Österreich »Soll ich jetzt die Straßenseite wechseln?«

Der Industrielle Josef Taus über die Kampagne gegen Helmut Elsner, Spekulationsverluste und seine guten Geschäfte mit der Bawag

DIE ZEIT: Nächste Woche beginnt der lange erwartete Prozess gegen Helmut Elsner, den ehemaligen Generaldirektor der Bawag. Sie, Herr Taus, machen kein Hehl daraus, dass Sie trotz aller Anschuldigungen weiterhin zu Ihrem früheren Geschäftspartner stehen. Warum?

Josef Taus: Ich habe seit 40 Jahren stets ein gutes Verhältnis mit der Bawag gehabt. Damals war Walter Flöttl Generaldirektor. Vor 15 Jahren haben wir die Management Trust Holding, unser Unternehmen, neu gegründet, und da ist die Bawag unsere Bank geworden. Die Bawag hat bis zum heutigen Tag immer sehr ordentlich und korrekt mit uns gearbeitet. Sie hat alles gehalten, was ausgemacht war, und wir haben ebenso alles gehalten.

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ZEIT: Es sitzen ja auch Bawag-Manager in Ihrem Aufsichtsrat.

Taus: Natürlich. Wir arbeiten seit 15 Jahren mit ihnen. Und dann passiert denen etwas, was bei vielen Banken passiert. 1981 musste die Länderbank, 1985 die Creditanstalt saniert werden. Das ist also nichts Neues. Die Bawag hat möglicherweise viel Geld verloren, das Geld aber hat der ÖGB verloren, sonst niemand. Auf der anderen Seite legen die Amerikaner 3,2 Milliarden Euro für die Bawag auf den Tisch. Ist die Bawag dann so eine miese Firma? Wo ist der riesige Verlust? Aber es wird gesagt: »Schrecklich, was die angerichtet haben.« Für die Verluste der CA und der Länderbank zahlte der Steuerzahler noch viele Jahre lang. Also, was soll das?

ZEIT: Sie meinen also, solche Spekulationen wären im Bankwesen eine Selbstverständlichkeit?

Taus: Banken werden immer spekulieren. Das Bankgeschäft ist ein Handel mit Risiken. So, und jetzt passiert jemandem etwas, und wir sollen die Vorstände plötzlich nicht mehr kennen? Sollen auf die andere Straßenseite gehen?

ZEIT: Wird Elsner Unrecht angetan?

Taus: Also, solch eine Kampagne gegen einen Menschen hat es noch nie gegeben.

ZEIT: Eine Medienkampagne?

Taus: Sie findet jedenfalls in den Medien statt, von wem sie ausgeht, weiß ich nicht. Seit über einem Jahr ist Elsner der Staatsfeind Nummer eins.

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