Henry Kissinger

Bilanz eines Beraters

US-Präsidenten von John F. Kennedy bis George W. Bush hörten auf seinen Rat. Mit dem ZEITmagazin LEBEN sprach Henry Kissinger über Vietnam, Irak und andere Irrtümer.

ZEITmagazin LEBEN : Dr. Kissinger, auf dem Fensterbrett neben der Sitzecke Ihres Büros steht ein gerahmtes Foto, auf dem Sie und der amerikanische Präsident zu sehen sind. Darunter in Handschrift die Widmung: „Für Henry, mit Dank für verlässlichen Rat, George W. Bush“. Wie haben wir uns Ihren Rat vorzustellen? Wie oft sehen Sie den Präsidenten?

Henry Kissinger : Wir reden etwa alle vier bis sechs Wochen miteinander. Charakteristisch für diese Treffen ist ihre Unregelmäßigkeit. Wir haben keine Unterlagen dabei. Wir reden unter vier Augen. Und vor allem reden wir im Allgemeinen nicht über aktuelle Politik.

ZEITmagazin LEBEN : Sondern?

Kissinger : Wir sprechen über künftige Strategien, über außenpolitische Entwicklungen, über Beziehungen zu anderen Ländern, etwa zu China, Korea, Russland oder Iran. Wir reden fast nie über die Frage, was wir nächste Woche im Irak tun sollten. Ich hoffe, Sie verstehen, dass ich keinerlei offizielle Position bekleide. Nach meiner Erfahrung sucht jeder Präsident früher oder später jemanden, der ihm hilft, eine philosophische und konzeptionelle Perspektive zu entwickeln.

ZEITmagazin LEBEN : Für George W. Bush sind Sie das.

Kissinger : Unter anderen. Präsidenten haben genug Leute um sich herum, die sich um das Tagesgeschäft kümmern. Sie brauchen einige, die nicht im Stab sitzen, mit denen sie die großen Linien diskutieren können.

ZEITmagazin LEBEN : Wie würden Sie den Präsidenten charakterisieren?

Kissinger : Europäer und New Yorker sehen in ihm bloß eine Karikatur. Nur um das klarzustellen: Ich habe im Jahr 2000 John McCain unterstützt, nicht George W. Bush. Ich kannte Bush damals persönlich gar nicht. Heute würde ich sagen: Bush ist für Europäer schwer zu verstehen, weil er aus einem Teil des Landes stammt, das wenig Beziehungen zum Ausland hat. Er ist sehr patriotisch und nimmt sich selbst sehr in die Pflicht; er ist intelligent, auch wenn seine Kritiker das Gegenteil behaupten; ein Mann, der gute Fragen stellt. Er hat begriffen, dass die sogenannte terroristische Herausforderung ein weltweites Phänomen ist. Er übernimmt für seine Entscheidungen die Verantwortung. Er ist mit sich im Reinen. Er hatte Schwierigkeiten, Mitarbeiter zu finden, die seine Ziele auf überzeugende Weise verfolgen und die sich Taktiken ausdenken, die zur Kultur anderer Gesellschaften passen.

ZEITmagazin LEBEN : Einerseits ist Amerika heute die einzige Supermacht, mit einer beispiellosen politischen, ökonomischen, militärischen und kulturellen Dominanz. Andererseits ist das Image des Landes schlechter als zuvor. Wie erklären Sie sich diesen Widerspruch?

Kissinger : Wir leben in einer komplexen Zeit. Die Vereinigten Staaten sind zwar die einzige Supermacht. Nur: Viele Probleme der Welt sind heute militärisch nicht zu lösen. Deswegen kann ein Land wie Amerika mächtig und zugleich ohne entsprechenden Einfluss sein. Den Antiamerikanismus, den Sie beschreiben, gibt es vor allem in Europa und im Mittleren Osten. In China, Japan oder Indonesien ist er nicht sehr stark ausgeprägt.

ZEITmagazin LEBEN : In Europa war er nie stärker.

Kissinger : Amerika versteht sich noch immer wie ein Staat im 19. Jahrhundert, eine Nation, die ihre Interessen vertritt. In Europa gibt es zwar auch noch Nationen, aber sie sind nicht mehr das wichtigste Identifikationsmerkmal für die Menschen.

ZEITmagazin LEBEN : Wie meinen Sie das? Franzosen, Italiener, Deutsche: Viele würden Ihnen da widersprechen.

Kissinger : Aber vielleicht nicht, wenn es um die Frage geht, ob eine Regierung für ihre Politik von der Bevölkerung Opfer verlangen kann – sowohl im Inneren als auch in der Außenpolitik. In Europa gilt der Frieden mittlerweile als wichtigstes Ziel der Außenpolitik; in den USA ist er ein wichtiges Ziel unter anderen. Aber natürlich hat das Vorgehen der Regierung Bush in ihrer ersten Amtszeit sehr viel dazu beigetragen, dass der Antiamerikanismus weltweit so gewachsen ist.

