MACHER & MÄRKTE Forscher: Abgewiesen

Hass. Nichts anderes als Hass kommt in der Auseinandersetzung um das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) zum Ausdruck. Gerade hat das Wirtschaftsministerium in Berlin entschieden, welche Institute künftig die Gemeinschaftsdiagnose zur Konjunktur erstellen sollen und das DIW ist nicht mehr dabei. Institutschef Klaus Zimmermann will das nicht hinnehmen. Als seinen eigentlichen Feind sieht er nicht den konservativen Wirtschaftsminister Michael Glos an, sondern linke Exmitarbeiter des DIW, die eine »Kampagne gegen den Reformprozess am Institut« führten. Diesem Prozess waren Angestellte bis hin zum Konjunkturchef Gustav Horn zum Opfer gefallen. Der leitet heute ein gewerkschaftsnahes Institut das künftig bei der Prognose dabei sein soll. Linke Kräfte, auch innerhalb des Wirtschaftsministeriums, hätten dem DIW im Bewerbungsprozess geschadet, vermutet Zimmermann nun. Und der »Druck aus den Gewerkschaften« habe sein Übriges getan. Stimmt nicht, sagt eine Sprecherin des Ministeriums: »Alles ist fachlich begründet.« Doch genau das mag Zimmermann nicht glauben, er wartet auf die Begründung um sich dagegen zu wehren.

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.28 vom 05.07.2007, S.36
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