldbeutel zu verknüpfen.

  4. Die ganze Hochschulreform ist doch nur die kosequent geführte neoliberalistische Politik der Bundesrepublik. Wie alles andere, verkommt nun auch die Bildung zum Spielball der Wirtschaft.

    Diese feine unsichtbare Hand des freien Marktes soll bald alles lenken, auch die Universitäten. Die Einführung von Studiengebühren leitet den ersten Schritt zur Marktorientierung ein, der komplette Austritt des Staates aus der Finanzierung ist vorhersehbar. Die Exzellenzinitative soll die Universitäten schon vorab auf den Wettbewerb im freien Markt vorbereiten. Die Bacheler/Master Studiengänge richten sich sehr stark nach Forderungen der Wirtschaft. Der Begriff "Employability" taucht immer wieder auf, man kann sich vorstellen was das für Auswirkungen auf von der Wirtschaft nicht geförderte Studiengänge hat. Bald sind wir alle Maschinenbauer und Informatiker.

    Studienaufenthalte im Ausland sollen bald zur Pflicht werden. Die Wirtschaft sieht es nämlich sehr gern, wenn wir zehn Fremdsprachen sprechen und in tollen internationalen Teams arbeiten können. Was passiert wenn einer absolut nicht ins Ausland möchte? Das wird wahrscheinlich so ein Prozess sein wie die Verweigerung des Wehrdienstes. Dann muss der kleine, freakige Physikstudent, der vielleicht ein wahres Interesse am Fach hat, aber am Wochenende zur Mamma nach Hause fährt, um Wäsche abzugeben/abzuholen, vor einer Kommission von Wirtschaftsbossen antreten, die ihm die Wirtschaftstauglichkeit absprechen und das weitere Studium für unwirtschaftlich und daher für unnötig halten. Das sind doch alles keine Hirngespinste mehr oder? Ich wünschte es wären Hirngespinste.

    Der Neoliberalismus ist gleichzusetzen mit der absoluten Entmenschlichung der Gesellschaft. Die Wirtschaft ist ein Monstrum, das gut gehütet im Zaum gehalten werden muss. Die Menschen möchten eine warme, zärtliche Hand, die sie führt und hütet und keine kalte, unsichtbare, trügerische Hand, die sie am Nacken packt und durch die Welt schleudert.

  5. also liebe leute, akademiker gehören in aller regel nicht zu denen in deutschland denen es im leben schlecht ergeht und die die größten sozialen ängste durchleiden müssen.das sogar ein kindergarten geld kostet aber eine teils extrem teure hochschulausbildung gratis ist hat mir noch nie eingeleuchtet. nach dem motto, zuerst ein medizinstidum für zehntausende euro gratis absolvieren (dabei wohl auch noch bafög und kindergeld kassieren und gratis familienversichert sein bei den eltern in der gkv) und hernach nach der ochsentour durch die assistenzzeit mercedes und ferienhaus besitzen, und dann wochenlang streiken für astronomische gehaltserhöhungen. ich denke das mitleid hält sich bei den meisten menschen stark in grenzen für die akademiker. freibier ist immer schön, das ist schon klar. aber da einen popanz aufzubauen von wegen das wäre nicht sozial oder so halte ich schlicht für unglaubwürdig angesichts der genannten perspektiven und guten einkommen die ein akademiker so erzielt im laufe seines lebens. das studium wird jedem ermöglicht, es gibt studienkredite die ohne sicherheiten vergeben werden und das sind bei 500 euro im semester für ein 6 jähriges studium ganze 6000 studiengebühr die abzuzahlen sind über zb 10 jahre. gleichzeitig gibts härtefallregeln für großfamilien oder vermehrt stipendien für besondere leistungen. und die läppischen 84 euro studiengebühr im monat finanzieren ja nicht wirklich die kosten sondern sind nur ein minimaler beitrag um die eigene lehre zu verbessern. wer will in den heutigen zeiten wo an allen ecken hart eingespart werden MUSS (!) öffentlich erklären das die unis eine insel der glückseeligkeit bleiben soll und die späteren akademiker das studium gratis bekommen sollen? eine investition in die zukunft ist es auch die neuverschuldung auf null zu bringen um in zukunft das geld was der staat einnimmt nicht nur für schulden und pflichtausgaben ausgeben zu müssen sondern auch mal wieder investieren zu können, zb auch in hochschulen. aber zuerst muß man das geld erwirtschaften dann kann man es ausgeben das über schulden zu machen haben wir seit den 70ern gemacht und das einzige was es gebracht hat ist ein rasant wachsender schuldenberg der immer weniger spielräume lässt - wegen dem jetzt eingespart werden muß. anstatt so kurzsichtig zu denken sollte man gerade von angehenden akademikern erwarten die weitsicht zu haben das sie auf die eine oder andere weise sowieso die zeche zu zahlen haben ;-)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    naja, prinzipiell stimme ich Ihnen zu, dass 6000 Euro als Verschuldung nach dem Studium nun wirklich nicht die Welt sind. Sie sollten aber nicht vergessen, dass gerade bei denjenigen, die diesen Kredit wirklich aufnehmen müssen, weil die Eltern die Gebühr nicht übernehmen können auch noch die Bafögschulden und ggbf. die Kosten eines Abschluss-Bildungskredites hinzukommen. Gerade bei dieser Gruppe summiert sich das also schnell auf 20.000 Euro.

