Deutsche Bahn Loks ohne Führer

Campieren bald schon Reisende auf deutschen Bahnhöfen? Ganz unwahrscheinlich ist das nicht. Denn die Gewerkschaft der Lokführer droht, pünktlich zum Ferienbeginn den Zugverkehr lahmzulegen. Es sei denn, es gibt 30 Prozent mehr Lohn

Bundesweite Streiks bei der Bahn hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für die erste Juli-Woche angekündigt. »Die Streikbereitschaft ist hoch«, droht Manfred Schell, der Chef der Organisation, die nach eigenen Angaben 34.000 Mitglieder zählt. Die GDL fordert drastische Lohnerhöhungen von rund 30 Prozent und einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer, Schaffner und Zugkellner.

Die Streikdrohung ist etwas Besonderes, weil sie auf eine Spaltung der Tarifpolitik bei der Bahn hinausläuft. Bisher verhandelten drei Gewerkschaften über die Tarifbestimmungen für 134.000 inländische Mitarbeiter der Bahn, aber am Ende kamen einheitliche Bedingungen dabei heraus. Neben der GDL existieren noch die Gewerkschaft Deutscher Bundesbahnbeamten und Anwärter (GDBA) sowie Transnet. Diese beiden verhandeln derzeit mit der Bahn über Lohnforderungen von rund sieben Prozent. Mit der GDL dagegen spricht keiner, weil die Bahn sich nicht auf gesonderte Tarifregeln für Teile ihrer Belegschaft einlassen will.

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Die GDL begründet ihre Forderungen unter anderem damit, Lokführer seien angesichts der Verantwortung für 1000 Passagiere oder Güterzüge voller Chemie unterbezahlt. »Die Bahn ist ein fragiles Gebilde«, unkt die GDL-Gewerkschaftssprecherin Gerda Seibert, »man braucht nicht viel, um alles lahmzulegen.« ( rud )

 
Leser-Kommentare
  1. das ist ein unheimlich schwerer job, nur alle 6 stunden eine pinkelpause, dauer-konzentration, verantwortung für hunderte menschen, nicht selten selbstmörder die einem vor den zug laufen und das man dann auch "miterlebt", erhebliche gesundheitsbelastung durch stundenlanges aufhalten bei starken elektromotoren im triebfahrzeug (elektrosmog als ob man den handymast im schlafzimmer hat)

    nein ich bin kein lokführer ;-) aber hab mir das schon öfter gedacht. 30% mehr klingt zwar viel aber man muß sich die ausgangsbasis ansehen und auch sehen das es seit jahren bescheidene oder garkeine erhöhungen gab. wie in vielen branchen..

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