Pfadfinder Fähnlein UnverzagtSeite 6/6
Vielleicht sei der Umgang von Mädchen und Jungen in ihrem Bund so selbstverständlich geworden, dass man manchmal nicht mehr sensibel genug für die verschiedenen Bedürfnisse sei. Darüber habe sie sich früher wenig Gedanken gemacht, weil sie selbst immer durchsetzungsstark gewesen sei. Sie denke aber inzwischen, dass es nicht wenige Mädchen gebe, die, umgeben von Jungen, an Selbstsicherheit verlören. Sie findet Veranstaltungen gut, wie sie ihr Landesverband gelegentlich nur für Mädchen anbietet. Ein Kurs in Motorsägen etwa, »ohne dass gleich ein Typ danebensteht und sagt: ›Wie machst du das denn?‹«
Wie lange sie selbst noch Pfadfinderin bleiben wird, kann sie nicht sagen. Wenn alles klappt, arbeitet sie bald als Assistentin eines EU-Abgeordneten in Brüssel.
Wann ist man eigentlich zu alt als Pfadfinder? Das kann auch Roland Baetzel nicht beantworten, der seit über 30 Jahren auf den Namen Mose« hört. Mit 40 Jahren ist er der mit Abstand jüngste Vorsitzende, den sein Bund, der BdP, je hatte. Aber aus der Sicht der Zielgruppe, sagt er, sei ein 40-Jähriger »natürlich schon ein alter Sack«. In der Mittagssonne steht Baetzel vor einem der schwarzen Zelte, das seinen Schatten schluckt.
Ein schönes Gelände im nordhessischen Immenhausen ist es, auf dem sein Bund ein Wochenende lang das Jubiläum der Bewegung feiert. Viel hessischer Wald und von einem Bach durchzogene Wiesen. Auch Ehemalige sind gekommen, die an den Jurten ihrer früheren Stämme stehen bleiben wie vor einem Haus, in dem man einst gewohnt hat und nun kaum noch einen Mieter kennt. Hin und wieder unterhalten sich dann die Jungen mit den grauhaarigen Jugendarbeitsveteranen, die für sich die Frage, wann es aufhört mit der Pfadfinderei, längst mit »Nie« beantwortet haben.
Der klassische Fall von Loslassensollen und Loslassenkönnen. Warum sollte man auch, wenn es den Pfadfindern an Personal mangelt wie den meisten auf Ehrenamtliche angewiesenen Organisationen? In nicht wenigen Stämmen ist der Leitsatz »Jugend für Jugend« vom hehren Prinzip zur schieren Notwendigkeit geworden.
»Aber wir sind nun mal eine Jugendorganisation«, sagt Roland Baetzel. Die aktive Arbeit sollten Jüngere übernehmen. Wenn diese Amtszeit vorüber sei, dann sei für ihn erst einmal Schluss. Probleme, um die er sich kümmern muss, gibt es bis dahin noch genug. Und auch für seine Nachfolger werden sie noch reichen. Wie etwa, in Ostdeutschland Tritt zu fassen, wo offenbar die eigene Methode nicht greift und auch nach über 15 Jahren Learning by Doing die Idee der Pfadfinderei ein Feuer ist, das einfach nicht zünden will.
Im Osten Deutschlands stehen Hemd und Halstuch für Gleichförmigkeit
Offenbar reicht es nicht, pfadfinderische »Starter-Sets« zu verschicken – so hatte man es kurz nach der Wende versucht. Wie bei Ikea. Nur gab es statt Besteck und Teller für die erste Wohnung auf Anfrage eine Kote und Literatur für den ersten Stamm. Ein Pfadfinder-Bastelsatz in Lebensgröße, allerdings fehlten im Paket immer erfahrene Leiter. Von den aus Starter-Sets des BdP in Ostdeutschland entstandenen Gruppen existiert heute noch eine.
Fast alle Pfadfinderverbände laborieren daran, dass ostdeutsche Jugendliche lieber zum Technischen Hilfswerk oder zur freiwilligen Feuerwehr gehen. Dazu kommen spezifische Probleme. Den katholischen Bünden fehlt zum Aufbau von Gruppen ein Netz aus Gemeinden. Und dem BdP, sagt Roland Baetzel, habe seine blaue Kluft im Osten auch nicht gerade geholfen. Wer soll auch verstehen, dass Hemd und Halstuch, die doch jahrzehntelang für Gleichförmigkeit standen, plötzlich die Kluft der Individualität sein sollen?
