Pfadfinder Fähnlein Unverzagt
Hundert Jahre Pfadfinder: Harald Schmidt gehörte zu ihnen, Hillary Clinton auch. Weil sie das klassische Abenteuer in der Gruppe bieten und dennoch mit der Zeit gehen, sind sie immer noch attraktiv
Am Fahrradständer an der Turnhalle findet der Wettkampf meist montags statt – nach einfachen Regeln: Das Pausenläuten ist der Start. Dann treffen sich dort die Schüler mit den Bürstenschnitten und auch die mit den Gelfrisuren, rauchen die Zigaretten bis zum Filter herunter und versuchen, mit Erlebnissen vom Wochenende zu punkten. Frederiks Gartenparty. Oder der Sprung von der Brücke in den Kanal, mit Arschbombe. Seltsam wirkt es, wenn dann der einzige Pfadfinder in der Runde erzählt, weil zwischen »Party« und »Arschbombe« das Wort »Pfadfinder« so verloren klingt wie Pfeifen im Wald.
Es sind Schüler der Hauptschule Westerfilde, und Westerfilde im Norden Dortmunds ist zwar kein sozialer Brennpunkt, aber auch nicht gerade der Stadtteil, in dem man Pfadfinder vermuten würde. Aus Mehrfamilienhäusern fällt der Blick auf Mehrfamilienhäuser, dazwischen liegen leere Straßen. Ein Ort, an dem Erlebnisse nicht selten zweidimensional sind und mit »Highscore« enden und die Welt auf Plateausohlen steht. Wo »nach draußen gehen« ein Synonym für »Trinkhalle« sein kann und im Schaukasten an der Endhaltestelle der U-Bahn ein Zeitungsausschnitt hängt, demzufolge »ein Ausflug ins Grüne viele positive Effekte auf den Körper hat«. So ist Westerfilde.
Sebastian Ebendorff ist hier aufgewachsen, ein 15-Jähriger mit federndem Gang, bei dem Größe und Gewicht schon immer ein wenig miteinander im Clinch lagen. Pfadfinder ist er, seit Mitglieder des Stammes Vagabunden des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) zur Werbung in seine ehemalige Grundschule kamen und er nachher dachte: »Krass, Feuermachen und Zelten, das ist genau was für mich!«
Acht Jahre ist das her. Seitdem tauscht er regelmäßig das Polo-Shirt gegen die »Kluft« genannte Kombination aus blauem Hemd und Halstuch, die er anfangs oft unter der Jacke versteckt hielt. Weil es ein bisschen peinlich war, Pfadfinder zu sein. An die Kluft und selbst an den Spitznamen »Klößchen« hat er sich inzwischen gewöhnt, genau wie an die Kommentare der Mitschüler: »Pfadfinder knutschen Bäume« oder: »Iiiih, eklig, anderes Thema!« Was wissen die schon?
Und wer weiß überhaupt was?
Eine eigentümliche Welt scheint die der Pfadfinder für Uneingeweihte zu sein, mutmaßlich bevölkert von pummeligen Außenseitern oder kauzigen Jugend-forscht-Typen, die sekundenschnell ein Feuer entzünden und aus zwei Kaffeetassen ein Nachtsichtgerät basteln können. Ein Geheimbund mit codierter Sprache, in dem Ortsgruppen »Stämme« heißen und Kleingruppen »Sippen«. Ein altmodischer Jugendkosmos aus ewigem Lagerfeuer, Volksliedern und kalten Nudeln.
Der »Scout« war ursprünglich ein Nebenprodukt des Krieges
Etwa 300 Millionen Menschen sollen in ihrem Leben dieser Organisation angehört haben. Auch John F. Kennedy, Hillary Clinton, Harald Schmidt. Und Neil Armstrong trug bei seinem Mondgang, das wird von den Mitgliedern der Bewegung gern erzählt, unter seinem Anzug das Abzeichen des Weltpfadfinderverbandes WOSM.
