Nacktmodell für stressbedingte Unfruchtbarkeit

Psychosozialer Stress kann die Fruchtbarkeit mindern, etwa bei Frauen den Eisprung unterdrücken oder bei Männern die Spermienproduktion. Was dabei biochemisch im Körper abläuft, wollen britische Forscher an Tieren wie dem afrikanischen Nacktmull studieren. Diese Nager ohne Fell leben in unterirdischen Kolonien mit rund hundert Mitgliedern.

Eine Königin hat das Fruchtbarkeitsmonopol - dieses paukt sie aggressiv durch mit Kopfstößen und Bissen. Chris Faulkes von der University of London konnte zeigen, dass sich bei drangsalierten männlichen und weiblichen Mullen der Hormonstatus verändert und sie ihre Fruchtbarkeit verlieren. Entfernt man die Terror-Queen, kehrt die Fertilität der Unterdrückten zurück. Ähnliche Stressfolgen beobachtete Faulkes auch bei Primaten. Er hält das Phänomen deshalb für weit verbreitet.

 
  • Quelle DIE ZEIT Nr.29 vom 12.07.2007, S.39
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service