Zumindest auf Burg Ludwigstein, unweit von Kassel inmitten von dichtem Wald und Streuobstwiesen, besitzen auch die ostdeutschen Pfadfinder nun auf ewig ihren Platz. In Schränken und hinter tresorähnlichen Schiebetüren lagert dort die Geschichte der Jugendbewegung und – zumindest eines Teils – der Pfadfinder. 26.000 Bücher, 3.500 Zeitschriften, 620 Regalmeter Akten, 160.000 Fotos. Fahnen und Wimpel werden gesammelt und Halstücher, die wie in einer Krawattenhandlung sorgsam gewickelt in Schubladen liegen.
Eine kleine Ausstellung von Pfadfindern zeigt man im Turm des Hauptgebäudes: Kluft, Fahnen, Abzeichen. Etwas Museales hat die Sammlung, als wären die Pfadfinder da angekommen, wo sie ein Großteil der Gesellschaft ohnehin längst vermutet. Auf Karton kleben Bilder aus verschiedenen Jahrzehnten, irritierende Aufnahmen sind das, fixiert in einem Bad aus Zeitlosigkeit. Nie lässt sich das Datum aus Kleidung oder Frisuren, allenfalls aus Gegenständen ableiten.
Auf einem Bild ist ein Mann zu sehen, eine Art Kniebundhose trägt er, hohe Socken und Hemd. Einer der kauzigen Typen, wie sie in einigen Lagern bis heute zu sehen sind. »Erstes Zeltlager der Pfadfinder auf Brownsea Island, 1907«, steht unter dem Foto, »Lord Baden-Powell«.
- Datum 12.08.2007 - 13:55 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 09.08.2007 Nr. 33
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Mit großem Vergnügen las ich den Artikel über die Pfadfinder. Seit einem Dreivierteljahr gehört mein Sohn dazu (bis auf das Alter-er ist schon 14 Jahre- passt er in das geschilderte Profil des Musterpfadfinders)und seit dieser Zeit verfolge ich mit gemischten Gefühlen seine Aktivitäten. Mein Mann und ich wuchsen in der DDR auf und wir verbinden mit Uniformen, Parolen und organisiertem Tagesablauf eher Unfreiheit statt Abenteuer. Trotz intensiver Gespräche ließ sich unser Sohn nicht davon abbringen, den Pfadfindern beizutreten und versucht, sein höheres Lebensalter durch intensive Bemühungen um Beförderungen in der Hierachie der Gruppe auszugleichen.
Am letzten Donnerstag kam er aus einem dreiwöchigen Sommerlager in der Fränkischen Schweiz unheimlich verdreckt, aber glücklich und ausgeglichen, wieder. Als eines der tollsten Erlebnisse schilderte er einen Tag, an dem er für die Essenszubereitung der Gruppe, die aus 25 Personen bestand, verantwortlich war. Er rechnete aus, wieviel Milch zur Zubereitung des Kartoffelbreies nötig ist, briet 25 Fleischklopse gleichzeitig und allen hat es auch noch geschmeckt. Was für eine Aufgabe für mein Kind, der in unserer Küche nur die Bedienung des Kühlschrankes kennt. Ich war sprachlos. Es gibt wirklich noch echte Abenteuer für unsere Kids zu bestehen!
