Discount-Medizin Billig will ich!
Zahnersatz zum Nulltarif, Augenlasern zum halben Preis: Deutsche Ärzte haben den Wettbewerb entdeckt. Die Standesvertreter aber bekämpfen das Preisdumping am Patienten.
Die Patientin betritt eilig die nagelneue Zahnarztpraxis im Zentrum von Krefeld. Mit einem Schritt überquert sie die Fußmatte am Eingang. Die ist halb grün, halb blau, in der Mitte prangt in weißer Schrift: McZahn. Schon steht die Patientin am Empfang. Elberg, Manuela, 43 Jahre, Altenpflegerin, gesetzlich versichert. Sie braucht drei neue Kronen und eine neue Frontzahnbrücke. Sie zahlt dafür: nichts.
McZahn klingt wie McDonald’s, und das soll es auch. McZahn will eine Marke werden. Ein Fielmann für die Zähne. Die jungen Arzthelferinnen hier tragen weiße T-Shirts, auf dem Rücken dasselbe Logo wie auf der Matte am Eingang. Eine boomende Ablegerpraxis gibt es derzeit in Stuttgart, viele weitere würde McZahn gern bundesweit eröffnen. »Zahnersatz zum Nulltarif« heißt der Slogan. Es scheint, als hätten deutsche Ärzte den Wettbewerb entdeckt.
Doch schon geißeln Kritiker die Verramschung der Heilkunde – und die berufsständischen Vereinigungen leisten heftigen Widerstand. Erst vor Kurzem hat der Zulassungsausschuss der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein (KZV) drei Zahnärzten, die im Praxisnetz von McZahn mitmachen wollten, die Zulassung verweigert. Der Ausschuss fürchte um die freiberufliche Stellung und Unabhängigkeit der Zahnärzte, sagte ein KZV-Sprecher. Inzwischen laufen Widerspruchsverfahren gegen die abschlägigen Zulassungsbescheide. In den kommenden Wochen soll über sie entschieden werden. Notfalls will McZahn den Streit vor das Landessozialgericht bringen.
Die Kassenmediziner verweigern McZahn-Ärzten die Zulassung
»Die Zahnmedizin ist eine pharisäerhafte Branche«, sagt Werner Brandenbusch, Chef von McZahn und ehemaliger Textilunternehmer. Zu seiner Rechten am langen weißen Besprechungstisch der Krefelder Praxis sitzt Pressereferent Egon Peifer, zu seiner Linken Herr Yeh. Herr Yeh habe in China beste Kontakte, sagt Brandenbusch.
McZahn fliegt seinen Zahnersatz aus zwei Labors in Shanghai und Hongkong ein. Eine sogenannte Nichtedelmetallkrone mit keramischer Vollverblendung beispielsweise ist dort für rund 60 Euro zu haben – deutsche Hersteller verlangen das Drei- bis Vierfache.
Zwar ist die Idee nicht neu, zahntechnische Arbeiten – die bei einer prothetischen Behandlung fast zwei Drittel der Gesamtkosten ausmachen – ins Ausland zu verlagern. Die Bremer Firma dentaltrade etwa beliefert nach eigenen Angaben bereits 1.500 hiesige Praxen mit chinesischen und türkischen Importen.
Doch McZahn möchte das Importkonzept nun mit einem bundesweiten Praxisnetz auf Franchisebasis verbinden. Wenn ein Zahnarzt teilnehmen will, zahlt er eine Einstiegsgebühr von 35000 Euro und tritt 20 bis 45 Prozent seiner Honorare ab. Im Gegenzug bekommt er eine schlüsselfertige Praxis in günstiger Lage mit acht bis zehn Behandlungsräumen gestellt. Außerdem übernimmt McZahn für alle Praxen die Verwaltung und kauft Materialien zu Rabattpreisen ein.
Unter dem Strich spart das System so viel Kosten, dass sich die Behandlung aus den Zuschüssen der Krankenkassen bestreiten lässt und der Patient auch ohne Bonusheft nichts zuzahlt – vorausgesetzt, er begnügt sich mit der Regelversorgung. Doch selbst wer Sonderwünsche hat, ein Keramik-Onlay oder eine Goldkrone will, legt bei McZahn weniger drauf als bei vielen anderen Ärzten.