ZEITmagazin LEBEN : Der wichtigste Grund dafür ist der Krieg im Irak.

Kissinger : Ich würde sagen, dass der Irakkrieg das Symbol für diese Entwicklung ist. Aber obwohl er der Hauptgrund für diese Haltung ist, können wir das Problem nicht lösen, indem wir uns einfach aus dem Irak zurückziehen. Selbst wenn die amerikanischen Truppen das Land vollständig verlassen würden, gingen die Kämpfe weiter. Auch der Konflikt im Mittleren Osten wäre nicht gelöst. Gebraucht wird, vor allem anderen, eine politische Lösung. Allen früheren Meinungsverschiedenheiten zum Trotz: Amerika und Europa haben ein gemeinsames Interesse daran, ein politisches Ergebnis zu finden.

ZEITmagazin LEBEN : Sie selbst haben den Irakkrieg von Anfang an befürwortet.

Kissinger : Ich habe die Entscheidung zum Einmarsch befürwortet, ja. Aber ich habe viele andere Entscheidungen seitdem öffentlich kritisiert. Ich war dafür, einzumarschieren, Saddam abzulösen und dann das Ganze zu einer internationalen Operation zu machen, wie auf dem Balkan.

ZEITmagazin LEBEN : Schon vor Beginn des Krieges war klar, dass es dazu nicht kommen würde. Die USA und Großbritannien standen ziemlich allein da.

Kissinger : Dem stimme ich nicht zu. Im Juni 2003 waren mehrere Länder, darunter Frankreich und wahrscheinlich Indien, zu einer Teilnahme bereit, vorausgesetzt, dass ein internationaler Rahmen geschaffen werden konnte. Die Entwicklung war dann anders. Ich habe es nie für möglich gehalten, dass wir den Irak demokratisieren könnten in einer Zeitspanne, die in Amerikas öffentlicher Meinung Unterstützung finden würde. Ich habe auch nie geglaubt, dass in Bagdad eine Militärregierung eingesetzt werden könnte, ohne dass dies zu Aufständen führen würde.

Wenn wir heute Bilanz ziehen, müssen wir sagen: Die Verluste waren zu hoch. Und nun? Bleibt Amerika im Irak, werden selbst militärische Erfolge von vielen nicht gewürdigt werden. Zieht Amerika sich zurück, wird es zu Unruhen im Libanon, in Jordanien, in Saudi-Arabien kommen. Es ist dann sehr wahrscheinlich, dass Terroristen ihre Camps in den Irak verlegen werden. Und Nachbarländer wie die Türkei oder Iran werden dann ihre Interessen im Irak, wenn nötig, militärisch verfolgen.

ZEITmagazin LEBEN : Aus Ihrer Sicht gibt es keine Lösung?

Kissinger : Die Lösung muss politischer, nicht nur militärischer Art sein. Sehr viel dreht sich um das Verhältnis zwischen Iran und den Vereinigten Staaten. Die Diskussionen um dieses Thema laufen leider derzeit zu sehr nach dem Motto: Mit Krieg kommen wir nicht weiter, also lasst uns verhandeln. Aber glauben Sie wirklich, ein amerikanischer und ein iranischer Unterhändler setzen sich einfach so an einen Tisch und überzeugen sich gegenseitig mit vernünftigen Argumenten davon, dass der Mittlere Osten Stabilität braucht?

Damit es Fortschritt gibt, müssen drei Ziele erreicht werden: Erstens müssen beide Seiten zu der Überzeugung gelangen, dass weder einer von ihnen selbst noch irgendjemand anders seine Ziele militärisch erreichen kann. Zweitens ist ein Umfeld erforderlich, in dem ein gewisses Gleichgewicht der Kräfte herrscht. Drittens braucht es eine zusammenhängende, zielgerichtete und entschlossene Diplomatie. Ich denke, beide Seiten tasten sich in dieser Richtung voran.

ZEITmagazin LEBEN : Sie haben einmal gesagt, der Ausgang des Irakkriegs werde wesentlich wichtiger sein als der des Krieges in Vietnam.

Kissinger : Ja, und dabei bleibe ich auch.

ZEITmagazin LEBEN : Der Vietnamkrieg hat die amerikanische Seele zutiefst verletzt – bis heute.

Kissinger : Die Verletzungen durch den Irakkrieg werden noch tiefer gehen. Nach dem Ende des Vietnamkriegs stabilisierte sich Südostasien. Aber den Mittleren Osten zu stabilisieren ist viel schwieriger. Ich hoffe, dass eines Tages jemand eine objektive Analyse des Krieges in Vietnam vornehmen wird. Bis heute ist das niemandem gelungen, trotz aller Versuche.

