Krebs Prostata

Zwar ist das Prostatakarzinom bei Männern über 65 Jahren häufig, aber nur wenige Fälle müssen auch behandelt werden. Bei nahezu jedem fünften Mann wird Prostatakrebs diagnostiziert, was sich zu jährlich etwa 80.000 Fällen summiert. Die Gefahr steigt mit dem Alter. Eine entscheidende Rolle spielt die genetische Veranlagung. Hat ein Verwandter ersten Grades ein Prostatakarzinom, verdoppelt sich das Risiko; bei zwei oder mehr Verwandten ersten Grades steigt es auf das Fünf- bis Elffache.

Männer ab 50 haben einen Anspruch auf eine Untersuchung. Bei familiärer Vorbelastung können sie sich schon ab 45 untersuchen lassen. Dabei wird die Prostata rektal mit dem Finger abgetastet. Zusätzlich lässt der Arzt den sogenannten PSA-Wert im Blut bestimmen. Ist der Befund auffällig, kann er Gewebeproben entnehmen, um ein Karzinom auszuschließen oder zu bestätigen. Der PSA-Wert kann durch andere Umstände vorübergehend erhöht sein, sodass üblicherweise ein zweiter Test in zeitlichem Abstand folgt.

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Diese Methode der Früherkennung gilt inzwischen als nicht vertretbar, weil sie mehr schadet als nützt. Nur ein kleiner Teil der entdeckten Krebse wächst aggressiv und bildet Metastasen. Sie sind nicht von der großen Mehrzahl derjenigen Prostatakarzinome zu unterscheiden, die keiner Therapie bedürfen. Die meist unnötige Behandlung hat häufig Folgeschäden wie Inkontinenz und Impotenz.

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Leser-Kommentare
    • jgries
    • 15.07.2007 um 17:03 Uhr

    Der Artikel ist recht informativ, aber:
    wie kann ich wissen, ob Behandlung oder Abwarten in meinem Fall besser ist?

    • crhh
    • 15.07.2007 um 21:42 Uhr

    In ihrem sehr kurzen Artikel ist eigentlich alles irgendwie richtig, aber in dieser Verkürzung sehr verwirrend. Ich weiß nicht, ob Sie sich der Verantwortung bewußt sind, wenn Sie solche Artikel verfassen: das geschriebene Wort hat für viele Menschen einen sehr hohen subjektiven Wahrheitswert.

    Folgendes würde ich gerne hinzufügen:
    a) auch bei der KrebsSTERBLICHKEIT ist das Prostatakarzinom bei den Männern immerhin auf Platz 3! Ganz so selten sind aggressive Formen eben doch nicht. Vielleicht wollen Sie ja eine Zahl nennen, welcher Anteil der im Screening gefundenen Werte (laut Schätzungen) nicht behandlungsbedürftig sind?
    b) ist der Krebs nur durch einen erhöhten PSA-Wert entdeckt worden, dann stimmt es schon, dass viele Fälle nie im Leben Krankheitswert bekommen hätten. Allerdings ist es schon etwas anderes wenn der Krebs in einem anderen Kontext entdeckt worden wäre - weil er Beschwerden macht oder als zufälliger Tastbefund bei einer Untersuchung des Magen-Darm-Traktes. Dann verschiebt sich zumindest die Wahrscheinlichkeit zugunsten der aggressiven Formen, wenn nicht die Bösartigkeit schon bewiesen sein sollte (je nach Befund). Dann muss die Notwendigkeit einer Therapie ganz anders bewertet werden.
    c) Sollte ein Tumor durch erhöhten PSA entdeckt werden, dann ist es so, dass Abwarten und BEOBACHTEN eine sinnvolle Option sein kann. Der ganzen Sache erst nach 10 Jahren durch Rückenschmerzen bei Knochenmetastasen wieder Aufmerksamkeit zu schenken ist sicher falsch...

    Im Allgemeinen mag es so sein, dass ein Screening in der jetztigen Form nicht unbedingt für jeden sinnvoll ist. Aber da der Artikel nicht nur über das Screening geht sollten Sie aufpassen, dass sie nicht zu viel Verwirrung stiften.

    Im Zweifelsfall sollte immer der Facharzt der Ansprechpartner sein, der auch in der Komplexität der Einzelfälle den Überblick behalten können sollte. Eventuell könnten Sie ja auch einen Link zu einer Selbsthilfegruppe zufügen, die häufig ausgezeichnet informiert sind.

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  • Quelle DIE ZEIT
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  • Schlagworte Krebs | Prostatakrebs | Impotenz | Früherkennung
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