    Auch 20.000 Euro sind ja letzen Endes nicht viel, wenn man ein Gehalt zu erwarten hat, von dem man sich wie Sie sagen, Benz und Ferienhaus leisten kann. Ich glaube aber, dass Sie hier die aktuellen finanziellen Vorteile eines akademischen Titels überschätzen. Ärzte in Krankenhäusern werden nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt. Bei BAT 2A kommen sie also auf ca 1700 Euro netto, nach der Ausbildung zum Facharzt dürften sie dann die 2000 Euro-Schallgrenze knapp überschritten haben. Auch Absolventen der Phil. Fakultät verdienen selten mehr als 2000 Euro im Monat, zumindest in den ersten 10 Jahren Berufstätigkeit (Einstiegsgehälter liegen hier bei 1400 Euro, soviel verdienen z.B. auch Übersetzer), auch für Juristen sind die goldenen Zeiten lange vorbei.
    Im Moment können nur noch Absolventen einiger wenige Fächer auf gute Gehälter, wie Sie sie offenbar im Sinn haben, hoffen (wie z.B. Ingenieure oder Wirtschaftsinformatiker).
    Insofern haben Abiturienten durchaus Recht, wenn sie sich fragen, ob sie mit einer Ausbildung in einer gefragten Branche nicht finanziell besser fahren, als mit einem Studium - und dabei Studiengebühren und Bafög-Rückzahlung einkalkulieren.

    naja, prinzipiell stimme ich Ihnen zu, dass 6000 Euro als Verschuldung nach dem Studium nun wirklich nicht die Welt sind. Sie sollten aber nicht vergessen, dass gerade bei denjenigen, die diesen Kredit wirklich aufnehmen müssen, weil die Eltern die Gebühr nicht übernehmen können auch noch die Bafögschulden und ggbf. die Kosten eines Abschluss-Bildungskredites hinzukommen. Gerade bei dieser Gruppe summiert sich das also schnell auf 20.000 Euro.