ZEITmagazin LEBEN : Was meinen Sie mit objektiv? Die USA wollten mit militärischen Mitteln die Kommunisten in Vietnam besiegen. Diesen Krieg bezahlten Millionen von Menschen auf beiden Seiten mit ihrem Leben. Die USA mussten sich am Ende zurückziehen. Vietnam gilt als einer der Auslöser für das Entstehen einer weltweiten Protestbewegung.

Kissinger : Ihre Frage vereinfacht die Dinge viel zu sehr. Amerika hat interveniert, nachdem Hanoi reguläre Divisionen nach Südvietnam eingeschleust hatte. Amerika tat dies, weil die Regierungen Kennedy und Johnson in Vietnam die gleichen Prinzipien der Eindämmungspolitik anzuwenden versuchten, die in Europa funktioniert hatten. Ihre Methoden mögen erfolglos gewesen sein; aber es ist nicht fair, jene anzuklagen, die sich einem Angriff entgegenstemmten, statt diejenigen, die in Südvietnam einmarschiert sind.

Wichtigstes amerikanisches Ziel war es, der Bevölkerung Südvietnams die Möglichkeit zu geben, selbst über ihr Schicksal zu entscheiden. Dieses Ziel wurde mit dem Friedensabkommen von 1973 erreicht. Zuvor hatte die Regierung Nixon 510000 Soldaten abgezogen, und zwar einseitig. Amerika hatte 1971 die Kampfhandlungen auf dem Boden beendet und die eigenen Verluste um über 90 Prozent reduziert. Das war eine Art Sieg.

ZEITmagazin LEBEN : Ein Sieg Amerikas in Vietnam?

Kissinger : In dem Sinne, dass wir in der Substanz erreicht hatten, was wir erreichen wollten. Die einzige nordvietnamesische Bedingung, der wir uns beständig widersetzt haben, war Hanois Hauptforderung, jede Art von Friedensprozess müsse mit dem Sturz der Regierung in Saigon beginnen. Hanoi zufolge konnten alle anderen Fragen erst nach diesem Sturz diskutiert werden, mit anderen Worten: mitten im politischen Chaos. Wir hielten dies für eine unehrenhafte Bedingung – vor allem für den Führer eines Bündnisses von Demokratien auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Nachdem Hanoi zugestimmt hatte, dass die Regierung in Saigon im Amt bleiben konnte, haben wir die anderen Punkte innerhalb weniger Wochen lösen können.

ZEITmagazin LEBEN : Sie meinen wirklich, die Vereinigten Staaten hatten den Krieg 1972 gewonnen?

Kissinger : Ich verstehe den Sarkasmus. Aber lassen Sie mich an die Grundzüge der Vereinbarung von 1972 erinnern: bedingungsloser Waffenstillstand. Die Regierung in Saigon sollte im Amt bleiben. Amerikanische wirtschaftliche und militärische Hilfe sollte fortgesetzt werden können – wobei sich militärische Hilfe nicht auf Ersatzteillieferungen beschränken sollte. Die nordvietnamesischen Truppen sollten aus Laos und Kambodscha abgezogen werden. Keine weiteren nordvietnamesischen Einheiten sollten nach Südvietnam einrücken dürfen. Die verbleibenden 30.000 US-Truppen sollten aus Vietnam abgezogen werden. Das alles unter der Aufsicht von vier neutralen Ländern. Keine einzige dieser Vereinbarungen war vor 1972 zu erreichen, wie auch immer heutige Mythen lauten mögen. Wir wissen nicht, ob diese Vereinbarungen aufrechtzuerhalten gewesen wären, hätte Amerika seine militärische und wirtschaftliche Hilfe fortgesetzt.

Watergate machte dies unmöglich, weil es Nixons Autorität zerstörte und einen feindlichen Kongress ins Amt brachte. Dieser Kongress verbot militärischen Widerstand gegen schwerwiegende Verletzungen des Waffenstillstands, verringerte die amerikanische Wirtschafts- und Militärhilfe an Vietnam auf ein Drittel und strich die Hilfe an Kambodscha vollständig. Zu jener Zeit gab es in Vietnam keine amerikanischen Streitkräfte mehr und damit auch keine amerikanischen Verluste. Wir haben die Hilfe an ein befreundetes Land gestoppt, teilweise wegen unseres innenpolitischen Streits.

ZEITmagazin LEBEN : Wenn man Ihnen zuhört, merkt man, wie präsent Ihnen diese Jahre der Auseinandersetzung noch sind.

Kissinger : Natürlich, ich stand damals im Zentrum des Geschehens. Es war eine herzzerreißende Tragödie.

ZEITmagazin LEBEN : Und die Ereignisse gehen Ihnen wegen des Irakkonflikts heute wieder durch den Kopf?

