Swasiland zeigt einen kleinen Ausschnitt einer großen Katastrophe. Weltweit leben etwa 40 Millionen Menschen mit dem Humanen Immunschwäche-Virus (HIV), davon ein Drittel im südlichen Afrika. Südlich der Sahara starben allein im vergangenen Jahr zwei Millionen Menschen an Aids. Bisher sind in dieser Region 11 Millionen Kinder durch die Epidemie Waisen geworden, bis 2010 werden es 20 Millionen sein, sagt Unicef. BILD

Seit 2000 gibt Deutschland keine bilaterale Entwicklungshilfe mehr an Swasiland. Die EU hat für den Zeitraum 2002 bis 2008 ein Hilfspaket von 43 Millionen Euro zugesagt, vor allem für Bildung. Wegen des schleppenden Reformprozesses wurde das Einfrieren dieser Mittel mehrfach erwogen. Effektiverer Druck auf Swasiland könnte durch Südafrika ausgeübt werden, von dem das kleine Königreich wirtschaftlich abhängig ist. Doch wird Aids dort gleichfalls geleugnet und verharmlost. In Südafrikas ärmster Provinz Kwazulu Natal, Swasiland benachbart, ist die HIV-Rate mit rund 40 Prozent ebenfalls hoch.

An der Aids-Bekämpfung in Swasiland ist Deutschland indirekt durch seine Beiträge zum Globalen Fonds zur Bekämpfung von HIV, Tuberkulose und Malaria beteiligt. Aus dessen Mitteln wird die kostenlose Abgabe von antiretroviralen Medikamenten bezahlt (sie zögern den Ausbruch der Krankheit hinaus). Die Versorgung der Kranken hat sich dadurch jüngst stark verbessert. Damit steht Swasiland besser da als andere Teile Afrikas, in denen die meisten Aids-Kranken weiterhin ohne Therapie sind.

Studien sehen für die hohe HIV-Rate in Swasiland folgende Gründe: die große Zahl von Wanderarbeitern (vor allem nach Südafrika); der Zusammenbruch kultureller Normen (statt formeller Polygamie mit ehelicher Treue wechselnde Partner); die untergeordnete Stellung der Frau.

Nicht nur in Swasiland wird Aids zunehmend eine Frauen-Epidemie: In Südafrika sind zwei Drittel der Infizierten Anfang 20 weiblich. Frauen stecken sich leichter an, weil der Samen in ihrem Körper bleibt; außerdem erhöht gewalttätiger Sex die Infektionsgefahr. Das Risiko, dass eine Gebärende das Virus an ihr Kind weitergibt, beträgt 30 Prozent.

Um die Waisen in Swasiland kümmern sich unter anderem folgende Organisationen: World Vision, Children‘s Cup, Save the Children, Unicef. Der deutsche Verein Hand in Hand informiert über seine Projekte durch www.handinhand-ev.org , Swasilands Nationaler Aids-Rat auf Englisch durch www.nercha.org.sz . CW