Manuela Elberg sitzt inzwischen auf einem der schlichten grauen Stühle im Wartezimmer von McZahn. 600 Euro hätte sie bei ihrer alten Zahnärztin zuzahlen müssen. Die habe sie in ihrer Entscheidung für den Discounter sogar unterstützt: »Gehen Sie zu McZahn, da können Sie etwas sparen.« Obwohl die Kassen in Härtefällen einen doppelten Zuschuss gewähren, gibt es in Elbergs Bekanntenkreis doch manche, die sich Zahnersatz nicht leisten wollen oder können. Auch sie selbst wartete – trotz Zahnschmerzen – lieber vier Monate auf einen Termin bei McZahn.
Wenn der Discounter sein Geschäftsmodell bundesweit durchsetzen kann, könnte er in ein paar Jahren womöglich fünf Prozent des milliardenschweren deutschen Zahnersatzmarktes abdecken, meint Holger Lehmann. Der Düsseldorfer Betriebswirt sagt das ohne Neid, obwohl er den Markt selbst aufrollen will – allerdings von einer anderen Seite.
So hat Lehmann bereits Anfang 2005 die Internetplattform 2te-ZahnarztMeinung.de gestartet. Sie funktioniert ähnlich wie das Auktionsportal eBay – nur dass die Preise auf der Zahnplattform nach unten gehen. Der Patient gibt zunächst die Daten aus dem Heil- und Kostenplan ein, der vor jeder prothetischen Behandlung vom Zahnarzt erstellt wird. Dieses Angebot unterbieten dann andere Ärzte mit eigenen Kostenschätzungen, und nach einer bestimmten Frist kann sich der Patient für den besten Deal entscheiden. Gerade bei aufwendigen Behandlungen lässt sich der Eigenanteil oft um die Hälfte drücken.
Rund 25.000 solcher »Auktionen« seien bisher über die Zahnbörse abgewickelt worden, sagt Lehmann – bei weiterhin wachsenden Umsatzzahlen. Discount-Medizin liegt im Trend. Auch Tanja Stanges Behandlung ist von einem Zahnarzt ersteigert worden. »Ich bin sehr zufrieden«, sagt die 36-jährige Münchnerin. Sechs Inlays, ein Implantat – mehr als 4.000 Euro sollte sie bei einem Mediziner in München dafür hinlegen. Zwar hat sie eine Zusatzversicherung, aber die 1.800 Euro für die Implantatschraube aus Titan wären in jedem Fall an ihr hängen geblieben. Über 2te-ZahnarztMeinung.de fand Stange dann einen anderen Münchner Arzt, nur zehn Minuten mit der Tram entfernt, bei dem sich ihr Anteil auf 800 Euro reduzierte.
Der Preisvergleich im Internet sei unethisch, sagen die Kritiker
Solche Preisspannen seien nicht ungewöhnlich, sagt der Hamburger Zahnarzt Johannes Heil. Er bietet regelmäßig im Internet mit. Heil erzählt von einer Patientin, bei der ein Kollege fünf Implantate im Kiefer verankert und je Stück satte 2.400 Euro verlangt habe. »Dabei waren die Schrauben auch noch falsch in den Knochen gedübelt«, sagt der Mediziner, der selbst pro Implantat etwa 1.200 Euro berechnet. Da er schnell operiere und mit einem günstigen Hamburger Dentallabor zusammenarbeite, mache er auch bei attraktiven Angeboten auf 2te-ZahnarztMeinung.de noch ein Plus.
Während manche Mediziner mit den Auktionen versuchen, ihren Patientenstamm zu erweitern, andere schlicht den Internet-Trend nicht verschlafen wollen, steht für Johannes Heil etwas anderes im Vordergrund: »Mir macht die Feilscherei einfach Spaß.« Dass er seinem Berufsstand damit schade, weist er zurück. »Wir Ärzte sind Dienstleister – das müssen wir endlich mal lernen.«
Natürlich bringt so etwas die ärztlichen Standesvertreter auf die Palme. Der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) Jürgen Fedderwitz argumentiert, es sei »unärztlich«, eine Kostenschätzung über das Internet abzugeben – ohne dem Patienten vorher in den Mund geschaut zu haben. Janusz Rat von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns setzt noch einen drauf: Wenn »interessierte Unternehmer« online auf Patientenfang gingen, sei das »unethisch«.