Kissinger : Das ist ein anderer Krieg. Vietnam war Teil des Kalten Krieges, und der ist längst vorbei. Nein, Irak ist nicht Vietnam. Aber eine Frage von damals geht mir wieder durch den Kopf: An welchem Punkt gerät eine innenpolitische Debatte derart außer Kontrolle, dass sie ihre eigenen Mythen schafft? Woher kam der Zwang, den Vietnamkrieg zu beenden, als wir längst keine Soldaten mehr dort hatten? Natürlich hätten wir Vietnam weiterhin Hilfe zukommen lassen sollen, aber die Protestgeneration brauchte ihre Genugtuung.

ZEITmagazin LEBEN : Der Protest gegen den Vietnamkrieg begann lange vor 1972…

Kissinger : …ja, 1968. Der Protest veränderte sich im Laufe der Jahre. Zunächst hieß es, der Krieg sei mit den bisherigen Methoden nicht zu gewinnen. Dem stimmte ich zu. Dann hieß es aus der Protestbewegung, wir sollten verhandeln. Wieder stimmte ich zu. Und nahm, nebenbei bemerkt, 1967 den ersten halboffiziellen Kontakt mit Hanoi auf. Dann hieß es, der Krieg sei ein typisches Beispiel für die amerikanische Amoral und die Krankheit, die Amerikas Gesellschaft erfasst habe.

Als ein Flüchtling, der von Amerikas Demokratie begünstigt worden ist, stimmte ich der Prämisse eines amoralischen Amerikas nicht zu. Und ich war auch nicht für einen bedingungslosen Abzug. Wir bestanden auf der Forderung, die Bevölkerung Südvietnams solle ihr Schicksal selbst bestimmen.

ZEITmagazin LEBEN : Das erinnert Sie an die Situation heute im Irak?

Kissinger : Viele sind auch heute wieder geradezu besessen von einem einzigen Gedanken: Ihr müsst den Krieg beenden! Welchen Krieg meinen diese Leute? Damals, in Vietnam, ist der kommunistische Norden in den Süden einmarschiert, weil wir dem Süden nicht mehr geholfen haben. Auch heute muss die Lösung politisch sein; sie kann nicht nur durch Rückzug erreicht werden.

ZEITmagazin LEBEN : Für Ihre Verhandlungen mit Nordvietnam sind Sie 1973 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Einer Ihrer Mitarbeiter hat später erzählt, dass Sie verblüfft reagierten: „Wer? Ich?“

Kissinger : Ich wusste nicht, dass ich in der engeren Auswahl gelandet war, deshalb habe ich es zunächst nicht geglaubt. Ich habe keine Lobbyarbeit dafür gemacht. Meine Überraschung lag aber nicht daran, dass ich mich nicht für preiswürdig gehalten hätte. Ich war ziemlich stolz darauf, was wir in Vietnam erreicht hatten.

ZEITmagazin LEBEN : Zurückblickend auf Ihre Jahre als Sicherheitsberater und Außenminister: Was bereuen Sie? Welche Fehler haben Sie gemacht? Die Bombardierung Kambodschas, zum Beispiel: War das nicht ein furchtbarer Fehler?

Kissinger : Ich möchte meine Antwort auf die Bombardierung der nordvietnamesischen Stützpunkte entlang der kambodschanischen Grenze beschränken. Nein, ich glaube nicht, dass es ein Fehler war. Was hätten Sie denn in unserer Situation getan? Jenseits der kambodschanischen Grenze standen vier feindliche Divisionen und töteten jeden Tag Hunderte von Amerikanern. Warum sollte das Prinzip der Neutralität sie schützen?

Prinz Sihanouk, Kambodschas Staatschef, schien das genauso zu sehen. Zwei Monate nach den ersten Luftangriffen auf die nordvietnamesischen Rückzugsgebiete antwortete er bei einer Pressekonferenz am 13. Mai 1969 auf eine Frage nach den B52-Angriffen: „Ich habe gegen die Bombardierung der Vietconglager deshalb nicht protestiert, weil ich von den Bombardierungen nichts gehört habe. Ich hatte davon keine Kenntnis, weil es in manchen Gegenden keine Kambodschaner gibt. … Niemand ist in das Feuer geraten – niemand, keine Kambodschaner.“

ZEITmagazin LEBEN : Die Intervention der Amerikaner stürzte das Land ins Chaos. Am Ende übernahm Pol Pot die Macht und errichtete sein Terrorregime.

Kissinger : Offen gestanden: Als ich diesem Interview zustimmte, mit einer Zeitung, die ich immer respektiert habe und deren frühere und heutige Herausgeber ich verehre, bin ich nicht davon ausgegangen, dass es zu einer Inquisition werden würde über Ereignisse, die vier Jahrzehnte zurückliegen; und dann in diesem Ton! Warum sagen Sie, es war die Gegenwehr Amerikas, und nicht das Eingreifen Hanois, was das Chaos schuf? Glauben Sie, Pol Pot wäre gütiger gewesen, wenn er vier Jahre früher an die Macht gekommen wäre? Implizieren Sie, dass die einzige legitime Reaktion auf Angriffe durch völkermörderische Gruppen Pazifismus ist und Wehrlosigkeit? Die Frage ist doch, wie das Chaos entstehen konnte. Wieder war die innenpolitische Debatte in Amerika ein Problem: Wir durften Südvietnam nicht mehr als 300 Millionen Dollar im Jahr zukommen lassen, wir durften keine Truppen aus Nachbarländern zu Hilfe schicken.

