MACHER & MÄRKTE Autobranche

Die umkämpfte Golfklasse

Langsam wird es eng für Volkswagens Golf. Immer neue Konkurrenten wollen sich in der lange vom Wolfsburger Bestseller dominierten Kompaktklasse breitmachen. Nachdem Toyota seinen Corolla-Nachfolger Auris mit brachialer Mediengewalt in den Markt gedrückt hat, kommen in rascher Folge neue Modelle auf Europas Märkte, die sich weder optisch noch technisch vor dem großen Vorbild Golf zu verstecken brauchen.

Nachdem vor Kurzem der neue Ceed von Kia wohlwollende Kritik erntete, zieht jetzt der koreanische Konzernbruder Hyundai mit dem i 30 nach.

»Ein rundum gelungenes Auto«, befand Auto Bild in einem ersten Vergleich mit dem Golf. Der Clou dabei: Satte 4670 Euro kann der Käufer der i-30-Dieselversion gegenüber einem vergleichbaren Golf sparen. » Im ersten vollen Jahr, also 2008, wollen wir 20000 Exemplare des i 30 in Deutschland verkaufen«, sagt Hyundai-Deutschland-Chef Karl-Heinz Engels, in Europa sollen es insgesamt 100000 werden.

Angesichts von rund vier Millionen jährlich verkauften Kompaktautos in Europa klingt das bescheiden, aber nicht nur der neue Hyundai soll neue Kunden erobern. Fiat-Deutschland-Chef Werner Frey etwa setzt große Hoffnungen auf den neuen Bravo - der neue Chef von PSA Peugeot Citroën, Christian Streiff, wird im August den Peugeot 308 auf den Markt bringen, der speziell in Deutschland Boden gutmachen soll. Und der neue Mégane von Renault steht ebenfalls vor der Tür. Viele der Neulinge punkten mit Kampfpreisen und längeren Garantiezeiten. Man darf also gespannt sein, ob VW wie geplant im kommenden Jahr mit der Neuauflage des Golfs kontert. VW-Chef Martin Winterkorn hat dem noch unter Ex-Markenchef Wolfgang Bernhard entworfenen Modell kurzfristig ein neues Markengesicht verordnet. Zwar fährt VW derzeit in Wolfsburg Sonderschichten für den Golf. Das aber ist nicht zuletzt auf Produktionsverlagerungen aus dem Brüsseler Werk zurückzuführen.

 
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