Mit viel Freude habe ich den Artikel über die Pfadis gelesen (obwohl ich eigentlich dringend ein Papier vorbereiten muss *aaarggh*). Ich passe absolut nicht in das Profil: Ich war Schulsprecherin, in vier Schulmannschaften, Klassenbeste und hatte nie Probleme mit dem Selbstbewusstsein. Und ein Mädchen! Mir ist von damals auch kaum jemand bekannt, auf den das Profil trifft. So ist das halt mit dem statistischen Durchschnitt... Die Pfadfinderzeiten waren super, ich profitiere noch Heute davon: Man lernt Disziplin, sich der Gruppe unterzuordnen zum Wohl aller, Verantwortung zu übernehmen, auch immer wieder an seine Grenzen zu gehen. Das prägt fürs Leben. Ich habe meine internationalen Erfahrungen durch die Pfandfinder schon vor dem Abitur durch Jugendarbeit bei der UNO ergänzt. Ich habe ein internationales Studium absolviert, in mehreren Ländern gelebt, und ich bin sicher, dass ein großer Teil dieser Weltoffenheit und auch des Zutrauens in die eigenen Fähigkeiten aus der Zeit beim PBN stammen. Mein Ältester ist erst fünf Jahre alt, aber schon auf Warteliste für die hiesige Gruppe...
Unterordnung habe ich in meine Pfadfinderzeit nicht gelernt, eher Individualismus, Achtung vor dem anderen und das ganze in einer Waage zu halten. Man muss dazu sagen, dass "Straffheit" und Führungsart von Verband zu Verband, oft sogar zwischen den Stämmen merklich unterschiedlich sind. Der protestantische VCP ist bis heute in weiten Teilen von der 68er-Bewegung geprägt (Leitungsprinzipien, basisdemokratische Organisation) und dementsprechend offen. Ich persönlich würde die Zeit dort als überaus wichtig für meine Persönlichkeitsentfaltung einstufen, allerdings weniger in karriererelevante key skill-Begrifflichkeiten.
Zwei Dinge zum Artikel möchte ich ergänzen. Meines Erachtens ist der "Aufbau Ost" im VCP durchaus weiter fortgeschritten. Insbesondere der Landesverband Berlin-Brandenburg profitierte da freilich von engagierten Leuten, die aus bspw. Niedersachsen kamen. Immerhin ist es gelungen, das Pfadfinderzentrum in Großzerlang aufzubauen, ein Bundeszeltplatz an der Grenze Brandenburgs zu Mecklenburg-Vorpommern, dass gut frequentiert wird und in der Gegend sicher auch ein ökonomischer Faktor ist.
Zum anderen sollte erwähnt werden, dass es auch "schwarze Schafe" unter den Verbänden gibt. Gerade die bündischen Gruppen sind oft nicht in größerem Rahmen organisiert und kochen ihre eigenen Süppchen, was Mitspracherecht/ Unterordnung angeht. Das kann tatsächlich schon mal zu militärischem Drill tendieren. Interessierte sollten daher darauf achten, dass die Gruppe Teil eines Verbandes ist, der im RdP (Ring deutsche Pfadfinderverbände) organisiert ist. Das sind der protestantische VCP (siehe Video im Artikel), die katholische DPSG (bzw. die PSG nur für Mädchen) und der konfessionslose BdP. Im VCP, den ich aus eigener Erfahrung kenne, ist diese Religiösität jedoch nie ein aufdringlicher Faktor gewesen, der Verband steht allen offen.
Ansonsten: Ein schöner Artikel, vielen Dank dafür.
Unterordnung habe ich in meine Pfadfinderzeit nicht gelernt, eher Individualismus, Achtung vor dem anderen und das ganze in einer Waage zu halten. Man muss dazu sagen, dass "Straffheit" und Führungsart von Verband zu Verband, oft sogar zwischen den Stämmen merklich unterschiedlich sind. Der protestantische VCP ist bis heute in weiten Teilen von der 68er-Bewegung geprägt (Leitungsprinzipien, basisdemokratische Organisation) und dementsprechend offen. Ich persönlich würde die Zeit dort als überaus wichtig für meine Persönlichkeitsentfaltung einstufen, allerdings weniger in karriererelevante key skill-Begrifflichkeiten.
Zwei Dinge zum Artikel möchte ich ergänzen. Meines Erachtens ist der "Aufbau Ost" im VCP durchaus weiter fortgeschritten. Insbesondere der Landesverband Berlin-Brandenburg profitierte da freilich von engagierten Leuten, die aus bspw. Niedersachsen kamen. Immerhin ist es gelungen, das Pfadfinderzentrum in Großzerlang aufzubauen, ein Bundeszeltplatz an der Grenze Brandenburgs zu Mecklenburg-Vorpommern, dass gut frequentiert wird und in der Gegend sicher auch ein ökonomischer Faktor ist.
