Ihre Umfrage zur »Akzeptanz klimaschonender Verhaltensweisen im Urlaub« erweckt den Eindruck, dass es den Menschen offenbar leichter fällt, daheim den Stromverbrauch zu reduzieren, als auf den Urlaubsflug zu verzichten. Ist Reisen sakrosankt?

Den Schluss könnte man ziehen. Das ist aber gar nicht so schlimm, denn für das Klima ist es unter Umständen wesentlich sinnvoller, jeden Tag etwas zu tun als nur während des Urlaubs. Also zum Beispiel das Auto stehen zu lassen.

Rund sieben Prozent der Flugreisenden sagen, dass sie demnächst ganz auf Urlaubsflüge verzichten möchten. Mit Blick auf die Verringerung von CO 2 -Emissionen sind das Peanuts.

Für das globale Klima ist das nicht so entscheidend. Aber wenn es tatsächlich zu solchen Verhaltensänderungen käme, wäre das ein erheblicher Rückschlag für den Tourismusmarkt, denn das entspräche einem Minus von zwei Millionen Flugurlaubsreisen.

Ihrer Untersuchung zufolge sind 40 Prozent der Touristen bereit, »statt mehrerer kürzerer Reisen eine längere zu machen«. Beißt sich das nicht mit der Wirklichkeit, die Tendenz geht doch seit Jahren zu Kurzreisen?

Das stimmt. Es gibt zu jeder Prozentzahl auch eine, die das Gegenteil aussagt. Demnach erklären 30 Prozent der Deutschen, dass sie auch in Zukunft auf keinen Fall nur eine längere Reise machen wollen. Von den Mehrfachkurzreisenden aber sagen immerhin 13 Prozent, dass sie in Zukunft eine längere Urlaubsreise statt mehrerer kürzerer machen wollen. Das wäre ein Anteil, von dem das Klima profitieren würde.