Wissenschaftselite Ein allzu nobles Treffen
Am Bodensee wollten Nachwuchsforscher mit Nobelpreisträgern über die Zukunft der Wissenschaft diskutieren. Doch die Erwartungen wurden enttäuscht. Ein Kommentar.
Es ist ein altes Bild von Exzellenz. Alljährlich treffen sich am Bodensee zwei Dutzend Nobelpreisträger mit hoffnungsfrohen Jungforschern. Die Tagung sollte der deutschen Wissenschaft nach dem Krieg den internationalen Anschluss ermöglichen. Der ist längst wieder da, doch die Rituale von Lindau blieben – und mit ihnen der Nachkriegsmief.
Hart haben die Organisatoren daran gearbeitet, dem verstaubten Familientreffen der Nobelpreisträger neue Weltläufigkeit zu verleihen. In diesem Jahr kamen handverlesene Gäste aus 64 Ländern. Und sie waren nicht mehr zum Zuhören verdammt. Sie durften Fragen stellen, sie sollten mitreden.
So nachhaltig diese Öffnung ist, so deutlich fordert sie die Laureaten heraus. Gerne fabulierten diese über ihre Nobeltaten, doch den Nachwuchsforschern ging es nicht um Geschichten aus vergangenen Labortagen. Sie haben neue Fragen: nach ihrer Rolle in der Gesellschaft, nach den Chancen für Frauen in der Wissenschaft, nach der Vereinbarkeit von Forschung und Familie. Der Sinneswandel von Lindau muss weitergehen – auch in den Köpfen der Preisträger.
Welche Fragen beschäftigen junge Forscher wirklich? Lesen Sie hier den exklusiven und ausführlichen Bericht vom Nobelpreisträgertreffen in Lindau!
- Datum 19.07.2007 - 06:15 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 12.07.2007 Nr. 29
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