Ausländerfeindlichkeit Mut ist nur ein WortSeite 2/2

Die wohlfeile Forderung nach Zivilcourage ist fahrlässig. Auch deshalb, weil ein Einheimischer, der Mut beweist, nicht nur einmal Prügel riskiert, sondern dauerhaft auf die Braune Liste kommt. Was aber tun? Sich ins Mauseloch verkriechen? Der moralische Imperativ, zu helfen, wo immer Hilfe nötig ist, und notfalls auf die eigene Unversehrtheit zu pfeifen, wird uns von unserem Gewissen diktiert. Er kann nicht als Forderung Dritter an uns herangetragen werden. Vor allem dann nicht, wenn die Politik sich mit Kampagnen wie »Gesicht zeigen« begnügt, statt echte Prävention und härtere Sanktionsmöglichkeiten durchzusetzen.

Immer noch haben rechte Kameradschaften Freiräume, sich zu organisieren. Die Strafverfolgung ist oft genug lax. Und die Polizei kommt ihrer Aufgabe nicht nach, den Landfrieden zu sichern. Überfallene berichten immer wieder, dass telefonische Hilferufe ignoriert werden. Oft sind nur ein paar verlorene Beamte im Einsatz.

Die Pauschalforderung, die Bürger sollten einschreiten, unterstellt, dass sie es nie täten. Sie tun es aber. Und dann wieder nicht. Oft aus Angst, manchmal aus Sympathie für die Schläger. So kompliziert ist die Lage. Sie lässt sich weder durch Betroffenheitshysterie noch mittels Sündenböcken deeskalieren. Der Staat und seine friedlichen Bürger müssen gemeinsam die auf sich allein gestellten Ausländer schützen. Sie sind es, die durch sinnlose Debatten und verlogene Forderungen weiter gefährdet werden.

 
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