Gedicht der Woche »& dann die Miniaturschafe«

Ein Gedicht von Christian Hawkey

seufzten, wandten ihre huschigen Augen
ab von dem eisigen Wind, & dann formte der eisige Wind
Eishelme um ihre faustgroßen, flauschigen Köpfe,
& dann waren ihre Köpfe schwer,
& hingen sehr von ihren kleinen Schultern
& dann verschmolzen ihre Helme mit dem Schnee, der das Feld bedeckte…
& als sie zum letzten Mal seufzten, füllte ihr Atem
die Helme, & wurde Schnee,
& der Schnee grub seinen Weg
durch die rosigen Kämmerchen ihrer Ohren nach innen
bis er, sachte, zuletzt, ihre zitternden winzigen Hirne ergriff.
Dann waren sie wirklich taub, & wirklich blind,
unfähig, ihn zu sehen,
der herankam

Auf gewaltigen Schneeschuhen,
einen Reifenhebel schwenkend

 
Leser-Kommentare
    • hagego
    • 24.12.2007 um 17:34 Uhr

    & dann war dieses et-Zeichen im Wege,
    immer im Wege,
    & es wollte nicht weichen -
    es konnte nicht weichen.
    Wenn einer rief:
    Das geht dich nichts an!
    Entgegnete das Zeichen:
    & ob! & ob!
    Wenn jemand schrie:
    Misch dich nicht ein!
    Merkte das et-Zeichen lautstark an:
    & ob ich das tue, & ob!
    & als der Tod vor meiner Haustür stand,
    murmelte ich nur:
    & - hast du dich auch nicht vertan?
    Der Tod wurde ernst, dann lächelte er:
    & wenn's so wär'?
    & nahm mich mit.

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  • Quelle DIE ZEIT, 26.07.2007 Nr. 31
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  • Schlagworte Gedicht | Schnee | Literatur
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