Gesellschaftsklassen Von oben geht’s nach obenSeite 6/6

Die Tafel, deren Rohstoff da in einer Fabrik in Norderstedt, ein paar Kilometer nördlich von Hamburg, angerührt wird, heißt Sarotti Nr. 1. Sie ist die Oberschicht der Sarotti-Gesellschaft. Es gibt sie erst seit drei Jahren. Sarotti, dieser deutschen Traditionsmarke, erging es lange Zeit wie der ganzen Republik. Oben und unten, das gab es im Sarotti-Sortiment nicht. Schokolade war ein Produkt für alle und jeden. Imagemäßig konnte man mit ihr nichts gewinnen und nichts verlieren. Man aß sie, und fertig. Eine Tafel kostete eine Mark, egal ob Vollmilch oder Trauben-Nuss, Hauptsache, süß, bei der Milch schaute ja auch niemand auf das Firmenlogo.

Vollmilch und Trauben-Nuss gibt es noch immer, aber in der sozialen Rangordnung sind sie abgerutscht. Es gibt jetzt Schokoladenboutiquen und Schokoladenseminare, in denen Chocolatiers über Duft, Farbe und Herkunft der Kakaobohne räsonieren. Konditoreien kreieren immer neue Pralinen, Weingeschäfte bieten dunkle Tafeln mit Chili- oder Orangenaroma an. Der Schokoladenmarkt ist heute so gespalten wie der Rest der Gesellschaft, und manche Marken, manche Sorten liefern neben dem Zucker inzwischen etwas, das noch viel süßer schmeckt: Sozialprestige.

Eine Zeitlang sah es so aus, als habe sich die Konsumwelt in eine klassenlose Gesellschaft verwandelt. Marktforscher entdeckten den hybriden Verbraucher, der sich nicht um Konventionen schert und heute Schinken bei Aldi kauft und morgen Käse im Feinkostladen, je nach Laune. Doch bei genauerem Hinsehen zeigte sich: Es geht hier nicht um Laune, sondern um Kalkül. Beim Frühstück mit der Familie greifen die Leute zum Billigprodukt und abends, wenn die Gäste kommen, zur Premiumware. »Der moderne Verbraucher ist sich sehr bewusst, welche Signale er aussendet«, sagt der Trierer Konsumsoziologe Michael Jäckel.

Die Industrie sendet eifrig mit. Hat man früher noch einfach Schokolade gegessen und Mineralwasser getrunken, gibt es heute kaum ein Produkt mehr, bei dem man nicht zwischen Luxus- und Billigmarken wählen kann. »Es gibt sogar schon Zahnpasta für Anspruchsvolle und Zahnpasta für Leute, die auf den Preis schauen müssen«, sagt Wolfgang Twardawa vom Marktforschungsunternehmen GfK in Nürnberg. Auch unter den Produkten gibt es inzwischen eine Ober- und eine Unterschicht, und wer den richtigen Eindruck machen will, muss sich dort an der richtigen Stelle einordnen.

Der kleine Friedrich wird das wohl von seinen Eltern lernen.

Egal, ob es um den Wohnort, den Vornamen, die Schule, die passende Schokolade geht: Die Apothekerin und der Philologe werden ihr Leben lang vermutlich keinen anderen Plan verfolgen, als dass es ihnen und ihrem Sohn gut geht. Dass sie glücklich werden. Doch weil Millionen anderer Eltern den gleichen Plan mit den gleichen Mitteln verfolgen, passiert nebenbei noch etwas anderes. Es entsteht eine klar abgegrenzte Schicht, eine bürgerliche Klasse mit ihren ganz speziellen Verhaltensweisen und Vorlieben, die wie Kennzeichen wirken, wie kleine Aufkleber auf der Stirn, auf denen steht: Ich bin einer von Euch.

Und so ein Aufkleber kann am Ende ziemlich nützlich sein.

Dieser Aufkleber wird Mehmet Daimagüler immer fehlen. Für den Sohn eines türkischen Stahlarbeiters ist er schon ziemlich weit gekommen, ganz oben ist er noch lange nicht. »Ich bin im Management eines mittelgroßen Unternehmens, I am not a big shot«, sagt er. Bis zum Schlosshotel in Kronberg ist es noch weit.