    Auch 20.000 Euro sind ja letzen Endes nicht viel, wenn man ein Gehalt zu erwarten hat, von dem man sich wie Sie sagen, Benz und Ferienhaus leisten kann. Ich glaube aber, dass Sie hier die aktuellen finanziellen Vorteile eines akademischen Titels überschätzen. Ärzte in Krankenhäusern werden nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt. Bei BAT 2A kommen sie also auf ca 1700 Euro netto, nach der Ausbildung zum Facharzt dürften sie dann die 2000 Euro-Schallgrenze knapp überschritten haben. Auch Absolventen der Phil. Fakultät verdienen selten mehr als 2000 Euro im Monat, zumindest in den ersten 10 Jahren Berufstätigkeit (Einstiegsgehälter liegen hier bei 1400 Euro, soviel verdienen z.B. auch Übersetzer), auch für Juristen sind die goldenen Zeiten lange vorbei.
    Im Moment können nur noch Absolventen einiger wenige Fächer auf gute Gehälter, wie Sie sie offenbar im Sinn haben, hoffen (wie z.B. Ingenieure oder Wirtschaftsinformatiker).
    Insofern haben Abiturienten durchaus Recht, wenn sie sich fragen, ob sie mit einer Ausbildung in einer gefragten Branche nicht finanziell besser fahren, als mit einem Studium - und dabei Studiengebühren und Bafög-Rückzahlung einkalkulieren.

  6. naja, prinzipiell stimme ich Ihnen zu, dass 6000 Euro als Verschuldung nach dem Studium nun wirklich nicht die Welt sind. Sie sollten aber nicht vergessen, dass gerade bei denjenigen, die diesen Kredit wirklich aufnehmen müssen, weil die Eltern die Gebühr nicht übernehmen können auch noch die Bafögschulden und ggbf. die Kosten eines Abschluss-Bildungskredites hinzukommen. Gerade bei dieser Gruppe summiert sich das also schnell auf 20.000 Euro.

    Auch 20.000 Euro sind ja letzen Endes nicht viel, wenn man ein Gehalt zu erwarten hat, von dem man sich wie Sie sagen, Benz und Ferienhaus leisten kann. Ich glaube aber, dass Sie hier die aktuellen finanziellen Vorteile eines akademischen Titels überschätzen. Ärzte in Krankenhäusern werden nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt. Bei BAT 2A kommen sie also auf ca 1700 Euro netto, nach der Ausbildung zum Facharzt dürften sie dann die 2000 Euro-Schallgrenze knapp überschritten haben. Auch Absolventen der Phil. Fakultät verdienen selten mehr als 2000 Euro im Monat, zumindest in den ersten 10 Jahren Berufstätigkeit (Einstiegsgehälter liegen hier bei 1400 Euro, soviel verdienen z.B. auch Übersetzer), auch für Juristen sind die goldenen Zeiten lange vorbei.
    Im Moment können nur noch Absolventen einiger wenige Fächer auf gute Gehälter, wie Sie sie offenbar im Sinn haben, hoffen (wie z.B. Ingenieure oder Wirtschaftsinformatiker).
    Insofern haben Abiturienten durchaus Recht, wenn sie sich fragen, ob sie mit einer Ausbildung in einer gefragten Branche nicht finanziell besser fahren, als mit einem Studium - und dabei Studiengebühren und Bafög-Rückzahlung einkalkulieren.

    Antwort auf "neoliberal lol.."
  7. .. alles korrekt.

    zum einen gibts auch viele nicht materielle vorteile, persönlicher horizont wird geweitet und man ist nicht der unterste in der hackordnung (im beruflichen alltag ein nicht zu unterschätzender faktor für persönliche zufriedenheit) als auch beinahe unbegrenzte karrieremöglichkeiten im jeweiligen bereich sofern die persönliche leistung stimmt. wo sind die karrieremöglichkeiten einer bäckereifachverkäuferin? die zahlt von ihrem schmalen gehalt auch noch steuern, damit auch das studium der akademiker. darum gehts doch. man darf da nicht immer einen popanz aufbauen von wegen "der staat". der nimmt das geld ja auch nicht aus einem großen geldsack auf dem er gierig sitzt sondern derzeit sogar aus krediten ;) sicher, in einer perfekten welt...

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service