Zum anderen sollte erwähnt werden, dass es auch "schwarze Schafe" unter den Verbänden gibt. Gerade die bündischen Gruppen sind oft nicht in größerem Rahmen organisiert und kochen ihre eigenen Süppchen, was Mitspracherecht/ Unterordnung angeht. Das kann tatsächlich schon mal zu militärischem Drill tendieren. Interessierte sollten daher darauf achten, dass die Gruppe Teil eines Verbandes ist, der im RdP (Ring deutsche Pfadfinderverbände) organisiert ist. Das sind der protestantische VCP (siehe Video im Artikel), die katholische DPSG (bzw. die PSG nur für Mädchen) und der konfessionslose BdP. Im VCP, den ich aus eigener Erfahrung kenne, ist diese Religiösität jedoch nie ein aufdringlicher Faktor gewesen, der Verband steht allen offen.
Ansonsten: Ein schöner Artikel, vielen Dank dafür.
Hallo!
Auch ich habe den Artikel "Fähnlein unverzagt" gelesen und muss zugeben, dass ich mich den anderen Meinungen nicht anschliessen kann. Ich selbst bin seit 11 Jahren bei der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg), 19 Jahre und Gymnasiast. Viele Dinge stimmen sicherlich, wie zum Beispiel, dass es eine gute Alternative ist zu der modernen "High-Tech-Welt", in der man nur noch vor dem Bildschirm hängt.Allerdings hätte man grade die Problematik mit der Uniform und den daraus entstehenden rechtsextremistischen Vourteilen besser erötern können. Ein weiterer Gedanke, der aktuellen Satzung der DPSG, sowie der Weltpfadfinderorganisation ist schliesslich die Gleichheit und Kontaktknüpfung unterschiedlicher Länder und Rassen. Desweiteren hilft die DPSG auch bei der Entwicklung in Ländern wie Rwanda weiter, wie die Jahresaktion 2005 "Kira Rwanda- Liebe das Leben" gezeigt hat. Übrigens: Die DPSG ist keine Untergruppierung sondern die katholische Variante der BdP.
Sehr schöner Beitrag.
Wer gerne ein paar aktuelle Fahrtenberichte lesen möchte, schau mal auf unser Internetseite vorbei. Wir freuen uns...www.luchse.eu
Horridoh
Vor gut acht Jahren habe ich meine Aktivitäten im Alter von 20 zurückgefahren. Der Artikel beschreibt bestens die erlebte Zeit.
Es hat mir viel Freude gemacht den - wie so oft - objektiven Artikel zu lesen.
Obwohl ich in verschiedenen anderen Organisationen tätig bin (Caritativer-Orden, Service-Club) ist meine Verbundenheit zu den Pfadfindern immer noch die Größte.
Vielen Dank für den erinnerungsreichen Bericht.
MfG
Jens Schürger
Unterordnung habe ich in meine Pfadfinderzeit nicht gelernt, eher Individualismus, Achtung vor dem anderen und das ganze in einer Waage zu halten. Man muss dazu sagen, dass "Straffheit" und Führungsart von Verband zu Verband, oft sogar zwischen den Stämmen merklich unterschiedlich sind. Der protestantische VCP ist bis heute in weiten Teilen von der 68er-Bewegung geprägt (Leitungsprinzipien, basisdemokratische Organisation) und dementsprechend offen. Ich persönlich würde die Zeit dort als überaus wichtig für meine Persönlichkeitsentfaltung einstufen, allerdings weniger in karriererelevante key skill-Begrifflichkeiten.
Zwei Dinge zum Artikel möchte ich ergänzen. Meines Erachtens ist der "Aufbau Ost" im VCP durchaus weiter fortgeschritten. Insbesondere der Landesverband Berlin-Brandenburg profitierte da freilich von engagierten Leuten, die aus bspw. Niedersachsen kamen. Immerhin ist es gelungen, das Pfadfinderzentrum in Großzerlang aufzubauen, ein Bundeszeltplatz an der Grenze Brandenburgs zu Mecklenburg-Vorpommern, dass gut frequentiert wird und in der Gegend sicher auch ein ökonomischer Faktor ist.