Ähnlich wie McZahn sieht sich Holger Lehmann mit massiven Widerständen konfrontiert. Die KZV Bayern hat vor dem Landgericht München sogar gegen Lehmanns Zahnportal geklagt – und recht bekommen. Das Gericht befand, Lehmann zettele mit der Internetbörse einen unlauteren Wettbewerb unter Zahnärzten an. Die mitbietenden Mediziner unterliefen durch konkrete Preisvergleiche das ärztliche Werbeverbot. Auch sei es nicht erlaubt, Ärzten gegen ein Entgelt Patienten zuzuweisen. Tatsächlich bekommt Lehmann bei einer über das Portal vermittelten Behandlung 20 Prozent des ärztlichen Honorars.
Er selbst ist jedoch überzeugt, dass es sich bei den – völlig unverbindlichen – »Auktionen« keineswegs um Patientenzuweisungen handele, sondern um eine reine Vermittlung von Angebot und Nachfrage. »Einer Gruppe von Ärzten passt es nicht, dass ich Transparenz in den Markt bringe«, sagt der Betriebswirt Lehmann. Er hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. Beide Parteien wollen nun den Streit bis zum Bundesgerichtshof durchfechten.
Unabhängig von den juristischen Auseinandersetzungen dürfte das Interesse der Patienten an den Preisvergleichen weiter wachsen – einfach weil sie einen immer größeren Teil der Zeche selbst zahlen müssen. Nach Analysen der KZBV kostete eine Zahnersatzbehandlung im Jahr 2005 durchschnittlich rund 1100 Euro. Davon übernahmen die gesetzlichen Kassen im Mittel aber nur 47 Prozent, 53 Prozent schossen die Patienten aus eigener Tasche zu. Anfang der achtziger Jahre lag ihr Eigenanteil nur bei rund 20 Prozent.
Auch für orthopädische Hilfsmittel, Medikamente oder ärztliche Sonderleistungen legen die Deutschen inzwischen riesige Summen bar auf den Tisch – zusätzlich zu ihren Versicherungsbeiträgen. So wendeten laut Statistischem Bundesamt die privaten Haushalte im Jahr 2004 insgesamt mehr als 28 Milliarden Euro für Zuzahlungen und Direktkäufe auf. Damit kam jeder achte Euro im Gesundheitswesen ohne Umwege aus dem Portemonnaie der Patienten.
Bisher haben sich Mediziner kaum Gedanken darüber gemacht, was dies für das Verhältnis von Arzt und Patient bedeutet. »Dabei ist klar, dass Patienten in den wachsenden Selbstzahlermärkten einen ganz anderen Status bekommen«, sagt der Kölner Sozialmediziner und Versorgungsforscher Holger Pfaff. Durch seine Kaufoptionen »wird der Patient autonomer und bekommt mehr Macht«, sagt Pfaff. Umgekehrt verlören Ärzte ihre herkömmliche Rolle als fürsorgliche Vaterfiguren. Gerade gegenüber eingehend vorinformierten Patienten träten sie eher als sachverständige »Restunsicherheitsbeseitiger« auf und müssten außerdem viel unternehmerischer agieren. Längst sind die Selbstzahlersegmente zum Nährboden für eine Marktorientierung in der Medizin geworden.
Auch Schönheits-OPs und künstliche Befruchtungen werden versteigert
Genau darauf setzt McZahn-Chef Werner Brandenbusch, der bereits seinen nächsten Coup plant: McOhr – eine Discount-Kette für Hörgeräte aus chinesischen und japanischen Labors. Angesichts der derzeitigen juristischen Schwierigkeiten mag Brandenbusch jedoch noch nicht sagen, wann genau McOhr starten könnte. Der Hörgeräte-Discounter wird bei den eingesessenen Herstellern sicher nicht weniger Widerstand hervorrufen als McZahn bei den Zahnärzten.
