30 Sekunden für Plastikenten
Ähnlich wie der Handrasenmäher ist die Plastikente deutlich unterschätzt. Öffentliche Aufmerksamkeit errang sie erst als neckisches Quietscheentchen von Sesamstraßen-Ernie und später bei Loriot (»Herr Müller-Lüdenscheidt, ich bade immer mit dieser Ente«).
Was eine Plastikente aber wirklich aushalten kann, konnte sie erst beweisen, nachdem sie in China kopiert und von dort verschifft wurde.
Anfang der Neunziger gingen nämlich 29000 Plastikenten im Pazifik über Bord und treiben seither unverdrossen über die Ozeane. Das berichten etliche Zeitungen, die anscheinend ein dichtes Netz von Offshorekorrespondenten besitzen. Zugegeben: Die Story dieser Oceans Twentyninethousand klingt ziemlich schräg. Aber schön wird sie selbst dann bleiben, wenn sie sich dereinst als größter Zeitungsentenschwarm herausstellen sollte, den es je im Journalismus gegeben hat.
- Datum
- Quelle DIE ZEIT Nr.28 vom 05.07.2007, S.21
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