Zum anderen sollte erwähnt werden, dass es auch "schwarze Schafe" unter den Verbänden gibt. Gerade die bündischen Gruppen sind oft nicht in größerem Rahmen organisiert und kochen ihre eigenen Süppchen, was Mitspracherecht/ Unterordnung angeht. Das kann tatsächlich schon mal zu militärischem Drill tendieren. Interessierte sollten daher darauf achten, dass die Gruppe Teil eines Verbandes ist, der im RdP (Ring deutsche Pfadfinderverbände) organisiert ist. Das sind der protestantische VCP (siehe Video im Artikel), die katholische DPSG (bzw. die PSG nur für Mädchen) und der konfessionslose BdP. Im VCP, den ich aus eigener Erfahrung kenne, ist diese Religiösität jedoch nie ein aufdringlicher Faktor gewesen, der Verband steht allen offen.
Ansonsten: Ein schöner Artikel, vielen Dank dafür.
...der aufdringliche Faktor Religiosität bestand - jedenfalls zu meiner Zeit - im letzten Rang, der nach dem Späher kam: dem Kreuzpfadfinder. Ich habe meine "Karriere" als Späher aus diesem Grunde beendet. War aber dennoch in der Führung des Gaues und in der Landesmark weiterhin aktiv.
Nicht, dass ich das Christentum ablehnte, diese Religiosität (Pfingstler, wiedergeborenen Christen, Kreationisten) hat in der Pfadfinderei nichts zu suchen.
Lieber saarvoigt,
Deine Einwände bzgl Religiösität kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Ich vermute du bist Mitglied in einem Bund mit einem C im Namen, worauf ja schon Hinweist, dass du Späher bist/warst (das konnte ich nicht ganz verstehen, sry).
Nun gut, du hast dir also einen Bund mit 'Christlich' im Namen gewählt.
Dass du in einem solchermaßen orientierten Bund mit dem christlichen Glauben konfrontiert wirst, anders als vielleicht zB bei Mosaikpfadfindern, ist mMn zu erwarten und auch richtig.
Religiösität auf Pfadfinder allgemein sollte man auch nachvollziehen können bei BP, welcher selbst sagte: Jeder Pfadfinder soll glauben, an welchen Gott ist dabei erst mal egal. (und er meinte damit keine 'Kunstgötter' wie Konsum, oder was auch immer heutzu Tage als Gott bezeichnet wird;-))
An maloxp habe ich aber auch eine dringende Bitte: beschäftige dich bitte mit Geschichte der deutschen Pfadfinderschaft. Du hast geschrieben, dass du aus dem VCP stammst. Dieser ist geschichtlich sehr nahe mit meinem Bund, dem CPD, verwandt.
Genaugenommen waren wir bis noch vor wenigen Jahrzehnten ein Bund, mal unter CP21, mal unter CPD bekannt.
Dass (meines Wissens nach) nur der VCP von all den ganzen CP-Gruppierungen in Deutschland (da wären zB noch die CP-Saar und andere zu nennen) es geschafft hat, eine Anbindung an die 'Weltpfadfinderorganisationen' zu bekommen hat auch einfach bürokratische Gründe, da eben diese 'Weltpfadfinder' nur eine begrenzte Anzahl an Dachverbänden in einem Land zulassen. Die haben dabei einfach nicht mit Deutschland und seinen vielen, vielen durch die Weltkriege und die Wandervogelbewegung entstandenen Vielfalt gerechnet und schaffen es nicht, diese zu Akzeptieren.
Ich bitte dich, nicht alle anderen, nicht in WOSM und WAGGGS organisierten Bünde über einen Kamm zu scheren und als 'nicht vertrauenswürdig' zu bezeichnen.
Das zeugt von Unwissen und führt zu Streitereien, die es mMn bei Pfadfindern nicht geben sollte.
Bitte entschuldige, dass ich das so deutlich sage, aber ich höre oft genug den Einwand, nur weil ich aus der CPD bin und eben nicht die Weltpfadfinderlilie tragen darf, sei ich kein Pfadfinder. Wenn das so ist, will ich auch gar keiner sein.
