Krebs Lungenkrebs

Bei Männern ist er trotz stark rückläufiger Fallzahlen die häufigste Krebstodesursache und – mit deutlich steigender Tendenz – die dritthäufigste bei Frauen. Früh erkannt, ist der Krebs gut heilbar. Die Heilungschance verschlechtert sich jedoch drastisch in den späteren Stadien, von bis zu 80 Prozent im Stadium I auf 40 bis 60 Prozent im Stadium II. Im Stadium IV sterben 99 Prozent der Erkrankten innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose.

Im Detail noch nicht geklärt ist die Genetische Veranlagung für Lungenkrebs. Mehrere Dutzend Gene sind wahrscheinlich daran beteiligt. Bei Kindern erkrankter Eltern besteht ein zwei- bis dreimal so hohes Risiko, ebenfalls krank zu werden.

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Bisher gibt es noch kein anerkanntes Verfahren zur Früherkennung von Lungenkrebs. Vier große Studien mit insgesamt 37724 männlichen Rauchern haben gezeigt, dass sich durch Screening mittels Röntgenthoraxaufnahmen zwar die Zahl der Neudiagnosen erhöhen lässt, die Sterblichkeitsrate aber nicht gesenkt wird. Derzeit wird in neuen Studien überprüft, ob bei Rauchern ein Massenscreening durch die Niedrigdosis-Computertomografie sinnvoll ist. Das Verfahren kann bösartige Krebsherde in wesentlich früheren Stadien erkennen, zeigt aber auch sehr viele gutartige Veränderungen an. Das wiederum erhöht die Gefahr unnötiger Therapien. Erste Ergebnisse lassen aber hoffen, dass sich die Sterblichkeit durch CT-Untersuchungen womöglich drastisch senken lässt.

Bei keiner anderen Krebsart ist die Vorbeugung so einfach und effektiv wie bei Lungenkrebs: In bis zu 90 Prozent der Fälle, also fast immer, ist Rauchen die Ursache. Jeder zehnte Raucher erkrankt. Setzt man das Lungenkrebsrisiko eines Nichtrauchers gleich 1, steigt das Risiko eines Rauchers bei bis zu 10 Zigaretten täglich auf 5,5. Bei bis zu 20 Zigaretten auf 12 und bei mehr als 20 Zigaretten pro Tag auf 20 bis 30. Nach dreißigjähriger Raucherkarriere mit mehr als 20 Zigaretten täglich liegt das Erkrankungsrisiko gar 60-mal so hoch wie bei einem Nichtraucher.

Das unfreiwillige Inhalieren in Eckkneipen, Bars und Nachtclubs lässt das Risiko für Lungenkrebs auf 1,73 steigen. Jährlich sterben 79.000 Menschen in der EU an Passivrauchen, doch 72.000 dieser Todesfälle sind auf den passiven Tabakkonsum im eigenen Haushalt zurückzuführen. Rauchverbote sind also kaum geeignet, die Todesrate durch Passivrauchen entscheidend zu verringern.

Immerhin: Selbst starke Raucher können ihr Risiko mindern, wenn sie abschwören. Der Nikotinstop im Alter von 50 Jahren reduziert die Sterblichkeit um 50 Prozent. Raucher und Nichtraucher können die Gefahr weiter verringern, wenn sie viel frisches Gemüse und Obst essen. Vor allem Äpfel sind wegen ihres hohen Flavenoidgehalts zu empfehlen.

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Leser-Kommentare
  1. Hier zeigt sich eine oft paradoxe Argumentation:
    Der zweite Absatz endet mit der Feststellung:
    ” Erste Ergebnisse lassen aber hoffen, dass sich die Sterblichkeit durch CT-Untersuchungen womöglich drastisch senken lässt.”

    Der nächste Absatz beginnt mit Feststellung:
    “Bei keiner anderen Krebsart ist die Vorbeugung so einfach und effektiv wie bei Lungenkrebs: In bis zu 90 Prozent der Fälle, also fast immer, ist Rauchen die Ursache.”

    Wofür plädieren wir ?
    Ich möchte mal die provokante Frage in den Raum stellen:
    Wieviele rauchende Patienten würden für die Aufnahme regelmässiger CT-Untersuchungen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen plädieren, also die Umlegung der Kosten auf die Allgemeinheit ?
    Anders gefragt: Will der Arzt, der eine vorbeugende CT Untersuchung einem rauchenden Patienten vorschlägt, wirklich immer nur Geld saugen ( undifferenziertes Ärztebashing ist ja zur Zeit sehr in Mode, auch in der ZEIT ) ?

    Wenn der Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebsrkrankungen, so wie im Beitrag dargestellt, besteht, und daran gibt es wohl keine ernsthaften Zweifel ( Stichwort evidence based )
    - warum ist man nicht konsequent und verbietet die Produktion und den Vertrieb von Tabakwaren, erlaubt grossen Konzernen Riesenreibach auf Kosten der Gesundheit der Menschen ? Ich weiss, hier kommt wieder das Argument von der persönlichen Freiheit und der Arbeitsplätze !
    Also doch lieber die CT Untersuchung und teure Behandlung zu Lasten der Allgemeinheit und zugunsten der Tabaklobby ?
    Warum legalisiert man dann nicht auch Kokain, Heroin etc. ?

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