Sie stehen in kleinen Gruppen beisammen und trinken Champagner, gleich werden sie sich auf die Tische verteilen. Dann wird Ulrich Hartmann (E.on) neben Leonhard »Lenny« Fischer (Ripplewood) sitzen und Manfred Schneider (Bayer) gegenüber von Klaus-Peter Müller (Commerzbank). Die Kellner werden Heilbuttmousse und Saiblingskaviar mit roh mariniertem Spargel servieren, und Mathias Döpfner (Springer) wird womöglich bedauern, dass Wolfgang Reitzle (Linde) nicht kommen konnte, und Dieter Vogel (Bertelsmann) wird vielleicht Dieter Zetsche (Daimler) vermissen. Denn deswegen sind sie schließlich hierhergekommen, ins Schlosshotel Kronberg im Taunus, zur »Hall of Fame« der deutschen Wirtschaftselite, veranstaltet vom manager magazin wie jedes Jahr: um zu reden. Übers Geschäft und manchmal auch über Privates. Hundert Männer, die unter sich sein wollen. Aber eigentlich sind sie das ja sowieso fast immer. Denn egal wo sich die Chefs der großen Unternehmen treffen, egal, ob sie in München, Frankfurt oder Stuttgart leben, sie stammen aus derselben Gegend: dem gehobenen Bürgertum.

Die Herkunft wird für eine Karriere immer wichtiger

Der Darmstädter Soziologe Michael Hartmann hat sich vor fünf Jahren die Lebensläufe von 6500 Bundesbürgern angesehen, die alle eines gemeinsam haben: Sie haben den höchsten in Deutschland erreichbaren Bildungstitel erworben. Sie haben promoviert, in Jura, Wirtschafts- oder Ingenieurswissenschaften. Manche haben es anschließend an die Spitze von Unternehmen, Behörden oder Universitäten geschafft, andere sind unterwegs stecken geblieben. Das ist zunächst nicht überraschend, nicht jeder kann Chef von Daimler oder Springer werden. Allerdings hatten jene, die ganz oben ankamen, neben der Promotion noch etwas gemeinsam: Sie stammten fast alle aus den oberen fünf Prozent der Bevölkerung. Als Kinder des gehobenen Bürgertums verfügten sie über Qualitäten, die bei gleicher Qualifikation letztlich den Ausschlag gaben: Sie hatten die richtigen Kontakte in die Chefetagen, sie konnten beim Geschäftsessen auch mal über eine gelungene Operninszenierung plaudern, sie wussten einen guten von einem schlechten Wein zu unterscheiden und waren imstande, peinliche Situationen souverän zu überspielen. Sie hatten das von klein auf gelernt. »Vor allem den Kindern der Arbeiter und kleinen Angestellten ist es dagegen nicht gelungen, das Handicap ihrer nichtbürgerlichen Herkunft auszugleichen.« Das war damals Hartmanns Fazit.

Inzwischen hat er seine Studie aktualisiert und auf andere europäische Länder erweitert, in drei Wochen kommt sein neues Buch auf den Markt. Das Ergebnis: Obwohl es hierzulande keine Elitehochschulen wie in Frankreich oder England gibt, ist die Herkunft für eine Karriere in Deutschland ähnlich bedeutsam wie dort. Und sie wird immer wichtiger, nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Verwaltung und der Wissenschaft. Selbst in der Politik, einem der letzten Bereiche, in denen Arbeiterkinder wie Gerhard Schröder oder Joschka Fischer große Karrieren machten, schreitet die Verbürgerlichung fort. Lebensläufe wie der des ehemaligen Innenministers Otto Schily (Vater: promovierter Hüttendirektor) waren früher die Ausnahme. Ende der Neunziger stammten 5 von 16 Mitgliedern des Bundeskabinetts aus gehobenen Kreisen. Heute sind es 10 von 16. Die Familienministerin Ursula von der Leyen (Vater: Ministerpräsident und zuvor Geschäftsführer eines großen Industrieunternehmens) ist nur das prominenteste Beispiel. Von unten nach oben schaffen es auch in der Politik immer weniger. Und sogar in einem vermeintlich so durchlässigen Bereich wie den Medien bilden Menschen wie Günther Jauch (Vater: stellvertretender Chefredakteur) und Christiane zu Salm (Vater: Verleger) die Mehrheit.

Es sieht ganz danach aus, als müssten sich unsere Apothekerin und ihr Mann, der Philologe, um den kleinen Friedrich keine Sorgen machen.

