Krebs Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)
Weltweit sterben jedes Jahr 250.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Cervixkarzinom). Vor allem in den Entwicklungsländern ist der Tumor verbreitet. Auch in Deutschland war dieser Tumor früher eine der häufigsten Todesursachen durch Krebs. Die Sterblichkeit hat aber seit den frühen siebziger Jahren durch Abstrichuntersuchungen, bei denen der Krebs und seine Vorstufen rechtzeitig erkannt werden können, um 75 Prozent abgenommen. Dennoch nimmt nur jede zweite Frau diesen Früherkennungstest in Anspruch. Jährlich erkranken noch immer 6.700 Frauen; 1.700 sterben.
Ein Cervixkarzinom kann nur entstehen, wenn sich die Frau zuvor mit Papillomaviren chronisch infiziert hat, die durch Sexualkontakte übertragen werden. Bis zu 80 Prozent der Fälle werden durch die Virustypen HPV 16 und HPV 18 ausgelöst, die anderen durch eine Reihe weiterer onkogener Papillomaviren. Das bedeutet aber nicht, dass alle Infizierten auch Krebs bekommen; tatsächlich sind es nur wenige Prozent. Das Risiko erhöht sich durch frühe und häufige Sexualkontakte mit verschiedenen Partnern. Rauchen und hormonelle Verhütungspräparate steigern das Risiko ebenfalls. Es gibt eine genetische Veranlagung für Gebärmutterhalskrebs, deshalb sind regelmäßige Untersuchungen zur Früherkennung besonders wichtig für Frauen mit bereits betroffenen Verwandten ersten Grades. Diese Untersuchung können Frauen vom 20. Lebensjahr an jährlich vornehmen lassen.
Neuerdings gibt es Impfstoffe gegen die beiden wichtigsten krebserregenden Viren HPV 16 und 18. Einer ist bereits zugelassen, der zweite wird in Kürze auf den Markt kommen. Beide Vakzinen schützen zuverlässig vor der Infektion. Vielleicht erzeugen sie auch eine Kreuzimmunität gegen andere Papillomaviren. Die Immunisierung wirkt nicht gegen eine bereits bestehende Infektion, daher hat die Ständige Impfkommission (Stiko) diese Impfung für alle Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen, und von den meisten Krankenkassen wird sie bezahlt. Auch für die anderen Frauen ist die Vakzinierung zu empfehlen, sofern sie noch HPV-negativ sind.
Allerdings weiß man noch nicht sicher, wie lange der Impfschutz anhält. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich in der geimpften Bevölkerung mit der Zeit die anderen krebserregenden Virustypen stärker verbreiten. Auch gegen sie müsste dann ein Impfschutz entwickelt werden.
Zurück zur Übersicht
»
- Datum 13.07.2007 - 07:07 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 12.07.2007 Nr. 29
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren