Computer Der Fußabdruck des SurfersSeite 2/2
Grün ist heute in der IT-Branche jeder, der etwas auf sich hält und im Geschäft bleiben will. Der Computerbauer Dell startete im Februar eine Baumpflanzkampagne. Bei Plant A Tree For Me zahlt der Kunde beim Kauf eines Laptops zwei, beim Kauf eines PC sechs Dollar extra, mit denen Bäume gepflanzt werden als Äquivalent zum CO₂-Fußabdruck des Computers. Außerdem bietet Dell Server an, die 25 Prozent weniger Strom verbrauchen sollen. Die Netzwerkfirma Cisco preist ihre Videokonferenzsysteme mit dem Argument an, die eingesparten Reisen reduzierten die CO₂-Emissionen ihrer Kunden um zehn Prozent. Und Intel liefert sich mit AMD ein Wettrennen um die besten Ökoprozessoren.
Der Berliner Web-Hoster Strato will nun zeigen, dass sich auch in Deutschland Umweltengagement und Betriebswirtschaft vertragen. Man muss nur jeden Winkel im Betrieb durchleuchten, jedes Rechnerbauteil in die Hand nehmen, jedes Computerscript auf Redundanzen und unnötige Operationen prüfen. Der Lohn der Mühe: 30 Prozent Energieeinsparung, bezogen auf den einzelnen Kunden. So macht Öko Spaß.
Zum Beispiel laufen neue, für Strato speziell ausgestattete Server der Firma Sun um 90 Prozent sparsamer als ihre Vorgänger. Ausgewählte, hochreine Chips sind zwar teuer, nehmen aber 20 bis 30 Watt weniger Strom auf. Wer da Billigware aus dem Regal nimmt, muss sich nicht wundern. Bei modernen Prozessoren mit ihren Hunderten von Millionen Transistoren gibt es, wenn man Pech hat, Leckverluste, die sich zu gut 40 Watt addieren können. Ein weiteres Ärgernis sind nach wie vor die Netzteile, die nebenher als Heizgeräte fungieren; doch auch hier gibt es Qualitätsunterschiede, die sich direkt auf den Verbrauch auswirken und auch weniger Kühlleistung erfordern.
Es gibt noch ältere Rechenzentren, die zwei Drittel ihrer Energiekosten allein für die Kühlung ihrer Server aufwenden. Geringerer Stromverbrauch der Rechner bedeutet auch weniger Abwärme, was den Energieaufwand für die Kühlung reduziert. Doch Kühlung wird auch bei hocheffizienten Servern nötig sein. Darum sind die Aufstellung der Server und eine intelligente Abfuhr der Wärme entscheidende Faktoren in der Energiebilanz. Von Google erzählt man sich, dass dort noch vor fünf Jahren mit Haushaltsföhnen gekühlt wurde. Bei Strato gibt es heute »kalte Gänge«, aus denen die Rechner Kaltluft ansaugen, die sie, zehn Grad wärmer, auf ihrer Rückseite in »warme Gänge« abgeben. Bei Außentemperaturen bis 8 Grad Celsius kann die Wärme über die zahlreichen Kühler, mit denen das Dach bedeckt ist, an die Umgebungsluft abgegeben werden. Nur wenn es draußen wärmer ist, kommen Kühlkompressoren zum Einsatz. Allein diese Kühlmethode spart 20 bis 30 Prozent der vorher erforderlichen Kühlenergie.
Nicht zuletzt kann man auch durch optimierte Software Strom sparen. Jede Rechenoperation braucht Energie, jeder umständliche Rechenweg, jede zu üppige Software, jedes zu bräsige Betriebssystem trägt zur Stromrechnung bei. Allein der optimierte Code eines neuen Betriebssystems (Solaris 10 von Sun), so heißt es bei Strato, mache die Server um 30 Prozent sparsamer.
Vom Ersparten leistet man sich in Berlin den ultimativen Sprung ins Lager der Guten. Man will demnächst seinen Strom von Wasserkraftwerken des Hochrheins beziehen. Mit grünem Strom soll der CO₂-Fußabdruck des Web-Hosters schließlich kleiner sein als der eines virtuellen Webbewohners: null.
- Datum 10.08.2007 - 05:02 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 09.08.2007 Nr. 33
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Hab ein Video passend zum Thema IT/Video gesehen, besser gesagt es handelt sich über Web 2.0 und über eien Vision der Zukunft: http://de.sevenload.com/v...
Am PC Energie sparen könnte recht einfach sein:
1)
Alle nichtbenutzen Karten und Geräte ausbauen.
2)
Passivkühlung oder wenigstens Lüfter mit Regulierung, bei Serverfarmen eine gekoppelte Wasserkühlung.
3)
Nur noch sparsame Mobilprozessoren und Mobilbauteile.
4)
Nur noch Flash-Speicher statt rotierende Festplatten.
5)
Einen Energiespar-Modus den der Benutzer versteht und der auch funktioniert. Die technischen Standards werden oft im Elfenbeinturm gestrickt und nach Fertigstellung kaum noch korriegiert. USB war auch so ein Fall, hat Jahre gedauert, bis der sich durchsetzen konnte. Die Programmierung ist nach wie vor umständlich und teuer.
6)
Nutzung der entstehenden Abwärme für dritte Parteien, zum Beispiel als Heizungsunterstützung. Ansiedlung von Serverfarmen in kühlen Landesregionen spart Klimaanlage :-)
7)
Geschicktes energieoptimiertes Last-Balancing um ungenutzte Rechner automatisch runterfahren zu können.
Kostet leider alles Geld und der Markt ist knallhart im Bereich Hosting.
MfG
AKu
Die Menge an Kohlendioxid, die beim Surfen entsteht, hat mich sehr erschrocken.
Danke für diesen Artikel
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