 
Leser-Kommentare
  1. Ein sehr gelungener und interessanter Artikel! Ich bin aber in der zentralen Aussage, dass sich das Bürgertum von den unteren Schichten angeblich abgrenzt etwas anderer Meinung. Nehmen wir beispielsweise ein normales, ländlich geprägtes Dorf. Dort hat in der Regel nur ein kleiner Teil der Einwohner Abitur oder gar einen akademischen Abschluss. Redet man dort mit Jugendlichen, wird man höflich behandelt, man wird ganz selbstverständlich gesiezt, man hört meist ein einwandfreies Deutsch (häufig vielleicht im ortsüblichen Dialekt eingefärbt).
    In meinem Wohnviertel in Aachen leben ebenfalls viele Menschen ohne Abitur. Spricht man hier mit Jugendlichen, erkennt man nur mit Anstrengung aus den verschiedenen Grunz- und Brülllauten deutsche Worte. Auf grammatikalisch korrekte Sätze hofft man vergeblich. Bekanntschaft mit den Tischmanieren dieser Jugendlichen zu machen wünsche ich niemandem - den meisten fällt bereits die Kinnlade herrunter wenn sie hören, dass man Essen auch nicht vor dem Fernsehr sitzend zu sich nehmen kann.

    Was ich damit sagen will: Ich glaube nicht, dass sich das Bürgertum von anderen Bevölkerungsgruppen abgegrenzt hat, sondern insbesondere das städtische "Präkariat" hat sich vom Bürgertum abgegrenzt (ob nun willentlich oder nicht). Es gab jedenfalls eine Zeit in Deutschland, da waren gute Manieren und obligatorische Sprachkenntnisse in allen Bevölkerungsschichten eine Selbstverständlichkeit.

    • bierus
    • 27.08.2007 um 21:24 Uhr
    2. Nun ja

    Sie vergessen eines völlig. Früher gab es in den "unteren" Schichten wesentlich häufiger als heute den Willen "meinen Kindern soll es einmal besser gehen". Und Bildung war auch und gerade in diesen Kreisen ein begehrtes Gut. Ebenso solche heute etwas aus der Mode gekommenen Tugenden wie Anstand und Sitte. Der Satz "So etwas tut man nicht" hatte noch eine Bedeutung. All dies ist heute grundlegend anders.

  2. Als Vater zweier Kinder empfinde ich es als aeusserst natuerlich, nur das beste fuer meine Kinder zu wollen. Jeder, der das nicht will, gehoert gestraft... Daher kann es nicht den Eltern zur Last gelegt werden, dass wir solche Verhaeltnisse in Deutschland haben. Vielmehr ist der Politik und den Lehrern zu Last zu legen, dass die Eltern, die Gutes fuer Ihr Kind wollen, solche Entscheidungen treffen muessen. Die sozialdemokratische Schulpolitik der 70er hat den Grundstein gelegt. Es war richtig, die schwachen und armen Kinder zu foerdern, es war aber falsch, die starken und klugen Kinder nicht zu fordern.

    • Merica
    • 27.08.2007 um 22:27 Uhr

    ..wessen Wohlstand stetig schwindet, ist der des Mittelstands. Unter der Verstaatlichung der Familie, durch stetige höhere Belastungen in Form von Sozialabgaben, Steuern und sonstigen Abgaben, blutet der Mittelstand aus - zu Gunsten eines wachsenenden Heeres der Habe- und Taugenichtse. Die 68er haben bürgerliche Werte mutwillig zerstört und diese durch Nihilismus und Wertebeliebigkeit getauscht. Ein stetig wachsendes Lumpenproletariat gepaart mit der Massenzuwanderung bildungs- und kulturfremder Unterschichten hat zur großflächigen Asozialisierung Deutschlands geführt. Wo früher der Familienverbund, das Gemeindewesen und die moralischen Instanzen darüber wachten, dass Mütter ihre Kinder nicht tagelang im Dreck sich selbst überlassen, haben die Nachbarn nun gelernt absichtlich wegzuschauen - wer will schon als neugieriger Spießer gelten?

    Kann man es einer Familie, die versucht ihren Kindern einen optimalen Start ins eigene Leben zu bereiten, etwa übel nehmen, sie nicht in öffentliche Schulen schicken? Ist Rütli denn eine Alternative?

    Eine Leser-Empfehlung
  3. In den Wachstumszeiten der Alt-Bundesrepublik ist die Abgrenzung lediglich durch die allgemeinen Wachstumsraten und die Anhebung des allgemeinen Wohlstandes verdeckt worden.

    Seit die Wachstumsrate der Wirtschaft nur noch einigen Bevölkerungsschichten zugute kommt, hat sich die Umverteilung beschleunigt.

    Die größte Abgrenzergruppe ist aber noch nicht einmal das Bürgertum. Das Bürgertum hat seine Lions- und Rotarystruktur bewahrt.

