Stimmt's Wasser für den Teint

Beim morgendlichen Schminken frage ich mich des Öfteren: Stimmt es eigentlich, dass trockene Haut von Wassermangel herrührt? Und stimmt es dann im Umkehrschluss auch, dass man gegen trockene Haut einfach nur mehr trinken muss? Eva Börgens, Geisenheim

Ingrid Moll, Leiterin der Dermatologie an der Universitätsklinik in Hamburg-Eppendorf, zögert mit der Antwort auf diese Frage. Zwar ist es tatsächlich so, dass trockene Haut deshalb trocken ist, weil sie zu wenig Wasser enthält – aber das liegt nicht an der mangelnden Wasserzufuhr, sondern an einer verminderten Fähigkeit, Wasser zu binden. Die Gründe dafür sind vielfältig: Neben einer generellen Veranlagung liegt das an den Waschgewohnheiten der Menschen (zu oft, zu heiß, mit zu scharfer Seife) und an Umweltbedingungen wie Sonne, Wind und Luftfeuchtigkeit. Auch eine normale Haut wird durch zu viel Waschen zu einer trockenen Haut (in der Fachsprache nennt man das Exsikkation).

Mit zunehmendem Alter wird zudem bei jedem Menschen die Haut trockener. Bekämpfen kann man das mit rückfettenden Cremes, die man am besten direkt nach dem Baden aufträgt. Wer unter trockener Haut leidet, der kann noch so viel trinken – sie wird davon nicht besser.

Anzeige

Die einzige Ausnahme sind Menschen, die unter einem generellen Flüssigkeitsmangel leiden. Das sind aber nach Ingrid Molls Erfahrung hauptsächlich ältere Menschen. Die Trockenheit beeinträchtigt dann nicht nur die Haut, sondern den ganzen Körper, angefangen mit dem Gehirn.

In diesen Fällen hilft tatsächlich ausreichendes Trinken – es müssen nicht einmal die von manchen Fachleuten und Publikationen geforderten zwei Liter pro Tag sein. Nach ein paar Tagen, sagt Moll, hat die Haut dann wieder ihren normalen Zustand erreicht. Christoph Drösser

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oder stimmts@zeit.de. Hier geht's zum »Stimmt’s?«-Archiv

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service