Spielen Schach
Unter der Überschrift Austria Gaga? macht André Schulz auf der Webseite www.chessbase.de einen „Dopingfall“ im österreichischen Schach publik: „Soll Schach olympische Disziplin werden? Hat es nicht mit seiner eigenen Schacholympiade eine mehr als ansehnliche Sportveranstaltung? Doch ganz so unbegründet ist das Bemühen nicht. Viele nationale Sportverbände unterstützen nämlich nur olympische Disziplinen mit Fördergeldern. Mit der Teilnahme an den Asienspielen gab es kürzlich fürs Schach einen Teilerfolg. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch das Doping-Kontrollwesen. Das IOC macht bei seinen Antidopingauflagen keinen Unterschied zwischen den einzelnen Sportarten, sie gelten also auch für den (vor-)olympischen Schachsport. Zwar ist im Schach bisher nicht ein einziges Leistung förderndes Dopingmittel nachgewiesen, aber dennoch wurden schon Dopingproben durchgeführt.“
Ein besonders kurioser Fall aus Österreich mag diesen Unsinn illustrieren.
Sonntag, 25. März 2007, 11 Uhr: Bei Monika Galambfalvy, nur noch Gelegenheitsspielerin, klingelt es. Sie ist angespannt, ihre Tochter hat Grippe, die Heizung ist ausgefallen, ein Installateur hat sie gerade reingelegt, sie wartet auf den Notdienst. Stattdessen ein Mann und eine Frau: „Dopingkontrolle – bitte mindestens 75 ml Urin.“ Ihre Reaktion: „Die nächsten Gfraster!“ (österreichisch für Nichtsnutz), und knallt die Tür zu. Jetzt ist sie für zwei Jahre gesperrt.
Zur Aufmunterung auch etwas Verrücktes. Wie konnte der nachmalige Weltmeister Aljechin (Alkohol, das bevorzugte Antriebsmittel Aljechins, gilt selbst heute nicht als Doping) als Weißer am Zug in diesem Wirrwarr mit fünf Damen einen gewissen Grigoriew 1915 in Moskau in spätestens fünf Zügen matt setzen?
Helmut Pfleger
Lösung aus Nr. 28:
Die Lösung lautet:
1.Se2! Kxe2 2.Sd1
Hier gabelt sich der Fortgang in zwei Varianten und zwei „Echomatts“:
2…Kxd1 3.Te6 Kc1 4.Te1
matt bzw.
2…Ke1 3.Kd3 Kxd1 4.Tf1
matt. Es geht nur so und nicht anders. So scheitert z. B. 1.Sa2 an 1…Ke2 2.Sd1 Kxd1! 3.Te6??, und der schwarze König ist patt, weil der Springer a2 das Feld c1 beherrscht – er musste sich also im ersten Zug opfern
- Datum 11.07.2007 - 03:30 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 12.07.2007 Nr. 29
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