ZEITmagazin LEBEN : Sie gelten als führender Vertreter der sogenannten Realpolitik.

Kissinger : Sie setzen Realpolitik mit Machtpolitik gleich. Ich nicht. Selbst Bismarck, ein Befürworter der Realpolitik, hat einmal gesagt, das Beste, was ein Staatsmann tun kann, ist, dem Schritt Gottes zu lauschen, den Saum seines Mantels zu erhaschen und einen kurzen Weg mit ihm zu gehen. Auch als Realpolitiker braucht man Werte, auf deren Basis man handelt. Ich akzeptiere die Trennung zwischen Realpolitik und Werten nicht! Ich unterscheide zwischen Realpolitik und idealistischer Außenpolitik. Die Idealisten glauben, jedes Konzept könne innerhalb eines bestimmten Zeitraums durchgesetzt werden, am liebsten sofort. Der Realpolitiker hingegen glaubt an Werte, er weiß aber auch, was machbar ist. Und der Realpolitiker in mir sagt Ihnen: Es wurden mehr Menschen durch Kreuzzügler umgebracht als durch Staatsmänner.

ZEITmagazin LEBEN : Umso erstaunlicher, wie gut Sie mit den Kreuzzüglern der Bush-Regierung, den Neocons, ausgekommen sind.

Kissinger : Wieder so ein überflüssiger Sarkasmus! Die Neocons haben mich schon vor Jahrzehnten angegriffen, lange bevor der Ausdruck Neocons in Europa bekannt war. Ich stimmte mit den Neocons oft in ihrer Analyse überein, selten mit ihren Lösungen. Die Neocons sind keine strategischen Analytiker. Sie sind umgedrehte Trotzkisten, die glauben, dass Außenpolitik nur ein Aspekt der Innenpolitik ist. Die Neocons sind auf der Suche nach weltweiter Harmonie, nach universeller Glückseligkeit, erreicht durch Regimewechsel.

ZEITmagazin LEBEN : Sie wollen die Demokratie überallhin exportieren.

Kissinger : Sie würden am liebsten die chinesische Regierung, die russische, die iranische und schließlich die nordkoreanische Regierung stürzen; und sie würden das als langfristige Strategie bezeichnen. Ich dagegen glaube, dass wir Amerikaner weder das Wissen noch das Talent, noch die Ausdauer besitzen, um die Paten des Universums zu sein.

ZEITmagazin LEBEN : Das Problem mit der Realpolitik ist: Menschenrechte sind aus ihrer Perspektive eher zweitrangig.

Kissinger : Nein, es kommt nur auf den Tonfall an. Wenn Sie nicht als Kreuzzügler auftreten, können Sie auch den Chinesen gegenüber Menschenrechtsverletzungen ansprechen. Ich tue das.

ZEITmagazin LEBEN : Ja?

Kissinger : Ja, regelmäßig, aber leise.

ZEITmagazin LEBEN : Laut genug, dass man es hört?

Kissinger : Die es hören sollen, hören es. Auf diese Weise haben wir zwischen 1969 und 1972 die Zahl der Auswanderer aus der Sowjetunion von 900 auf 39000 im Jahr gesteigert. Nachdem dieses Thema zum Gegenstand öffentlichen Streits geworden war, erreichte die Zahl der Auswanderer nie wieder 15000. Wissen Sie, schwierige außenpolitische Entscheidungen sind allesamt 51-zu-49-Entscheidungen. Solche Entscheidungen können Sie nur treffen, wenn Sie sich Ihrer eigenen Werte sicher sind. Aber man muss auch die Geschichte und die Kultur der anderen akzeptieren – natürlich nur, solange es nicht zum Völkermord kommt wie in Ruanda oder Darfur.

ZEITmagazin LEBEN : Sie waren jahrelang Amerikas zweitwichtigster Politiker. Was bedeutet Ihnen eigentlich Macht?

Kissinger : Ich bin gerade 84 Jahre alt geworden. Meine Macht ist mittlerweile durchaus überschaubar. Für mich hat Macht immer bedeutet, die Möglichkeit zu haben, Ziele zu erreichen, die eine Welt zurücklassen, die besser ist als zu dem Zeitpunkt, als ich ein Amt antrat. Dass Sie als Außenminister der Vereinigten Staaten in Ihrem Büro sitzen und sich an der Vorstellung berauschen, die berühmten Knöpfe drücken zu können, das können sich nur Journalisten ausmalen. Wenn Sie sich die großen Themen meiner Zeit in der Regierung ansehen, stellen Sie fest, dass es extrem schwierig war, darin Erfüllung zu finden. Das waren Jahre, geprägt von Zweifeln, Ängsten und dem Willen, trotzdem irgendwie durchzuhalten.