Eine globale Marke ist das Unternehmen Pfadfinder geworden, nur noch ohne Filialen in Andorra, China, Kuba, Laos, Myanmar und Nordkorea. 38 Millionen Mitglieder auf fünf Kontinenten, rund 220000 in Deutschland, verteilt auf über 100 große christliche und interkonfessionelle Verbände, kleine Organisationen und »VW-Bus-Bünde« – das sind die, die zum Transport ihrer Mitglieder nicht mehr als einen Bulli benötigen.
Robert Stephenson Smyth Baden-Powell, der Gründer der Bewegung, war zunächst Soldat. Schon während seiner Dienstzeit in Indien war er für die Ausbildung junger Rekruten verantwortlich. Auch bei der Verteidigung der südafrikanischen Stadt Mafeking Ende des 19. Jahrhunderts gegen die Buren praktizierte er Jugendarbeit eher zwischen Stacheldrahtverhauen und Schützengräben. Drei sechsköpfige Gruppen waren es dort, die Nachrichten überbringen, Verletzte bergen, Munition schleppen mussten.
So entstand die Idee der Pfadfinderei – als Nebenprodukt des Krieges. Zurück in England, stellte Baden-Powell fest, dass Jugendliche ihre Freizeit hier längst mit seinem Militärhandbuch Aids to Scouting verbrachten.
- Datum 12.08.2007 - 13:55 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 09.08.2007 Nr. 33
- Kommentare 21
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Mit großem Vergnügen las ich den Artikel über die Pfadfinder. Seit einem Dreivierteljahr gehört mein Sohn dazu (bis auf das Alter-er ist schon 14 Jahre- passt er in das geschilderte Profil des Musterpfadfinders)und seit dieser Zeit verfolge ich mit gemischten Gefühlen seine Aktivitäten. Mein Mann und ich wuchsen in der DDR auf und wir verbinden mit Uniformen, Parolen und organisiertem Tagesablauf eher Unfreiheit statt Abenteuer. Trotz intensiver Gespräche ließ sich unser Sohn nicht davon abbringen, den Pfadfindern beizutreten und versucht, sein höheres Lebensalter durch intensive Bemühungen um Beförderungen in der Hierachie der Gruppe auszugleichen.
Am letzten Donnerstag kam er aus einem dreiwöchigen Sommerlager in der Fränkischen Schweiz unheimlich verdreckt, aber glücklich und ausgeglichen, wieder. Als eines der tollsten Erlebnisse schilderte er einen Tag, an dem er für die Essenszubereitung der Gruppe, die aus 25 Personen bestand, verantwortlich war. Er rechnete aus, wieviel Milch zur Zubereitung des Kartoffelbreies nötig ist, briet 25 Fleischklopse gleichzeitig und allen hat es auch noch geschmeckt. Was für eine Aufgabe für mein Kind, der in unserer Küche nur die Bedienung des Kühlschrankes kennt. Ich war sprachlos. Es gibt wirklich noch echte Abenteuer für unsere Kids zu bestehen!
Mit viel Freude habe ich den Artikel über die Pfadis gelesen (obwohl ich eigentlich dringend ein Papier vorbereiten muss *aaarggh*). Ich passe absolut nicht in das Profil: Ich war Schulsprecherin, in vier Schulmannschaften, Klassenbeste und hatte nie Probleme mit dem Selbstbewusstsein. Und ein Mädchen! Mir ist von damals auch kaum jemand bekannt, auf den das Profil trifft. So ist das halt mit dem statistischen Durchschnitt... Die Pfadfinderzeiten waren super, ich profitiere noch Heute davon: Man lernt Disziplin, sich der Gruppe unterzuordnen zum Wohl aller, Verantwortung zu übernehmen, auch immer wieder an seine Grenzen zu gehen. Das prägt fürs Leben. Ich habe meine internationalen Erfahrungen durch die Pfandfinder schon vor dem Abitur durch Jugendarbeit bei der UNO ergänzt. Ich habe ein internationales Studium absolviert, in mehreren Ländern gelebt, und ich bin sicher, dass ein großer Teil dieser Weltoffenheit und auch des Zutrauens in die eigenen Fähigkeiten aus der Zeit beim PBN stammen. Mein Ältester ist erst fünf Jahre alt, aber schon auf Warteliste für die hiesige Gruppe...
