Terrorismus Profiteur des Chaos

Ob Afghanistan, Libanon oder Gaza – wo Staaten zerfallen, wittert das Terrornetzwerk al-Qaida seine Chance. Porträt eines Wiederaufstiegs.

Ein Selbstmordkommando für Amerika. Eins für Kanada, eins für England. Und dann noch, auch die haben schließlich Soldaten in Afghanistan, eins für Deutschland. Al-Qaida liefert wieder Terroristennachschub vom Hindukusch. Dieses Selbstbild jedenfalls zeichnet ein makabres Video, aufgenommen Anfang Juni im wilden Grenzland zwischen Pakistan und Afghanistan. Ob es tatsächlich die Dokumentation ausschwärmender Mördertruppen ist oder bloß ein perfides Stück psychologischer Guerillakriegsführung, das wissen nur seine Urheber.

Im Bundesinnenministerium allerdings will man vorsichtshalber daran glauben, dass al-Qaida diese neue Gestalt angenommen haben könnte, die eines Dschihad-Versandservices. Immerhin, warnt Innenstaatssekretär August Hanning, sei ein knappes Dutzend islamistische »Gefährder«, die entweder die deutsche Staatsangehörigkeit besäßen oder in Deutschland aufgewachsen seien, in den vergangenen Wochen »verschwunden«. Drei weitere den deutschen Behörden bekannte Islamisten seien in Pakistan festgenommen worden. Da liege die Vermutung nahe, dass sie am Hindukusch entsichert werden und demnächst als menschliche Sprengsätze in Berlin, Köln oder Frankfurt hochgehen könnten. Die Sicherheitslage sei »dramatisch wie nie zuvor«, lassen sich hochrangige Mitarbeiter des Innenministeriums vernehmen, auch wegen auffälliger »Hintergrundgeräusche« aus dem Äther der Gotteskrieger.

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Belege für die neue Gestalt al-Qaidas als todbringender Paketdienst haben die Sicherheitsbehörden indes nicht. Weder ist bewiesen, dass sich unter den Terrorrekruten auf dem Video Deutsche befinden, noch, dass alle oder einige von ihnen überhaupt in Trainingslagern aufgehetzt wurden.

Allerdings bräuchte es weder kryptische Geheimdienstbotschaften noch neblige Vermutungen, um festzustellen, dass es für Europa durchaus Grund zur Nervosität gibt. Denn das Terrorwesen al-Qaida hat sich in den vergangenen Jahren an Kopf und Gliedern beängstigend runderneuert. Die Phase der Diaspora, der bloß gefühlten Märtyrer-Bruderschaft ist vorbei, al-Qaida ist zu einem Akteur mit vielen Heimstätten geworden. Anders als früher zeichnet sich das Bild einer Terrorinternationalen von erheblicher geo-strategischer Bedrohlichkeit: Al-Qaida ist der große Profiteur zerfallender Staaten und Identitäten. Vom Maghreb über den Nahen Osten, den Irak, Afghanistan und Pakistan: Sobald irgendwo die Staatsmacht und Autoritäten bröckeln, wittert al-Qaida ihren Nischenplatz.

Sollten die Pan-Islamisten nun auch noch im Gaza-Streifen und im Libanon Fuß fassen, könnte sich schon bald ein geschlossener salafistischer Halbmond über die arabische Welt spannen. Gleichzeitig entfaltet ihr Radikalismus dank anschwellender Internetpropaganda in Europa eine unberechenbare ideologische Sogwirkung.

»Al-Qaida ist heute ein gefährlicherer Feind als jemals zuvor«, bilanziert der langjährige CIA-Mitarbeiter und Präsidentenberater Bruce Riedel nach sechs Jahren Antiterrorkampf bitter. »Sie hat es geschafft, ihre Reichweite in die gesamte muslimische Welt auszubreiten und eine große Zahl operative Kader aufzustellen.«

Leser-Kommentare
  1. wird in Europa passieren.

    Es liegt in der Nachbarschaft.

    Dort leben viele "sympatische" Leute.

    Europa ist ein einfaches und bequemes (relativ) Ziel fuer Masseneinwanderung. Und deshalb von grosser Interesse.

    PS. Amerika wird als Ziel #1 allmaehlich verschwinden, da es sich weniger mit Europa und der Welt darueber hinaus abgibt, und sich anstatt fuer Asien interessiert. Man braucht nur an Jakarta zu denken.......