ZEITmagazin LEBEN : Vor der Zeit in Washington lehrten Sie als Professor in Harvard. Unter Nixon und Ford konnten Sie Politik dann nicht mehr nur analysieren, sondern auch gestalten.

Kissinger : Ja, das stimmt. Die Dinge haben sich damals allerdings anders entwickelt als gehofft. Logischer für mich wäre es gewesen, Sicherheitsberater eines Präsidenten Rockefeller zu werden. Mit Nixon war es problematischer; als ich sein Sicherheitsberater wurde, hatten wir zuvor nie zusammengearbeitet. Er war ein außergewöhnlicher Präsident, aber sehr kompliziert. Vielleicht kann ich mich deswegen nicht daran erinnern, in dieser Zeit jemals gedacht zu haben: Du gehst da jetzt rein und erringst eine Menge Macht. Ich weiß, dass viele Augenzeugen das so in Büchern beschrieben haben. Ich erinnere mich anders.

ZEITmagazin LEBEN : Wie?

Kissinger : Wir waren im Krieg. Es gab 400 Tote jede Woche in den ersten sechs Wochen. Wir verloren mehr Soldaten in diesen sechs Wochen, als Amerika in den vergangenen fünf Jahren zusammen verloren hatte. Die ersten Unruhen setzten ein. Wir mussten Abrüstungsgespräche vorbereiten. Und wir hatten keinen Kontakt zu China. Der Mittlere Osten brodelte. Die Sowjetunion hatte gerade die Tschechoslowakei besetzt. Wir mussten das Energieproblem lösen. Wichtiger als alles andere: Wir mussten eine Friedensordnung schaffen.

ZEITmagazin LEBEN : Vor 30 Jahren, im Januar 1977, sind Sie aus der Regierung ausgeschieden. Haben Sie die Macht vermisst?

Kissinger : In den ersten paar Jahren, ja, dann nie mehr.

ZEITmagazin LEBEN : Sie haben damals den Satz geprägt: „Macht ist das ultimative Aphrodisiakum.“ Gilt das heute noch?

Kissinger : Lassen Sie mich das so beantworten: Das gesellschaftliche Leben in Washington ist sehr aktiv. Das ist in Berlin heute sicher nicht anders.

ZEITmagazin LEBEN : Wir führen dieses Gespräch auf Englisch, obwohl Sie natürlich auch immer noch Deutsch sprechen. Sie sind in Fürth geboren und verließen Deutschland mit Ihrer Familie 1938, um der Judenverfolgung zu entgehen.

Kissinger : Mein Problem mit dem Deutschen ist, dass ich mich nicht so präzise ausdrücken kann wie auf Englisch. Ein privates Gespräch ist kein Problem, und je länger ich in Deutschland bin, desto besser geht es. Aber jedes Mal, wenn ich mich mit deutschen Professoren auf Deutsch unterhalte, verstehe ich nichts mehr. Natürlich kann ich eine schriftliche Rede auch auf Deutsch halten, aber Sie wissen ja: Eine abgelesene Rede garantiert, dass Ihnen das Publikum nicht zuhört.

ZEITmagazin LEBEN : Vor zwei Jahren erzählten Sie bei einem Europabesuch, Sie wollten am nächsten Tag nach Fürth fahren; Sie wüssten nicht, ob es nicht vielleicht das letzte Mal sei.

Kissinger : Ja, in meinem Alter liegt der Gedanke nahe. Ich bin früher gern und viel gereist, heute fällt mir das schwerer. Ich fühle mich persönlich meiner Heimat immer noch sehr eng verbunden, und das hat sich über all die Jahrzehnte nicht geändert.

ZEITmagazin LEBEN : Hat diese Verbundenheit im Alter zugenommen?

Kissinger : Das ist mir zumindest nicht bewusst geworden. Ich informiere mich noch immer an jedem Wochenende, wie mein Verein, die Spielvereinigung Fürth, gespielt hat. Und ich kann Ihnen sagen, es ist ein Jammer. Seit Jahren scheitern sie oft ganz knapp, manchmal nur wegen des Torverhältnisses, am Aufstieg in die Bundesliga. Wobei ich mich immer noch daran gewöhnen muss, dass mein Verein jetzt Greuther Fürth heißt, nicht mehr nur Fürth. Greuther war mir in meiner Jugend nicht bekannt.