Liebe Grüße und Gut Pfad,
SiMoeBoe
...der aufdringliche Faktor Religiosität bestand - jedenfalls zu meiner Zeit - im letzten Rang, der nach dem Späher kam: dem Kreuzpfadfinder. Ich habe meine "Karriere" als Späher aus diesem Grunde beendet. War aber dennoch in der Führung des Gaues und in der Landesmark weiterhin aktiv.
Nicht, dass ich das Christentum ablehnte, diese Religiosität (Pfingstler, wiedergeborenen Christen, Kreationisten) hat in der Pfadfinderei nichts zu suchen.
Lieber saarvoigt,
Deine Einwände bzgl Religiösität kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Ich vermute du bist Mitglied in einem Bund mit einem C im Namen, worauf ja schon Hinweist, dass du Späher bist/warst (das konnte ich nicht ganz verstehen, sry).
Nun gut, du hast dir also einen Bund mit 'Christlich' im Namen gewählt.
Dass du in einem solchermaßen orientierten Bund mit dem christlichen Glauben konfrontiert wirst, anders als vielleicht zB bei Mosaikpfadfindern, ist mMn zu erwarten und auch richtig.
Religiösität auf Pfadfinder allgemein sollte man auch nachvollziehen können bei BP, welcher selbst sagte: Jeder Pfadfinder soll glauben, an welchen Gott ist dabei erst mal egal. (und er meinte damit keine 'Kunstgötter' wie Konsum, oder was auch immer heutzu Tage als Gott bezeichnet wird;-))
An maloxp habe ich aber auch eine dringende Bitte: beschäftige dich bitte mit Geschichte der deutschen Pfadfinderschaft. Du hast geschrieben, dass du aus dem VCP stammst. Dieser ist geschichtlich sehr nahe mit meinem Bund, dem CPD, verwandt.
Genaugenommen waren wir bis noch vor wenigen Jahrzehnten ein Bund, mal unter CP21, mal unter CPD bekannt.
Dass (meines Wissens nach) nur der VCP von all den ganzen CP-Gruppierungen in Deutschland (da wären zB noch die CP-Saar und andere zu nennen) es geschafft hat, eine Anbindung an die 'Weltpfadfinderorganisationen' zu bekommen hat auch einfach bürokratische Gründe, da eben diese 'Weltpfadfinder' nur eine begrenzte Anzahl an Dachverbänden in einem Land zulassen. Die haben dabei einfach nicht mit Deutschland und seinen vielen, vielen durch die Weltkriege und die Wandervogelbewegung entstandenen Vielfalt gerechnet und schaffen es nicht, diese zu Akzeptieren.
Ich bitte dich, nicht alle anderen, nicht in WOSM und WAGGGS organisierten Bünde über einen Kamm zu scheren und als 'nicht vertrauenswürdig' zu bezeichnen.
Das zeugt von Unwissen und führt zu Streitereien, die es mMn bei Pfadfindern nicht geben sollte.
Bitte entschuldige, dass ich das so deutlich sage, aber ich höre oft genug den Einwand, nur weil ich aus der CPD bin und eben nicht die Weltpfadfinderlilie tragen darf, sei ich kein Pfadfinder. Wenn das so ist, will ich auch gar keiner sein.
Liebe Grüße und Gut Pfad,
SiMoeBoe
welche Pfadfinder haben dort die Werte und Tugenden erworben gegen heutige Barbarei einzuschreiten ? Oder wurden sie dort einfach nur als Systemknechte zuerst verführt, dann abgerichtet, und werden am Ende missbraucht..
Fritzfernando, halten Sie doch einfach mal die Klappe! Speziell, wenn von Dingen die Rede ist, die Sie nicht verstehen. Man kann die Pfadfinder durchaus in Grund und Boden kritisieren, und ich erinnere mich noch an die verblüfft aufgerissenen Augen eines ehemaligen HJ-Führers, als ich dem so meine Erfahrungen mit den Pfadfindern schilderte: "Das ist ja wie bei uns früher!"; aber - da ging es doch mehr um menschliche Unzulänglichkeiten. Systemkonform waren die Pfadfinder zu meinen Zeiten nicht, und das kann ich mir auch heute nicht vorstellen.
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