Wie ein Billigauto sieht der Logan Kombi nicht aus. Anders als die Stufenhecklimousine aus derselben Fabrik, die bei ihrem ersten Auftritt im Sommer 2005 an das Design der achtziger Jahre erinnerte, ist der Kombi optisch voll auf der Höhe der Zeit. Wie er da steht in glänzendem Silbermetallic, würde man ihn locker auf 20.000 Euro taxieren. Aber die Basisversion gibt’s schon ab 8400 Euro.

Die Konkurrenten in dieser Preisklasse sind praktisch ausnahmslos Kleinwagen. Der Dacia Logan MCV aber hat Platz ohne Ende. Im Testexemplar ist sogar eine dritte Sitzreihe montiert, die sich ruck, zuck herausnehmen lässt. Ideal für den Wochenendtrip mit Frau und Tochter an die Ostsee. Einfach alles rein in den Kofferraum und fertig. Die Nachbarn schauen neugierig, nicht geringschätzig. In der Reihenhaussiedlung ginge der Logan jederzeit als standesgemäßes Fortbewegungsmittel durch. Auch Freunde und Kollegen nicken anerkennend.

Der Fortschritt gegenüber dem Stufenheck-Logan ist offensichtlich. Schließlich hatte der neue Renault-Chef Carlos Ghosn seinen Designern für den Kombi eine gefälligere Optik abverlangt. Dacia ist nämlich seit einigen Jahren unter der Obhut der „Créateurs d’Automobiles“ aus Paris, die damit die besonders preissensiblen Kunden ansprechen wollen.

Aber irgendwo muss die frankoromanische Koalition ja gespart haben. Bei den Löhnen ihrer Fabrikarbeiter in Rumänien? Sicher. Aber da die Lohnkosten in einer Autofabrik allenfalls 15 Prozent des Endpreises ausmachen, erklärt das den Preisabstand noch nicht.

Im Innenraum dominiert Hartplastik, Motoren, Getriebe und Achsen sind die gleichen wie in früheren Renault-Modellen. Und fast jedes Komfortdetail kostet extra: elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Servolenkung, Klimaanlage und auch wichtige Dinge wie Seitenairbags. Der Testwagen hat sie alle, und mit dem starken 105-PS-Motor wären gut 13000 Euro fällig. Das ist immer noch sensationell.