Das Gespräch führten Christoph Amend und Matthias Naß

Heinz Alfred Kissinger wird 1923 in Fürth als Sohn eines Gymnasiallehrers geboren. Vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten verlässt die jüdische Familie 1938 das Land und wandert nach Amerika aus.
Aus Heinz wird Henry, und der macht eine amerikanische Karriere – bis ganz nach oben. Studium und Dissertation in Harvard, im Alter von 39 wird der Historiker zum Professor berufen. Er berät John F. Kennedy und Nelson Rockefeller, wird 1969 von Präsident Richard Nixon zum Nationalen Sicherheitsberater und 1973 zum Außenminister ernannt – mit 50 Jahren damals der jüngste aller Zeiten.
Im Vietnamkrieg bereitet er das Waffenstillstandsabkommen vor und wird dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, er organisiert die erste Reise eines US-Präsidenten nach China und setzt sich für eine Entspannungspolitik zwischen den USA und der Sowjetunion ein. Er ist aber auch mitverantwortlich für Bombardierungen von Zivilisten in Vietnam und Kambodscha, und seine bis heute nicht geklärte Rolle während des blutigen Putsches von General Pinochet in Chile 1973 führt später zu gerichtlichen Vorladungen in mehreren Ländern, denen Kissinger nie nachgekommen ist.

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Leser-Kommentare

    • 29.06.2007 um 11:31 Uhr
    • hagego

    Nach diesem Interview wird es einem sofort wieder klar: wir leben in relativ mediokren Zeiten.
    Deshalb faszinieren uns (zumindest mich!) die Figuren einer früheren Politik-Epoche: Olof Palme, Helmut Schmidt, Bruno Kreisky, Harold Wilson, Francois Mitterand, Willy Brandt, John F. Kennedy und eben auch Henry Kissinger.
    Kissinger spricht aus, was er denkt, ohne dass er dabei "überzieht" oder sich in Belanglosigkeiten ergeht. Er ist auch mit 84 Jahren in der Lage, zu erkennen, welche Winkelzüge Journalisten aushecken, um darzulegen, dass sie gegenüber den Großen aus Politik und Wirtschaft "mutig" sind. Kein Zweifel, diese Fragen nach der eigenen Geschichte, nach der eigenen Verantwortung müssen gestellt werden. Aber der Blick, rückwärtsgewandt - manch Angesprochenes liegt 30 oder fast 40 Jahre zurück, wird ein wenig trügerisch durch die dominierende Gegenwart.
    Kissinger, im eigentlichen Sinne gar kein Parteipolitiker, hat die Macht nicht um ihrer selbst genutzt, er hat - zusammen mit anderen - diese Macht eingesetzt, um Lösungen anzubieten. Diese Lösungen bestanden manchmal auch aus Kompromissen - das ist in der kleinen und der großen Politik nicht zu vermeiden. Faule Kompromisse machte Kissinger, mitsamt der damals verantwortlichen Administration, m.E. wenige.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Interviews können bisweilen hohes Niveau haben und dem anspruchsvollen Leser einen intellektuellen Genuss bieten. Kissinger ist der Vater der Shuttle-Diplomatie, der Mann, der China den Zugang zur Welt eröffnete, er war Kennedys Berater in der Kubakrise -- nichts von alledem wurde auch nur erwähnt. Dass das vorstehende Interview aber jegliches Niveau vermissen lässt, ja geradezu peinlich wirkt, liegt an der gehässigen, zynischen Voreingenommenheit der beiden Interviewer. Offensichtlich ging es ihnen mehr darum, ihren linientreuen Antiamerikanismus unter Beweis zu stellen als darum, dem Leser irgendwelche neue Einsichten zu vermitteln. Die "Zeit" hatte einst bessere Interviews.

  1. Vielleich sollte er mal die Pentagon-Papers lesen, um sich zu erinnern was er damals gewusst hat. Für mich der einer der grössten Kriegsverbrecher aller Zeiten und mindestens so verlogen wie Nixon. Zum Glück für die Menschheit mittlerweile im Vollbild der Altersdemenz. Warum muss man so jemanden interviewen?

    • 30.06.2007 um 20:24 Uhr
    • Mzungu

    Erstens ist K der typische Machiavellist, der seinen Chef (Johnson) hintergeht, indem er die geheimen Dokumente der Paris-Friedensverhandlungen dessen Widersacher Nixon steckt und damit bei den Republikanern Karriere macht. Durch diese Sabotage wird der Vietnamkrieg um Jahre verlängert, denn ein Frieden war 1968 wahrscheinlich.

    Weiterhin ist K ein überführter notorischer Lügner. Mittlerweile offengelegte Geheimdokumente belegen zum Beispiel, daß Kissinger zusammen mit dem damaligen US-Präsident Gerald Ford die völkerrechtswidrige indonesische Invasion Osttimors autorisierte, die von Dezember 1975 bis Februar 1976 ca. 60.000 Opfer kostete. Kissinger bestritt, überhaupt von den Plänen für die Invasion gewusst zu haben, bis inzwischen freigegebene Dokumente das Gegenteil bewiesen.