Unterdessen hat auch die Idee von Holger Lehmann schon Nachahmer gefunden. So bietet seit Mai vergangenen Jahres das Internetportal Arzt-Preisvergleich.de Auktionen für Zahnersatz, Lasereingriffe am Auge und sogar Schönheitsoperationen und künstliche Befruchtungen an. Bei all diesen Leistungen muss der Patient die Kosten ganz oder teilweise selbst tragen. Rund 9000 Preisvergleiche seien bisher abgewickelt worden, sagt der Geschäftsführer Claudius Schikora. Der Bundesverband Reproduktionsmedizinischer Zentren hat seine Mitglieder bereits ausdrücklich vor den Onlineauktionen gewarnt. Man wolle keine »Aldisierung« der Befruchtungsmedizin.
Denn wo der Preiskampf regiere, so monieren die Kritiker der Discount-Medizin, da gehe nicht nur das traditionelle Arzt-Patient-Verhältnis zu Bruch – sondern auch die Versorgungsqualität in den Keller. Sind die Discounter nur billig, aber nicht gut?
»Gucken wir mal«, ruft Oliver Desch, der medizinische Kopf von McZahn, und eilt zu Manuela Elberg ins Behandlungszimmer. Sie lehnt im blau-weißen Behandlungsstuhl, sichtlich nervös, das sei sie beim Zahnarzt immer, sagt sie. Beim vorigen Termin hatte man ihr ein Provisorium eingesetzt, das Desch nun mit kräftigem Zug an einer kleinen Zange aus dem Mund bugsiert. Darunter kommen die abgeschliffenen Zähne zum Vorschein. Auf dem Nebentisch stehen schon die neuen Kronen und die Brücke aus China.
»Zahnersatz aus dem Ausland muss nicht per se schlechter sein als in Deutschland gefertigter«, räumt selbst KZBV-Chef Jürgen Fedderwitz ein. Tatsächlich gibt es bisher keine einzige wissenschaftliche Untersuchung, in der die Qualität von deutschem und importiertem Zahnersatz verglichen worden ist. Zwar halten nicht wenige Zahnmediziner eine enge Zusammenarbeit mit einer Zahntechnikfirma vor Ort für vorteilhaft, gerade bei komplexen Behandlungen. Die Befürworter des Importkonzepts dagegen betonen, es sei wesentlich wichtiger, dass der Zahnarzt einen einwandfreien Gebissabdruck anfertige. Wo man die Prothese dann herstellen lasse, sei zweitrangig. Ohnehin muss importierter Zahnersatz zunächst von einem deutschen Zahntechniker kontrolliert werden, bevor er in den Mund des Patienten gelangt.
Desch und Kollegen wollen nun objektive Daten bereitstellen – und haben den angesehenen Prothetikspezialisten Thomas Kerschbaum von der Universität Köln vertraglich verpflichtet. Kerschbaum soll in seinem Labor die Güte der chinesischen Importe an Stichproben prüfen.
Unterdessen bemühen sich auch die Internetbörsen, den Ruf des Qualitätsdumpings loszuwerden. Einige Krankenversicherungen haben sie bereits für sich gewonnen. So werben auf 2te-ZahnarztMeinung.de zahlreiche Betriebskrankenkassen sowie die AOK Niedersachsen und die AOK Schleswig-Holstein ganz offen mit ihrem Logo. Abwegig ist das nicht, bieten doch die Auktionsportale eine völlig neue Form der Qualitätssicherung: Zu jedem mitbietenden Arzt kann man die Beurteilungen früherer Patienten lesen.