Unterordnung habe ich in meine Pfadfinderzeit nicht gelernt, eher Individualismus, Achtung vor dem anderen und das ganze in einer Waage zu halten. Man muss dazu sagen, dass "Straffheit" und Führungsart von Verband zu Verband, oft sogar zwischen den Stämmen merklich unterschiedlich sind. Der protestantische VCP ist bis heute in weiten Teilen von der 68er-Bewegung geprägt (Leitungsprinzipien, basisdemokratische Organisation) und dementsprechend offen. Ich persönlich würde die Zeit dort als überaus wichtig für meine Persönlichkeitsentfaltung einstufen, allerdings weniger in karriererelevante key skill-Begrifflichkeiten.
Zwei Dinge zum Artikel möchte ich ergänzen. Meines Erachtens ist der "Aufbau Ost" im VCP durchaus weiter fortgeschritten. Insbesondere der Landesverband Berlin-Brandenburg profitierte da freilich von engagierten Leuten, die aus bspw. Niedersachsen kamen. Immerhin ist es gelungen, das Pfadfinderzentrum in Großzerlang aufzubauen, ein Bundeszeltplatz an der Grenze Brandenburgs zu Mecklenburg-Vorpommern, dass gut frequentiert wird und in der Gegend sicher auch ein ökonomischer Faktor ist.
Zum anderen sollte erwähnt werden, dass es auch "schwarze Schafe" unter den Verbänden gibt. Gerade die bündischen Gruppen sind oft nicht in größerem Rahmen organisiert und kochen ihre eigenen Süppchen, was Mitspracherecht/ Unterordnung angeht. Das kann tatsächlich schon mal zu militärischem Drill tendieren. Interessierte sollten daher darauf achten, dass die Gruppe Teil eines Verbandes ist, der im RdP (Ring deutsche Pfadfinderverbände) organisiert ist. Das sind der protestantische VCP (siehe Video im Artikel), die katholische DPSG (bzw. die PSG nur für Mädchen) und der konfessionslose BdP. Im VCP, den ich aus eigener Erfahrung kenne, ist diese Religiösität jedoch nie ein aufdringlicher Faktor gewesen, der Verband steht allen offen.
Ansonsten: Ein schöner Artikel, vielen Dank dafür.
Unterordnung habe ich in meine Pfadfinderzeit nicht gelernt, eher Individualismus, Achtung vor dem anderen und das ganze in einer Waage zu halten. Man muss dazu sagen, dass "Straffheit" und Führungsart von Verband zu Verband, oft sogar zwischen den Stämmen merklich unterschiedlich sind. Der protestantische VCP ist bis heute in weiten Teilen von der 68er-Bewegung geprägt (Leitungsprinzipien, basisdemokratische Organisation) und dementsprechend offen. Ich persönlich würde die Zeit dort als überaus wichtig für meine Persönlichkeitsentfaltung einstufen, allerdings weniger in karriererelevante key skill-Begrifflichkeiten.
Zwei Dinge zum Artikel möchte ich ergänzen. Meines Erachtens ist der "Aufbau Ost" im VCP durchaus weiter fortgeschritten. Insbesondere der Landesverband Berlin-Brandenburg profitierte da freilich von engagierten Leuten, die aus bspw. Niedersachsen kamen. Immerhin ist es gelungen, das Pfadfinderzentrum in Großzerlang aufzubauen, ein Bundeszeltplatz an der Grenze Brandenburgs zu Mecklenburg-Vorpommern, dass gut frequentiert wird und in der Gegend sicher auch ein ökonomischer Faktor ist.