    Die schlimmste Abgrenzung findet durch die Gewerkschaften statt. Ohne es zu merken oder teilweise mit Duldung der Betriebräte haben die Gewerkschaften eine Aufspaltung der Gesellschaft in Arbeitsplatzbesitzer und Arbeitslose zugelassen. Wer arbeitslos wird, wird auch und besonders von den Gewerkschaften ausgegrenzt. Die Hartz-Gesetze hätte es mit funktionierenden Gewerkschaften niemals geben dürfen. So gesehen war das Verhalten der Gewerkschaftsführer im Konzern des Namensgebers des Enteigungsprogramms beispielhaft für das Versagen der Gewerkschaften aller Branchen. Ob VW oder Siemens oder andere Konzerne, die Betriebsräte waren und sind manipulierbar. Im Mittelstand hatten die Gewerkschaften ohnehin nie viel zu sagen.

    Eine weitere Abgrenzung bekommen schon die Kinder in der Schule über den Markenwahn der Eltern eingebläut.

    Armes Deutschland. Die Fusion von sozialer Marktwirtschaft und sozialistischer Planwirtschaft scheint auf eine Unterklassen/Oberklassengesellschaft der Dritten Welt hinauszulaufen.

  4. Zum Thema Privatschule (ich selbst habe keine Kinder): wenn man sich in die Lage der Eltern versetzt, ist es doch offensichtlich, dass der Impuls dahin geht, primär das Vorteilhafteste für die Kinder und nicht für die Gesellschaftsstruktur zu wollen. Niemand schickt sein Kind auf eine (vermeintlich) schlechtere Schule dem Staate zu liebe. Absurd.

    Ergo müssen sich die öffentlichen Schulen bzw. die Bildung verändern. Es ist die allergrößte und unverzeiliche Schande der Politik, dass sie für Bildung viel zu wenig tut. Das, was dort investiert wird, sind WIR, nur in späterer Form. Nach uns die Sintflut. Die ganzen sozialen Ungerechtigkeiten wären (zum Teil) irrelevant, wenn alle auf gute (was das bedeutet ist ein eigenes Thema) Schulen gehen würden. Dann wären auch die elitären (weil teuren) Privatschulen hinfällig.

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    • ToJToJ
    • 28.08.2007 um 10:45 Uhr

    "andrerae" hat recht; es ist aber nicht nur eine Frage des Geldes für öffentlich-rechtliche Schulen, sondern der Anforderung an die Lehrer dort. Machen Sie angemessene Bekleidung im Unterricht für die Lehrer zur Pflicht und binnen eines Jahres haben Sie die Durchschnittsqualifikation der Lehrerschaft durch "natürliche Fluktuation" um 50% gehoben.

    Meine Tochter ist auf eine Privatschule gekommen, nachdem uninteressierte Lehrer an einem normalen Gymnasium sie haben sitzenlassen; ein Zeugnis später hatte sie einen Notendurchschnitt von 1,6 und glänzende Beurteilungen.

    Klar definierte Anforderungen und eine konsequente Umsetzung: dieses "konservative" Bildungsideal gilt heute (noch oder wieder).

    • ToJToJ
    • 28.08.2007 um 10:45 Uhr

    "andrerae" hat recht; es ist aber nicht nur eine Frage des Geldes für öffentlich-rechtliche Schulen, sondern der Anforderung an die Lehrer dort. Machen Sie angemessene Bekleidung im Unterricht für die Lehrer zur Pflicht und binnen eines Jahres haben Sie die Durchschnittsqualifikation der Lehrerschaft durch "natürliche Fluktuation" um 50% gehoben.

    Meine Tochter ist auf eine Privatschule gekommen, nachdem uninteressierte Lehrer an einem normalen Gymnasium sie haben sitzenlassen; ein Zeugnis später hatte sie einen Notendurchschnitt von 1,6 und glänzende Beurteilungen.

    Klar definierte Anforderungen und eine konsequente Umsetzung: dieses "konservative" Bildungsideal gilt heute (noch oder wieder).

  5. Ein interessanter, gut recherchierter Artikel, aber Ihr Versuch die Identität des erfolgreichen, bekannten deutschen Kabarettisten zu verschleiern, muss wohl wahlweise als scheinheilig oder stümperhaft angesehen werden, wenn Sie den Namen seines Programms verraten! Um von "Elite für Jedermann" auf das viel gängigere "Elite für Alle" zu schließen und einige Sekunden später auf der Internet-Seite von Frank Lüdecke zu landen, bedarf es nun wirklich nicht eines Sherlock Holmes.
    Nun ja, vermutlich sind Sie erst über den Namen des Programms auf Lüdecke als Gesprächspartner gekommen und wollten sich diese Pointe schlicht nicht entgehen lassen.
    Das Lüdecke sich offenbar für seine Entscheidung einer Privatschule den Vorzug zu geben, schämt, sagt so einiges über die ideologische Schieflage vieler sogenannter Linker in unserem Land.