Die Patienten bewerten ihren Arzt im Internet
Genau das hat Annette Weber überzeugt. Die 39-Jährige aus Starnberg wollte ihre Kurzsichtigkeit per Lasereingriff korrigieren lassen, hätte dafür aber in München rund 5.000 Euro bezahlen müssen. Bei dem Eingriff wird mit einem Laserstrahl etwas Hornhautgewebe abgetragen, was die Brechkraft des Auges verändert. Auf Arzt-Preisvergleich.de offerierte ein Kölner Augenarzt, die Operation für knapp 2.000 Euro zu machen. »Natürlich war ich skeptisch, immerhin ging es um meine Augen«, sagt Weber. Die Internetbörsen sind noch so neu, dass sich nicht sagen lässt, ob man bei günstigeren Anbietern mit Qualitätseinbußen rechnen muss. Indes habe der Kölner Arzt zahlreiche positive Bewertungen gehabt, erzählt Weber. Sie fuhr hin, sprach mit ihm, erst dann entschied sie sich zur Operation. Seitdem sehe sie völlig scharf – ohne Brille. Im Nachhinein erscheine ihr der Augenarzt in Köln sogar seriöser als der Münchner Mediziner, der in seiner Praxis über keinen eigenen Laser verfügte und die Behandlung in einer fremden Klinik durchführen wollte.
Doch trotz ihrer positiven Erfahrung plant Annette Weber nicht, in Zukunft nur noch Doktorshopping zu betreiben – was Kritiker als Gefahr der Auktionsbörsen anführen. Zu einem fremden Zahnarzt beispielsweise würde sie nicht gehen, sagt Weber. »Ich weiß, dass meiner teuer ist, aber ich habe zu ihm Vertrauen.«
Manuela Elberg dagegen ist froh über den Wechsel. Sie bleibe bei McZahn, sagt sie. Die Wattepolster hat sie wieder ausgespuckt, den Mund gespült, Kronen und Brücke scheinen gut zu sitzen. Acht Wochen lang soll sie Probe kauen. Dann wird der Zahnersatz endgültig einzementiert. Erleichtert gleitet sie aus dem Behandlungsstuhl, packt ihre Sachen, eilt zum Empfang und verschwindet über die grün-blaue Fußmatte zur Tür hinaus.
- Datum 26.06.2007 - 14:26 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle DIE ZEIT, 21.06.2007 Nr. 26
- Kommentare 25
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




...wir müssen ALLE FLEXIBLER werden, gell? LEISTUNGSFÄHIGER. Und wir müssen den Gürtel ENGER schnallen, unsere ANSPRÜCHE herunterschrauben, und uns vom BESITZSTANDSWAHRERDENKEN verabschieden, nicht wahr? Denn die Globalisierung eröffnet uns so viele neue CHANCEN...ist es nicht das, was uns Eure "F." "D." P. immer gepredigt hat?
Gott, würd ich mich freuen, wenn Euch diese Ketten so richtig den ***** aufreißen würden. Damit Euch auch mal der Wind von Globalisierung und freiem Wettbewerb mal so richtig um die Nase weht...
Das Rennen nach UNTEN ist in vollem Gange...warum solltet ausgerechnet Ihr am Rande stehenbleiben und zuschauen?
Gegenfrage, ob es ethisch ist, wenn mein Zahnarzt - ich bin beihilfeberechtigter "Privatpatient" - nicht den als "Schwellenwert" bezeichneten 2,3-fachen Satz sondern den 3,5-fachen Satz im Voranschlag fordert? Erwartungsgemäß wurde dieser erhöhte Satz abgelehnt und siehe da, dann wurde ich zum "Schwellenwert"-Satz behandelt, nachdem ich unmißverständlich deutlich machte, von einem anderen Zahnarzt die Behandlung ausführen zu lassen.
"Privatpatienten" werden wahrscheinlich bestätigen können, daß sie mit erhöhten Sätzen ähnliche Erfahrungen machten. Zwar würde ich überlegen, ob ich den Zahnarzt "vor Ort" ohne weiteres "eintauschen" möchte, begrüße aber diese Konkurenz, die bekanntlich das Geschäft belebt.
Liebe Eule16, arbeiten Sie auch noch zu Löhnen von 1988? Seit 1988 wurde die Gebührenordnung für Zahnärzte nicht angepasst. Das man da mal den 3,5fachen Satz berechnet, kann doch wohl verstanden werden? Zu mal demnächst nur noch der 1,7fache Satz beihilfeberechtigt sein wird.
