Seit meinem Maschinenbaustudium war ich deutschen Autos treu. Damals, es war 1989 und vielleicht schon ein Zeichen der nahenden Wende, sollte ich an der Universität Chemnitz einen Ottomotor aus dem Westen auseinandernehmen und wieder zusammensetzen. Wider Erwarten klappte es prima. Erleichtert verband ich fortan eine gewisse Sympathie mit dem Fabrikanten des Motors: Volkswagen.

Mein erstes eigenes Auto allerdings wurde ein anderer Volkswagen aus einem anderen Deutschland. Er lag im Jahr 1989 am Tag, als meine Eltern ausreisten, quasi im Briefkasten: ein 17 Jahre lang erwarteter Abholschein für einen Trabant, ockerolivgrün, mit sandweißem Dach. Immerhin. Als Maschinenbauerin gelang es mir stets, das Auto zum Fahren zu bringen. Ein paar Jahre nach der Wende stand ein richtiger Volkswagen vor meiner Tür, ein Golf II, robust und gut für jeden Weg – bis ihn ein Brummi zusammenfaltete.

Ein sichereres Auto musste her – ich verfiel einem Mercedes 190 samt Fahrer. Als die Beziehung zu dem Chauffeur zerbrach, wollte ich auch den Wagen nicht mehr. Wäre nicht ein kleines Auto, ein Mini, besser? Im englischen Werk Oxford arbeiteten deutsche Maschinenbauer – ich war beruhigt.

In diese Harmonie hinein platzt die Anfrage, einen Mitsubishi zu testen. Einen Japaner? Ein rotes Cabriolet mitten im Berliner Sommer! Warum nicht. In der Tiefgarage der erste gespannte Blick. Lohnt sich ein Seitensprung? Schönes Rot, aber unproportional dickes Hinterteil. Und so kurz geraten. Fürs Genießen, das offene Fahren auf sonnigen Landstraßen, dürfte es reichen.

Ich stecke den Schlüssel ins Schloss, eine halbe Drehung nach rechts – ohrenbetäubendes Piepen. Erschrocken drehe ich den Schlüssel zurück, steige aus und schleiche um das Auto. Alle Türen geschlossen? Heckklappe zu? Irgendwas auffällig? Nichts. Vorschriftsmäßig angeschnallt, wage ich den zweiten Versuch. Schlüssel nach rechts. Piep! Motor aus. Was nun? Ist das Piepen ein Irrtum? Noch einmal Drehung nach rechts. Piiiiep! Nirgendwo auf den Armaturen glimmt ein Licht, das auf einen Fehler hinweist. Genervt und verunsichert fahre ich aus der Garage, umhüllt vom Widerhall des Piepens.

In der Sonne verstummt der Wagen. Warum? Egal. Ich werde jetzt das Dach im Nichts versinken lassen. Laut Anleitung ganz einfach: anhalten, entriegeln, Knopf drücken. Ich drücke. Piep. Eine halbe Stunde erkunde ich das Auto, drücke Schalter, öffne und schließe Türen und Riegel. Dann entdecke ich, dass, bevor das Dach sich öffnet, im Kofferraum ein Netz gespannt sein muss. Es gibt Typen, denke ich, die charmant auf Fehler hinweisen. Und solche, die einen damit allein lassen und sogar darauf herumreiten.

Um den Wagen zum Schweigen zu bringen, spanne ich das Netz im Kofferraum. Jetzt erst versinken die Fensterscheiben, leise surrend hebt sich das Dach. Mein Maschinenbauerherz freut sich: Geht doch! Einige Tage später, als ich das Auto in die Tiefgarage zurückbringen soll, überkommt mich ein versöhnliches Gefühl. Ein letztes Mal noch offen in der Sonne zur Arbeit fahren, den Seitensprung in schöner Erinnerung behalten. Ich stoppe und drücke den Knopf. Piep. Mir fällt ein: Meine Tasche blockiert den Kofferraum. Das geht natürlich gar nicht.

Technische Daten
Motorbauart: Benzinmotor, 4 Zylinder
Leistung: 80 kW (109 PS)
Beschleunigung (0–100 km/h): 10,5 s
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
CO²-Emission: 157 g/km
Durchschnittsverbrauch: 6,6 Liter
Basispreis: 17.490 Euro