    Bleibt festzuhalten: Das man sich mit Geld Vorteile einkaufen kann, und Geld in unserer Gesellschaftsform nicht gleichmäßig verteilt ist, ist nichts Neues und wohl auch akzeptabel. Einigermaßen neu und schlimm ist aber, dass wir nicht in der Lage sind, die Chancen an Geld zu kommen, gleichmäßig zu verteilen.

    Unsere Schulen dösen und rosten immer noch ohne größere Dynamik vor sich hin. Dabei sollten wir versuchen innerhalb von 10 Jahren das beste, für jeden zugängliche Schulsystem der Welt zu entwickeln. Die Konzepte dafür liegen in den Schubladen, bzw. werden von Privatschulen bereits umgesetzt. Die vielversprechendsten davon endlich mit aller Entschlossenheit in einem nationalem Kraftakt breitflächig umzusetzen, muss das erste Ziel unserer Regierung und Wahlkampfthema, sowie Wahlkriterium Nummer Eins sein.
    Welches andere einzelne Thema ist wichtiger für unsere Zukunft?

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    • Anonym
    • 28.08.2007 um 15:44 Uhr

    "Dabei sollten wir versuchen innerhalb von 10 Jahren das beste, für jeden zugängliche Schulsystem der Welt zu entwickeln."

    Und wie stellt tomdelay sich das vor?

    • Anonym
    • 28.08.2007 um 15:44 Uhr

    "Dabei sollten wir versuchen innerhalb von 10 Jahren das beste, für jeden zugängliche Schulsystem der Welt zu entwickeln."

    Und wie stellt tomdelay sich das vor?

  6. wie der Artikel es deutlich macht. Dadurch müssen sie immer mit mehr Insignien, Statussymbole und Gestus deutlich machen, dass sie zu der Oberschicht gehören. Früher war das nicht so. Wer zu der gesellschaftlichen Elite gehörte, wurde auch als solcher von allen anerkannt. Keiner brauchte sich zu profilieren, alleine schon durch ihre natürliche Person konnten sie sich Respekt und Anerkennung verschaffen. Es waren nicht sonderlich viele Statussymbole und Exklusivität nötig, die Elite konnte sich noch weitgehend authentisch und normal benehmen. Sie hatten kein Problem damit, sich mit den Schichten unter ihnen ohne spitzen Finger oder auch sich mit Dingen, die Pfennigspaß waren, zu beschäftigen. Heutzutage ist es schon ein pathetisches Verhalten, dass die sogenannte Elite an den Tag legt.
    Aber damals hatte noch jeder seinen Platz in der Gesellschaft, niemand war überflüssig und erst Mensch und nicht Humankapital. Die Gesellschaft funktionierte.

    Das bringt mich irgendwie zu dem Schluss, dass heute viel zu viele oben sind, die eigentlich nicht nach oben gehören. Durch das Wirtschaftswunder nach der Gründung der Bundesrepublik war der Aufstieg für viele leichter als es heute möglich ist. Die Wirtschaft wächst nicht mehr effektiv. Die Wirtschaft stagniert eher als sie wächst. Wenn die Wirtschaft nicht mehr wächst, dann werden alle verarmen, die keine materiellen Werte haben.
    Alle werden verarmen, weil im jetzigen Finanzsystem schon die Zukunft vor lauter Gier auch schon verfrühstückt ist. Nur durch Wachstum kann das gut gehen.

    Viele sind über einige Generationen aufgestiegen und die jetzige, begründete Abstiegsangst führt zu pathetischem Verhalten, das einem Klammern an dem letzten Strohhalm erinnert. Nicht die Unterschicht grenzt sich ab, sondern die Oberschicht ist proletenhaft geworden, Souveränität und nachhaltiges wirtschaften sieht anders aus.

    Letztenendes können sie doch nur ihren Wohlstand wahren, wenn sie auch über eine in allen Schichten funktionierende Gesellschaft thront, die die wirtschaftliche Stärke des Staates sichert.
    Sie kann doch nicht ernsthaft glauben, dass durch die Globalisierung Chinas Mittelschicht ihre neue Unterschicht werden kann.

    Es können nicht in einer Gesellschaft alle Oben sein und keiner unten. Das hat schon unter dem Kommunismus nicht funktioniert. Es wird immer Schichten geben, obwohl Müntefering mal behauptet hat: "In Deutschland gibt es keine Schichten!"

    Es nützt alles nichts, das Problem der Elite ähnelt dem der Kapelle der Titanic, die darüber grübelte, welches Lied sie spielen sollte - während das Schiff sank.

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