Zahnersatz im Ausland? Nur zu, vernichtet Arbeitsplätze in Deutschland, erhöht die Sozialbeträge, die die noch arbeitenden Menschen bezahlen müssen, vernichtet noch mehr Arbeitsplätze.
Mein Zahnlabor hatte vor zwei Jahren noch 14 Angestellte, heute nur noch 3!!!
@landzahni: ... weil Sie auch den Wettbewerb spüren, der uns einfachen Arbeitnehmern und Unternehmen im Nacken sitzt. Sie sollten sich mal Gedanken darüber machen, woher ein einfacher Arbeitnehmer die Gelder nehmen soll, die für erforderliche OPs verlangt werden, aber nicht von der GKV bezahlt werden. Zu der Arbeitslosigkeit, die Sie prophezeien: sorry, irgendwann kommt das auch bei Ihnen an. Wenn Sie nicht besser sind als das Ausland, müssen Sie halt billiger sein. Sowas nennt man Globalisierung, fragen Sie die - schon angesprochene - FDP.
Mein Privathonorar - und nur darum ging es - als Zahnarzt hat sich seit 1988 (!!!!) nicht geändert. Also wurden die festangestellten Helferinnen ersetzt, durch ungelernte 400 Euro Kräfte.
Da meine Kollegen im Ausland Zahnersatz anfertigen lassen, hat das angesprochene Labor - das nicht in meinem Besitz ist, es ist nur das Labor, mit dem ich zusammenarbeite - die Angestellten entlassen. Für mich ein Vorteil: mein Zahnlabor hat jetzt mehr Zeit für meine Patienten. Und die Arbeit wird besser - und deshalb kommen selbst hier auf dem Land mehr anspruchsvolle Patienten zu mir. Und deshalb haben es auch die GKV-Patienten besser, weil deren Zahnersatz auch besser wurde. Und auch diese Patienten aus einer armen Region in Deutschland zahlen deshalb gerne etwas drauf, weil sie gerne auch den Backenzahn weiß verblendet haben möchten, was die GKV nicht bezahlt! Und manche Verblendungen bleiben auch einfach übrig, werden also kostenlos erstellt. Nebenbei: von dem verblendeten Backenzahn habe ich gar nichts, mein Honorar bleibt gleich! Da ich aber mehr Privatpatienten habe als noch vor ein paar Jahren, habe ich auch wieder eine festangestellte gelernte Zahnarzthelferin.
Kauft nur weiter im Ausland ein, aber erwartet nicht dass euer Backenzahn verblendet wird
Mein Privathonorar - und nur darum ging es - als Zahnarzt hat sich seit 1988 (!!!!) nicht geändert. Also wurden die festangestellten Helferinnen ersetzt, durch ungelernte 400 Euro Kräfte.
Da meine Kollegen im Ausland Zahnersatz anfertigen lassen, hat das angesprochene Labor - das nicht in meinem Besitz ist, es ist nur das Labor, mit dem ich zusammenarbeite - die Angestellten entlassen. Für mich ein Vorteil: mein Zahnlabor hat jetzt mehr Zeit für meine Patienten. Und die Arbeit wird besser - und deshalb kommen selbst hier auf dem Land mehr anspruchsvolle Patienten zu mir. Und deshalb haben es auch die GKV-Patienten besser, weil deren Zahnersatz auch besser wurde. Und auch diese Patienten aus einer armen Region in Deutschland zahlen deshalb gerne etwas drauf, weil sie gerne auch den Backenzahn weiß verblendet haben möchten, was die GKV nicht bezahlt! Und manche Verblendungen bleiben auch einfach übrig, werden also kostenlos erstellt. Nebenbei: von dem verblendeten Backenzahn habe ich gar nichts, mein Honorar bleibt gleich! Da ich aber mehr Privatpatienten habe als noch vor ein paar Jahren, habe ich auch wieder eine festangestellte gelernte Zahnarzthelferin.
