MACHER & MÄRKTE Investoren: Offensiv
Aus Sorge um ihr Ansehen bei Politikern und Bürgern wollen zehn der weltweit größten Finanzinvestoren in Deutschland enger zusammenarbeiten. Unter dem Dach des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) bilden Branchengrößen wie Blackstone, KKR, Permira, Apax und BC Partners seit Kurzem eine eigene Fachgruppe. Einziges deutsches Mitglied ist Allianz Capital Partners.
Man werde sich »an alle wenden, die neugierig sind, was sich hinter Private Equity verbirgt«, sagt Hanns Ostmeier, der bisher das Deutschlandgeschäft von Blackstone führte und künftig die neue Fachgruppe leiten wird. Ziel der Fonds ist es, mit mehr Informationen und einer neuen Datenbank über die von ihnen geführten Unternehmen Vorbehalte der Öffentlichkeit zu entkräften, die Private-Equity-Branche gefährde Jobs und die von ihnen gekauften Firmen. Die Daten sollen Forschungseinrichtungen zugänglich gemacht werden.
Der Schritt der Fonds markiert einen Wendepunkt: Noch mitten in der 2005 von Franz Müntefering (SPD) angestoßenen Debatte über Finanzinvestoren als »Heuschrecken« waren einige der großen Häuser übereingekommen, sich aus der öffentlichen Diskussion herauszuhalten.
Szenekenner sprechen noch heute von einer »miserablen Öffentlichkeitsarbeit« und »Arroganz«, mit der sich die Branche geschadet habe. Die Initiative in Deutschland ist nun Teil einer internationalen Offensive insbesondere der großen Fonds, die mit ihren milliardenschweren Übernahmen stets am meisten Aufsehen verursachen: Ende 2006 gründeten elf von ihnen, darunter Blackstone, KKR und Carlyle, in den USA eine Interessengruppe namens Private Equity Council. Anfang 2007 dann trat eine Reihe dieser Fonds dem britischen Branchenverband bei.
- Datum
- Quelle DIE ZEIT Nr.28 vom 05.07.2007, S.36
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