    Drittens ist K ein Kriegsverbrecher nach den Maßstäben der Nürnberger Prozesse oder Den Haag. In den Aufzeichnungen eines der Nixon-Kissinger-Gespräche hatte Nixon schwere Bombenangriffe auf Kambodscha angeordnet: „Sie sollen alles treffen“ befahl der Präsident. Daraus machte Kissinger dem Pentagon gegenüber einen Befehl zu „einem schweren Bombenangriff auf alles, was fliegt und sich bewegt“. Noch nie in der Geschichte hatte es laut Prof. Chomski einen eindeutigeren Auftrag zum Völkermord gegeben:

    "On May 27, The New York Times published one of the most incredible sentences I've ever seen. They ran an article about the Nixon-Kissinger interchanges. Kissinger fought very hard through the courts to try to prevent it, but the courts permitted it. You read through it, and you see the following statement embedded in it. Nixon at one point informs Kissinger, his right-hand Eichmann, that he wanted a massive bombing campaign of Cambodia. He said, "I want them to hit everything." And Kissinger transmits the order to the Pentagon to carry out "A massive bombing campaign against Cambodia. Anything that flies on anything that moves." That is the most explicit call for what we call genocide when other people do it that I've ever seen in the historical record."

    • 30.06.2007 um 20:42 Uhr
    • Mzungu

    Ich hätte doch selbst übersetzten sollen:
    "A massive bombing campaign against Cambodia. Anything that flies on anything that moves."
    Kissinger forderte "einen massiven Bombardierungsfeldzug gegen Kambodscha. Alles was fliegt gegen Alles was sich bewegt".
    Das lesenswerte Interview mit Prof. Chomski findet sich hier:
    http://www.mapc-web.de/ar...

  2. ausser dass es meist ums Öl geht oder um Waffenlobby, um Wegemonie.
    Das Archiv von einem anderen 9/11 wie das so schön klingt wird erst nach seinem Tod geöffnet, das war diese Geschichte in Chile...11 September 1973.
    Ich denke die Zeit zeigt uns Beispiele wie wir nicht sein sollen.

    • 01.07.2007 um 0:33 Uhr
    • speilzahn

    And I hope that you die
    And your death'll come soon
    I will follow your casket
    In the pale afternoon
    And I'll watch while you're lowered
    Down to your deathbed
    And I'll stand o'er your grave
    'Til I'm sure that you're dead

    bob dylan (c) 1963

    vollständig unter bobdylan.com

  3. es ist schleierhaft, warum Kissinger mit Ihnen sprechen wollte.

    Wie auch mit dem ZEIT Buero Mann in Washington, Kleine-Brockhoff, sollte sich niemand einbilden, dass man nicht mit Amerika-Feinden sich unterhaelt.

    Was ok ist/waere, wenn sie die Wahrheit offen sagen wuerden.

    Aber das ist zuviel zu hoffen.

    Trotzdem ist dieses Interview weretvoll. Die Leser-Briefe beweisen wieder, dass die Mehrheit der ZEIT-Leser, wohl auch aller Deutschen, Nass' &seines Helfer's Meinung sind.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    @bells77g   hinterwald

    "es ist schleierhaft, warum Kissinger mit Ihnen sprechen wollte."

    mir ist schleierhaft, warum die zeit mit dem kerl reden will.

    für mich jedenfalls gehört er zu den übelsten verbrechern, die das jahrhundert hervorgebracht hat, und eigentlich gehört der vor den internationalen gerichtshof.

    aber, er ist ja "nur" ein schreibtischtäter, er denkt sich den dreck ja nur aus. sterben dürfen die anderen ...

  4. Interviews können bisweilen hohes Niveau haben und dem anspruchsvollen Leser einen intellektuellen Genuss bieten. Kissinger ist der Vater der Shuttle-Diplomatie, der Mann, der China den Zugang zur Welt eröffnete, er war Kennedys Berater in der Kubakrise -- nichts von alledem wurde auch nur erwähnt. Dass das vorstehende Interview aber jegliches Niveau vermissen lässt, ja geradezu peinlich wirkt, liegt an der gehässigen, zynischen Voreingenommenheit der beiden Interviewer. Offensichtlich ging es ihnen mehr darum, ihren linientreuen Antiamerikanismus unter Beweis zu stellen als darum, dem Leser irgendwelche neue Einsichten zu vermitteln. Die "Zeit" hatte einst bessere Interviews.

    Antwort auf "Klare Ansichten."
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  • Von Christoph Amend
  • Datum 1.7.2007 - 01:43 Uhr
  • Quelle ZEITmagazin LEBEN, 28.06.2007 Nr. 27
  • Kommentare 17
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  • Schlagworte Internationale Beziehungen | Außenpolitik | | USA
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