Zum anderen sollte erwähnt werden, dass es auch "schwarze Schafe" unter den Verbänden gibt. Gerade die bündischen Gruppen sind oft nicht in größerem Rahmen organisiert und kochen ihre eigenen Süppchen, was Mitspracherecht/ Unterordnung angeht. Das kann tatsächlich schon mal zu militärischem Drill tendieren. Interessierte sollten daher darauf achten, dass die Gruppe Teil eines Verbandes ist, der im RdP (Ring deutsche Pfadfinderverbände) organisiert ist. Das sind der protestantische VCP (siehe Video im Artikel), die katholische DPSG (bzw. die PSG nur für Mädchen) und der konfessionslose BdP. Im VCP, den ich aus eigener Erfahrung kenne, ist diese Religiösität jedoch nie ein aufdringlicher Faktor gewesen, der Verband steht allen offen.
Ansonsten: Ein schöner Artikel, vielen Dank dafür.
Hallo!
Auch ich habe den Artikel "Fähnlein unverzagt" gelesen und muss zugeben, dass ich mich den anderen Meinungen nicht anschliessen kann. Ich selbst bin seit 11 Jahren bei der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg), 19 Jahre und Gymnasiast. Viele Dinge stimmen sicherlich, wie zum Beispiel, dass es eine gute Alternative ist zu der modernen "High-Tech-Welt", in der man nur noch vor dem Bildschirm hängt.Allerdings hätte man grade die Problematik mit der Uniform und den daraus entstehenden rechtsextremistischen Vourteilen besser erötern können. Ein weiterer Gedanke, der aktuellen Satzung der DPSG, sowie der Weltpfadfinderorganisation ist schliesslich die Gleichheit und Kontaktknüpfung unterschiedlicher Länder und Rassen. Desweiteren hilft die DPSG auch bei der Entwicklung in Ländern wie Rwanda weiter, wie die Jahresaktion 2005 "Kira Rwanda- Liebe das Leben" gezeigt hat. Übrigens: Die DPSG ist keine Untergruppierung sondern die katholische Variante der BdP.
Sehr schöner Beitrag.
Wer gerne ein paar aktuelle Fahrtenberichte lesen möchte, schau mal auf unser Internetseite vorbei. Wir freuen uns...www.luchse.eu
Horridoh
Vor gut acht Jahren habe ich meine Aktivitäten im Alter von 20 zurückgefahren. Der Artikel beschreibt bestens die erlebte Zeit.
Es hat mir viel Freude gemacht den - wie so oft - objektiven Artikel zu lesen.
Obwohl ich in verschiedenen anderen Organisationen tätig bin (Caritativer-Orden, Service-Club) ist meine Verbundenheit zu den Pfadfindern immer noch die Größte.
Vielen Dank für den erinnerungsreichen Bericht.
MfG
Jens Schürger
Unterordnung habe ich in meine Pfadfinderzeit nicht gelernt, eher Individualismus, Achtung vor dem anderen und das ganze in einer Waage zu halten. Man muss dazu sagen, dass "Straffheit" und Führungsart von Verband zu Verband, oft sogar zwischen den Stämmen merklich unterschiedlich sind. Der protestantische VCP ist bis heute in weiten Teilen von der 68er-Bewegung geprägt (Leitungsprinzipien, basisdemokratische Organisation) und dementsprechend offen. Ich persönlich würde die Zeit dort als überaus wichtig für meine Persönlichkeitsentfaltung einstufen, allerdings weniger in karriererelevante key skill-Begrifflichkeiten.
Zwei Dinge zum Artikel möchte ich ergänzen. Meines Erachtens ist der "Aufbau Ost" im VCP durchaus weiter fortgeschritten. Insbesondere der Landesverband Berlin-Brandenburg profitierte da freilich von engagierten Leuten, die aus bspw. Niedersachsen kamen. Immerhin ist es gelungen, das Pfadfinderzentrum in Großzerlang aufzubauen, ein Bundeszeltplatz an der Grenze Brandenburgs zu Mecklenburg-Vorpommern, dass gut frequentiert wird und in der Gegend sicher auch ein ökonomischer Faktor ist.