Kauft nur weiter im Ausland ein, aber erwartet nicht dass euer Backenzahn verblendet wird
... dass dem mafiösen deutschen "Gesundheitssystem" endlich das Genick gebrochen wird. Nirgendwo sonst zahlen Kunden solche Wucherpreise für solchen Pfusch wie in der speziell deutschen Medizin. Nirgendwo sonst sind die Rechte den Kunden so eingeschränkt. Ich kann nur jeden beglückwünschen der es sich erlauben kann seinen Arzt im Ausland aufzusuchen. Dort bekommt man für das gleiche Geld einen richtigen Fachmann, der sich mit den Problemen der Medizin wirklich auskennt. Medizintourismus sehe ich nicht nur als Geldersparnis, sondern weil ich im Ausland einfach mit modernerer Technik, mehr Ehrlichkeit, mehr Qualität und mehr medizinischer Erfahrung behandelt werde.
Wenn sich in Deutschland Ärzte dazu aufraffen den Menschen endlich als Kunden zu akzeptieren dann ist das sehr zu begrüßen.
Im Ausland zahlt der einheimische Bürger oftmals gar nichts, als Ausländer und Privatpatient zahle ich aber dort wesentlich mehr als ich hier in Deutschland bezahlen muss! Und meine Versicherung in Deutschland erstattet mir selbst diese höheren Gebühren! Erfahrungen aus Schweden
Im Ausland zahlt der einheimische Bürger oftmals gar nichts, als Ausländer und Privatpatient zahle ich aber dort wesentlich mehr als ich hier in Deutschland bezahlen muss! Und meine Versicherung in Deutschland erstattet mir selbst diese höheren Gebühren! Erfahrungen aus Schweden
Tja, nun fällt eine weitere Hochburg der Überregulierung
Gerade wenn ein solches Geschäftsmodell Erfolg haben sollte (und ich bin davon überzeugt), dann bleiben über kurz oder lang die bisher vorgeschobenen Argumente seitens der Ärztelobby auf der Strecke.
Anstatt sich nun über den McZahn aufzuregen, sollten die Ärzte sich einmal mit den Mechanismen der freien Marktwirtschaft vertraut machen und nicht mit altvorderen Argumenten ein Jammertal besingen. Wir als kleines Maschinenbauunternehmen müssen uns jeden Tag mit diesen Gesetzmäßigkeiten abfinden. Aber statt zu jammern suchen wir nach Lösungen. Sei es durch innovative Technik oder durch einen spitzen Bleistift oder auch den berühmten Rotstift. Nur so wird nämlich ein Schuh draus.
Mein Privathonorar - und nur darum ging es - als Zahnarzt hat sich seit 1988 (!!!!) nicht geändert. Also wurden die festangestellten Helferinnen ersetzt, durch ungelernte 400 Euro Kräfte.
Da meine Kollegen im Ausland Zahnersatz anfertigen lassen, hat das angesprochene Labor - das nicht in meinem Besitz ist, es ist nur das Labor, mit dem ich zusammenarbeite - die Angestellten entlassen. Für mich ein Vorteil: mein Zahnlabor hat jetzt mehr Zeit für meine Patienten. Und die Arbeit wird besser - und deshalb kommen selbst hier auf dem Land mehr anspruchsvolle Patienten zu mir. Und deshalb haben es auch die GKV-Patienten besser, weil deren Zahnersatz auch besser wurde. Und auch diese Patienten aus einer armen Region in Deutschland zahlen deshalb gerne etwas drauf, weil sie gerne auch den Backenzahn weiß verblendet haben möchten, was die GKV nicht bezahlt! Und manche Verblendungen bleiben auch einfach übrig, werden also kostenlos erstellt. Nebenbei: von dem verblendeten Backenzahn habe ich gar nichts, mein Honorar bleibt gleich! Da ich aber mehr Privatpatienten habe als noch vor ein paar Jahren, habe ich auch wieder eine festangestellte gelernte Zahnarzthelferin.
Kauft nur weiter im Ausland ein, aber erwartet nicht dass euer Backenzahn verblendet wird
Im Ausland zahlt der einheimische Bürger oftmals gar nichts, als Ausländer und Privatpatient zahle ich aber dort wesentlich mehr als ich hier in Deutschland bezahlen muss! Und meine Versicherung in Deutschland erstattet mir selbst diese höheren Gebühren! Erfahrungen aus Schweden
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren