DRINNEN Alles für Hunde und Katzen

Eine Rumänin in Österreich: Ioana Tomescu, 36, lebt seit Jänner als Leiterin der Tierschutzprojekte von Vier Pfoten in Wien

Kein Blut. Am liebsten wäre ich Tierärztin geworden. Aber ich vertrage den Anblick von Blut und verletzten Tieren nicht, daher studierte ich Architektur. Als aber die Tierschutzorganisation Vier Pfoten eine Mitarbeiterin suchte, bin ich eingesprungen. Fast sieben Jahre lang war ich zunächst in Rumänien tätig, bevor ich nach Wien kam. Einigen Tausend Tieren habe ich das Leben gerettet oder ein besseres Leben ermöglicht.

Schon als Baby hatte ich immer Tiere um mich. Ich bin in Bukarest in einer Stadtwohnung aufgewachsen, aber wir hatten immer mindestens drei Hunde und mehrere Katzen um uns. Es gibt sehr viele streunende Hunde in der Stadt. Das ist teilweise die Folge der unglaublichen Zerstörungen der Ceauescu-Jahre: Wenn ein Viertel niedergerissen wurde, mussten die Menschen fortziehen, und dann ließen sie ihre Hunde einfach zurück. Die Behörden versuchen das Problem zu lösen, indem sie streunende Hunde in grauenvollen Tötungsstationen umbringen. Wir Tierschützer kämpfen dafür, dass sie geschlossen werden. In einer dieser killing stations habe ich vor sechs Jahren auch meinen Luca gefunden. Es war Liebe auf den ersten Blick: Ich wusste, ich würde nicht ohne ihn nach Hause fahren.

Nach Afrika. Derzeit beschäftigt mich unser Großkatzenprogramm: Im September werden wir 13 Löwen aus dem ehemaligen Safaripark Gänserndorf und zwei weitere aus Rumänien nach Südafrika transportieren, wo wir ein Schutzgebiet eingerichtet haben. Jetzt suchen wir die richtige Fluglinie für die Tiere. Wir bauen Transportkisten und besorgen die notwendigen Papiere. Wenn wir das geschafft haben, ist die Welt wieder ein Stück besser geworden. In Rumänien werden heute noch mehr als 30 Löwen privat gehalten, zumeist unter denkbar schlechten Bedingungen. Sowohl in den Tourismuszentren am Meer als auch in den Skigebieten werden diese Tiere als Attraktion eingesperrt, damit sich Menschen mit ihnen fotografieren lassen können.

aufgezeichnet von Ernst Schmiederer

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.28 vom 05.07.2007, S.A14
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  • Schlagworte Tier
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