Zum anderen sollte erwähnt werden, dass es auch "schwarze Schafe" unter den Verbänden gibt. Gerade die bündischen Gruppen sind oft nicht in größerem Rahmen organisiert und kochen ihre eigenen Süppchen, was Mitspracherecht/ Unterordnung angeht. Das kann tatsächlich schon mal zu militärischem Drill tendieren. Interessierte sollten daher darauf achten, dass die Gruppe Teil eines Verbandes ist, der im RdP (Ring deutsche Pfadfinderverbände) organisiert ist. Das sind der protestantische VCP (siehe Video im Artikel), die katholische DPSG (bzw. die PSG nur für Mädchen) und der konfessionslose BdP. Im VCP, den ich aus eigener Erfahrung kenne, ist diese Religiösität jedoch nie ein aufdringlicher Faktor gewesen, der Verband steht allen offen.
Ansonsten: Ein schöner Artikel, vielen Dank dafür.
...der aufdringliche Faktor Religiosität bestand - jedenfalls zu meiner Zeit - im letzten Rang, der nach dem Späher kam: dem Kreuzpfadfinder. Ich habe meine "Karriere" als Späher aus diesem Grunde beendet. War aber dennoch in der Führung des Gaues und in der Landesmark weiterhin aktiv.
Nicht, dass ich das Christentum ablehnte, diese Religiosität (Pfingstler, wiedergeborenen Christen, Kreationisten) hat in der Pfadfinderei nichts zu suchen.
Lieber saarvoigt,
Deine Einwände bzgl Religiösität kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Ich vermute du bist Mitglied in einem Bund mit einem C im Namen, worauf ja schon Hinweist, dass du Späher bist/warst (das konnte ich nicht ganz verstehen, sry).
Nun gut, du hast dir also einen Bund mit 'Christlich' im Namen gewählt.
Dass du in einem solchermaßen orientierten Bund mit dem christlichen Glauben konfrontiert wirst, anders als vielleicht zB bei Mosaikpfadfindern, ist mMn zu erwarten und auch richtig.
Religiösität auf Pfadfinder allgemein sollte man auch nachvollziehen können bei BP, welcher selbst sagte: Jeder Pfadfinder soll glauben, an welchen Gott ist dabei erst mal egal. (und er meinte damit keine 'Kunstgötter' wie Konsum, oder was auch immer heutzu Tage als Gott bezeichnet wird;-))
An maloxp habe ich aber auch eine dringende Bitte: beschäftige dich bitte mit Geschichte der deutschen Pfadfinderschaft. Du hast geschrieben, dass du aus dem VCP stammst. Dieser ist geschichtlich sehr nahe mit meinem Bund, dem CPD, verwandt.
Genaugenommen waren wir bis noch vor wenigen Jahrzehnten ein Bund, mal unter CP21, mal unter CPD bekannt.
Dass (meines Wissens nach) nur der VCP von all den ganzen CP-Gruppierungen in Deutschland (da wären zB noch die CP-Saar und andere zu nennen) es geschafft hat, eine Anbindung an die 'Weltpfadfinderorganisationen' zu bekommen hat auch einfach bürokratische Gründe, da eben diese 'Weltpfadfinder' nur eine begrenzte Anzahl an Dachverbänden in einem Land zulassen. Die haben dabei einfach nicht mit Deutschland und seinen vielen, vielen durch die Weltkriege und die Wandervogelbewegung entstandenen Vielfalt gerechnet und schaffen es nicht, diese zu Akzeptieren.
Ich bitte dich, nicht alle anderen, nicht in WOSM und WAGGGS organisierten Bünde über einen Kamm zu scheren und als 'nicht vertrauenswürdig' zu bezeichnen.
Das zeugt von Unwissen und führt zu Streitereien, die es mMn bei Pfadfindern nicht geben sollte.
Bitte entschuldige, dass ich das so deutlich sage, aber ich höre oft genug den Einwand, nur weil ich aus der CPD bin und eben nicht die Weltpfadfinderlilie tragen darf, sei ich kein Pfadfinder. Wenn das so ist, will ich auch gar keiner sein.