    • Anonym
    • 30.06.2007 um 13:40 Uhr

    Man sollte weniger Mutmaßungen anstellen, sondern handeln.
    Es geht nicht um Vielleicht, sondern um Definitives - "Wir, oder die".

    Die Argumentation der Klerikalfaschisten und deren mördernden, wie Ku Klux Klan maskierten Verbrecher, zeugt nur von eigener Dummheit und dem totalen Minderwertigkeitskomplex.
    Bei den nicht musulmanischen Völkerschaften oder Nationen, die auch "Unterdrückt" waren, von wem auch immer, ist bessere Lösung ergriffen worden. Statt nach Gründen ihrer genozidischen Rachezügen sich "Legitimität" zu verschaffen, haben ihre schöpferischen Fähigkeiten dargelegt. Wie Singapur, Süd Korea, Taiwan, China, Fidschi, Tonga, Papua - Neu Guinea...
    Die Verbrechen der islamischen Reiterbanden in Darfur und Nord Nigeria, werden unter dem selben Vorwand verübt und das Ausmaß von Killingfields in Kambodscha (1975-77) erreichen.
    Und: Niemand tut etwas dagegen. Am wenigsten die hiesigen Gutmenschen. Die sollten ihre Wut gegen G8 eher gegen diesen Terror zu lenken.

  2. nämlich den Monopolen die über die gewaltsam vorangetriebene Globalisierung die Menschheit versklaven.

    Dort muss man auch die Hintergründe des Terrors suchen, für den Terror der sich besonders zur Verängstigung und Aufstachelung der Menschen zum Krieg eignet, und der geeignet ist den Menschen ihre gottgegebenn Rechte zu nehmen und zu vereiteln, und ntürlich auch für die Gewalt die dieses Unrecht in Form von Widerstand provoziert.

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    Fritzi. Du bist immer besser. 52 Wörter in einem Satz. Das ist Dein bisheriger Rekord. Das ist schon Kultverdächtigt. Deine Schreibe ergibt zwar keinen Sinn aber ist sehr ulkig. Weiter so.
    :)
    Versuche das nächste Mal aber das zu toppen. Der Sinn ist nicht wichtig, das wird so wie so nicht gelesen. Es wird nur die Anzahl der Wörter berücksichtigt.

    Künftig wird eine Maßeinheit nach Dir genannt. Ein Fritzi.

    Ein Fritzi ist ein unverständlicher Satz mit 50 Wörter. Zwei Fritzi ist ein ebenfalls unverständlicher Satz mit 100 Wörter. 1/10 Fritzi ist ein sinnloser Satz mit fünf Wörter. Usw.
    Liebe Grüße Fritzi.
    Und gebe nicht auf. Versuch immer neue Gipfel des Absurds zu erklimmen. Ich drücke die Daumen :)
    0163 1737743

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  3. Es ist klar: Terrorismus ist eine Art "Waffe der Schwächeren" und im Grunde feige denn wo nocht nicht einmal Demokratie herrscht gibt es auch keine Einigkeit im Volk und demnach auch keine Sicherheit.Jeder in diesen Staaten verfolgt sein eigenes Ziel, wenn es sein muss auch mit Bomben oder Flugzeugen.Denn sie wissen, dass man sich äußerst schlecht gegen sie wehren kann.Und nicht selten werden diese Verbrechen auch noch mit Hilfe der Religion entschuldigt.Wir hingegen stehen da und fragen uns wie wir dem ein Ende setzen können.Dann kommen wir auf die Idee, man könnte doch mehr Überwachungskameras installieren und die Personenkontrollen an Bahnhöfen und Flughäfen erweitern..Dann kommen die Kritiker die zurecht an diesen Maßnahmen zweifeln.Und wieder geht das Spiel von vorne los...Scheinbar übersehen die Meisten, dass es sich hierbei nicht um den "normalen" Krieg handelt und dass man hier andere Gegenmaßnahmen ergreifen muss.Man muss auf den Grund dieses Themas gehen und den Terrorismus, noch bevor er aktiv wird, bekämpfen.Terrorismus hat generell hat kein Niveau, Terroristen haben kein Prinzipien und daher sollte man sich nicht auf dieses nicht vorhandene Niveau herablassen und nicht versuchen, ihn auf militärem Wege zu bekämpfen.Denn Gewalt erzeugt bekanntlich Gegengewalt..

  4. Dabei muss man die Hintermänner und die Ausbildungslager treffen. J.S.

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    Ich habe über die "Fritzi"-Erfindung ganz schön lachen müssen.

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