Liebe Grüße und Gut Pfad,
SiMoeBoe
...der aufdringliche Faktor Religiosität bestand - jedenfalls zu meiner Zeit - im letzten Rang, der nach dem Späher kam: dem Kreuzpfadfinder. Ich habe meine "Karriere" als Späher aus diesem Grunde beendet. War aber dennoch in der Führung des Gaues und in der Landesmark weiterhin aktiv.
Nicht, dass ich das Christentum ablehnte, diese Religiosität (Pfingstler, wiedergeborenen Christen, Kreationisten) hat in der Pfadfinderei nichts zu suchen.
Lieber saarvoigt,
Deine Einwände bzgl Religiösität kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Ich vermute du bist Mitglied in einem Bund mit einem C im Namen, worauf ja schon Hinweist, dass du Späher bist/warst (das konnte ich nicht ganz verstehen, sry).
Nun gut, du hast dir also einen Bund mit 'Christlich' im Namen gewählt.
Dass du in einem solchermaßen orientierten Bund mit dem christlichen Glauben konfrontiert wirst, anders als vielleicht zB bei Mosaikpfadfindern, ist mMn zu erwarten und auch richtig.
Religiösität auf Pfadfinder allgemein sollte man auch nachvollziehen können bei BP, welcher selbst sagte: Jeder Pfadfinder soll glauben, an welchen Gott ist dabei erst mal egal. (und er meinte damit keine 'Kunstgötter' wie Konsum, oder was auch immer heutzu Tage als Gott bezeichnet wird;-))
An maloxp habe ich aber auch eine dringende Bitte: beschäftige dich bitte mit Geschichte der deutschen Pfadfinderschaft. Du hast geschrieben, dass du aus dem VCP stammst. Dieser ist geschichtlich sehr nahe mit meinem Bund, dem CPD, verwandt.
Genaugenommen waren wir bis noch vor wenigen Jahrzehnten ein Bund, mal unter CP21, mal unter CPD bekannt.
Dass (meines Wissens nach) nur der VCP von all den ganzen CP-Gruppierungen in Deutschland (da wären zB noch die CP-Saar und andere zu nennen) es geschafft hat, eine Anbindung an die 'Weltpfadfinderorganisationen' zu bekommen hat auch einfach bürokratische Gründe, da eben diese 'Weltpfadfinder' nur eine begrenzte Anzahl an Dachverbänden in einem Land zulassen. Die haben dabei einfach nicht mit Deutschland und seinen vielen, vielen durch die Weltkriege und die Wandervogelbewegung entstandenen Vielfalt gerechnet und schaffen es nicht, diese zu Akzeptieren.
Ich bitte dich, nicht alle anderen, nicht in WOSM und WAGGGS organisierten Bünde über einen Kamm zu scheren und als 'nicht vertrauenswürdig' zu bezeichnen.
Das zeugt von Unwissen und führt zu Streitereien, die es mMn bei Pfadfindern nicht geben sollte.
Bitte entschuldige, dass ich das so deutlich sage, aber ich höre oft genug den Einwand, nur weil ich aus der CPD bin und eben nicht die Weltpfadfinderlilie tragen darf, sei ich kein Pfadfinder. Wenn das so ist, will ich auch gar keiner sein.
Liebe Grüße und Gut Pfad,
SiMoeBoe
welche Pfadfinder haben dort die Werte und Tugenden erworben gegen heutige Barbarei einzuschreiten ? Oder wurden sie dort einfach nur als Systemknechte zuerst verführt, dann abgerichtet, und werden am Ende missbraucht..
Fritzfernando, halten Sie doch einfach mal die Klappe! Speziell, wenn von Dingen die Rede ist, die Sie nicht verstehen. Man kann die Pfadfinder durchaus in Grund und Boden kritisieren, und ich erinnere mich noch an die verblüfft aufgerissenen Augen eines ehemaligen HJ-Führers, als ich dem so meine Erfahrungen mit den Pfadfindern schilderte: "Das ist ja wie bei uns früher!"; aber - da ging es doch mehr um menschliche Unzulänglichkeiten. Systemkonform waren die Pfadfinder zu meinen Zeiten nicht, und das kann ich mir auch heute nicht vorstellen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren